Friede den Gemeinplätzen -- Krieg den Moden!

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Wer Selbstzweifel hegt, kennt die Wonnen des Sich-Benachteiligtfühlens noch nicht.

 

Die Zugehörigkeit zum intellektuellen Pöbel manifestiert sich in keiner Eigenschaft deutlicher als in der Unfähigkeit, die literarische Qualität eines Textes zu würdigen, dessen inhaltliche Tendenz einem zuwider ist. 

 

Wenn man sämtliche Schöpfungen des weißen Mannes von diesem Planeten entfernte, besäßen seine Ankläger weder Zeit noch Mittel, ja nicht einmal Begriffe, um ihn mit Vorwürfen zu überhäufen.     

  


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8. Dezember 2018


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Es gibt nichts Zynischeres als die Asyllobby bei der Verniedlichung der Kollateralschäden.


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"Jetzt gewinnt die AfD sogar schon bei der Wahl zum CDU-Parteivorsitz", schreibt mir Kamerad ***. Ja, so verhält es sich wohl, auch wenn mir persönlich die Wahl des Herrn Merz mehr Pläsier bereitet hätte. Haben Sie das TV-Interview mit ihm gesehen, wo ihn die Moderatorin mit der Frage provozierte, er komme Umfragen zufolge als Politiker nicht gut bei Frauen an, was er dazu sage? Und dieser Kerl antwortet allen Ernstes, anstatt die Sache mit einem selbstironischen Scherz an sich abperlen zu lassen, dass das gar nicht stimme, er werde oft von Frauen angesprochen, in allen Ehren natürlich, und erhalte auch viel Post von den Holden. "Unsouverän" ist wahrscheinlich das treffendste Attribut für Merz. Er ist das Gegenteil eines gerade gewachsenen, in sich ruhenden Menschen: verschlagen, verklemmt, unfroh, falsch, kalt, rachsüchtig – was für ein Alberich ist uns da entgangen! Welch Vergnügen wäre es gewesen, ihn beim Abwehrkampf gegen die Medien und beim kompensatorischen, nein: überkompensatorischen Propagandakrieg gegen die AfD zu beobachten! Nun, es sollte nicht sein. Merz ist schlau genug, sich nach diesem Intermezzo von der Bühne zu trollen. Seine Niederlage dürfte übrigens auch das Ende aller Kanzlerträume von Schäuble bedeuten. Merkels letzter Triumph, aber gewiss nicht die letzte Schande für die CDU.

Also Kramp-Karrenbauer. Für die AfD ist es ein Segen, nicht nur der einfachen Slogans wegen ("Merkel II", "AKK abschalten!"), sondern weil diese Wahl zeigt, dass einer CDU-Mehrheit an Pfründen und Pöstchen mehr gelegen ist als an Politik, dass diese Figuren also zu jeder Art Verrat bereit sind, sofern sie damit irgendwie über die Runden kommen. Ein CDU-Präsidiumsmitglied, wie stolz das klingt! Schwer vorstellbar, dass es den Laden nicht bald zerreißt. 


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Die MDR-Moderatorin Katrin Huß interviewte am 26. Januar 2016 den Psychiater und Psychoanalytiker Hans-Joachim Maaz ("Der Gefühlsstau. Ein Psychogramm der DDR"), und Maaz äußerte sich kritisch zur Einwanderungspolitik der Kanzlerin. Was dann geschah, lässt wenig Zweifel daran, dass wir uns in einer DDR 2.0 befinden. Die Moderatorin verließ ein halbes Jahr später nach 18jähriger Zusammenarbeit den Sender, in diesem Video ist die Affäre kurz und bündig zusammengefasst; erst Teile des Interviews, danach schildert die bezirzend unglatte Maid (eine Ostdeutsche, keine Slomka), was in den Wochen danach geschah – eine Lektion über Merkeldeutschland in fünf Minuten.

Passend dazu schleimt heute Spiegel online: "Weltmarke Merkel. Die Bundeskanzlerin ist zurück vom G20-Gipfel in Buenos Aires. Im kollektiven Bewusstsein wird sie dort bleiben." Wann wäre die Augstein-Gazette je einem Kanzler dermaßen ins Rektum gekrochen? Im kollektiven Gedächtnis wird die derzeit leider immer noch im Kanzleramt sitzende Übergeschnappte und "Ikone des Westens" (U. Poschardt) zunächst als Spalterin ihres Landes sowie der EU, sodann als engagierte Demoliererin der deutschen Bevölkerungsstruktur, der deutschen Armee, der deutschen Finanzsolidität, der deutschen Bildungs- und Technologiestandards, der deutschen Automobilwirtschaft, der deutschen Energieversorgung, der CDU und, im Rahmen ihrer limitierten Möglichkeiten, der deutschen Sprache einen festen Platz finden (und Spiegel online wird diese späte Erkenntnis noch etwas später brav verbreiten). Aber immerhin stimmt die Himmelsrichtung des Panegyrikus: Argentinien ist beinahe Chile...


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Ein Nachtrag zum "Global Compact for Migration". Ich habe an dieser Stelle mehrfach auf die bewusste Doppeldeutigkeit dieses Dokuments hingewiesen, in dem einander ausschließende Aussagen einander munter ablösen (dutzendfach fällt die Formulierung "Wir verpflichten uns", aber das Dokument ist angeblich unverbindlich; Kritik an der geförderten Migration alias "Diskriminierung" soll sanktioniert werden, aber die Pressefreiheit bleibt selbstverständlich unangetastet etc.). Die Parallelen zur "Kairoer Erklärung der Menschenrechte im Islam" sind evident ("Es ist die Pflicht des einzelnen, der Gesellschaft und der Staaten, dieses Recht vor Verletzung zu schützen, und es ist verboten, einem anderen das Leben zu nehmen, außer wenn die Scharia es verlangt" etc.) Es gibt noch Parallelen zu einem etwas älteren, durchaus verwandten Schriftstück, nämlich der ersten sowjetischen Verfassung von 1924, die allen Sowjetmenschen Meinungsfreiheit (Art. 14) und Versammlungsfreiheit (Art. 15) zubilligte, sofern sie nicht "zum Schaden der sozialistischen Revolution" (Art. 23) verwendet würden.


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Eine UN-Resolution, in der die Hamas wegen ihrer Rakenangriffe auf Israel verurteilt wird, ist gescheitert; unter den Staaten, die sie abwiesen, ist, wenn ich's recht sehe, keiner, der nicht dem "Global Compact" beitreten will. Was für eine feine Gesellschaft!