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Wer Selbstzweifel hegt, kennt die Wonnen des Sich-Benachteiligtfühlens noch nicht.

 

Die Zugehörigkeit zum intellektuellen Pöbel manifestiert sich in keiner Eigenschaft deutlicher als in der Unfähigkeit, die literarische Qualität eines Textes zu würdigen, dessen inhaltliche Tendenz einem zuwider ist. 

 

Wenn man sämtliche Schöpfungen des weißen Mannes von diesem Planeten entfernte, besäßen seine Ankläger weder Zeit noch Mittel, ja nicht einmal Begriffe, um ihn mit Vorwürfen zu überhäufen.     

  


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1. Dezember 2018


"Der Mensch, der sich lächerlichen Hoffnungen hingibt, ist, wie es scheint, auf irgendeine Art ein besserer Bürger als derjenige, der auf die Wahrheit hinweist."
H. L. Mencken



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Rechte Hetze, eins.
"Von 103 Kindern hat eines deutsche Eltern. Das ist die Realität an der Berliner Grundschule Köllnische Heide. Doch längst nicht nur dort sind deutsche Schüler in der Unterzahl und die Sprachbarriere ein Riesenproblem. Eine Schuldirektorin schlägt nun öffentlich Alarm." (hier)

Rechte Hetze, zwei.
"In einer Schule im hessischen Kassel ist ein 8-jähriges Mädchen von Mitschülern gemobbt und tätlich angegriffen worden. Den Grund für die Ausgrenzung durch ihre Klassenkameraden ortet Vater Mike F. in der deutschen Muttersprache seiner Tochter." (hier)

Rechte Hetze, drei.
Deutsche Islam-Konferenz: "Gleich in den ersten Reihen saßen drei Islam-Kritiker, die rund um die Uhr Polizeischutz brauchen und um ihr Leben fürchten müssen: Rechtsanwältin und Moschee-Gründerin Seyran Ates (55, zwei Leibwächter im direkten Umfeld), der deutsch-israelische Extremismus-Experte Ahmad Mansour (42, zwei Leibwächter direkt neben sich) und der deutsch-ägyptische Politologe Hamed Abel-Samad (46, auch zwei Leibwächter neben sich). Weitere Personenschützer sichern den Raum, die Türen. Selbst auf dem Weg zur Toilette werden die Islam-Kritiker begleitet. Ates wendet sich an Seehofer, spricht für alle drei: 'Wir sind nur hier, weil uns 15 LKA-Beamte beschützen.'" (hier)

Rechte Hetze, vier.
"Brutale Attacke auf Obdachlosen (26) in Köln: Drei Täter haben einen Obdachlosen in Köln getreten und bestohlen. Die Gruppe soll dem Wohnungslosen mit brachialer Gewalt gegen den Kopf getreten haben. ... 'Sie schlugen und traten immer wieder auf ihn ein, auch gezielt gegen seinen Kopf', so der Zeuge gegenüber der Polizei." (hier)

Rechte Hetze, fünf.
"Mittags von Migranten zu Tode geprügelt: Wiener Pensionist nun verstorben." Der 67jährige hatte die juvenilen Neumitbürger auf offener Straße frech gebeten, ihn und seine Frau passieren zu lassen. (hier)

Rechte Hetze, sechs.
"Gewalt gegen Retter nimmt zu. Deshalb fordert die Feuerwehr-Gewerkschaft nun Polizeischutz in der Silvesternacht für ihre Einsatzkräfte." (hier)

Rechte Hetze, sieben.
"Sachsens Innenministerium bestätigt: Dem Freistaat werden überproportional viele kriminelle Zuwanderer zugeteilt." (hier)

Rechte Hetze, acht.
"'Dieses Land gerät in eine hochkritische Situation und dagegen müssen wir etwas tun. Wir sind am Rande eines kulturellen Zusammenbruchs.' Dies sagt der Unternehmer und Multi-Milliardär Heinz Hermann Thiele, der zu den reichsten hundert Menschen des Planeten zählt. Das Thema 'Flüchtlinge' sei nicht nur ökonomisch unbeherrschbar, es stelle sich auch die Frage nach der Identität unserer Gesellschaft." (hier)

Rechte Hetze, neun.
"Umweltkriminalität: Geschützte Großvögel wie Adler, Reiher oder Uhu werden oft gezielt getötet. Und zwar an Stellen, an denen sie im Weg sind. Zum Beispiel dort, wo Windkraftanlagen gebaut werden sollen und geschützte Vögel ein Planungshindernis darstellen". (hier)

Rechte Hetze, zehn.
"Deutschland war offenbar viel stärker an der Ausarbeitung des UN-(Migrations)Paktes beteiligt, als das Kanzleramt bisher zugegeben hat. Der Völkerrechtler Herdegen mahnt, die rechtlichen Konsequenzen eines solchen Dokuments nicht zu unterschätzen." (hier)

Rechte Hetze, elf.

"'Das ist der Mann der die Vorlage für den umstrittenen Migrationspakt lieferte', so betitelt heute der Focus seinen Artikel über den UN-Generalsekretär Antonio Guterres. Der Beitrag über den Portugiesen und UN-Generalsekretär, der einige Hintergründe des sozialistischen Politikers ausleuchtet, gibt sich 'investigativ' – aber er ist es nicht. Nicht wirklich. Denn der Autor 'vergisst' ein Detail, welches Guterres noch heute auf den Zehen drückt und ihn trans- wie supranational erpressbar machen könnte. Es geht um den Verdacht, dass er in die schlimmste Kindsmissbrauchsserie der portugiesischen Geschichte verwickelt war." (hier)

Rechte Hetze, zwölf.
"Es wird nicht direkt behauptet, aber durch den Wortlaut wird insinuiert, dass Migration in der Menschheitsgeschichte weit überwiegend positiv zu sehen war. Das gilt aber allenfalls für die Einwanderung in bislang unbesiedelte Räume. In allen anderen Fällen ging Einwanderung in der weit überwiegenden Zahl der Fälle zu Lasten der autochthonen Bevölkerung des Einwanderungslandes.

So war es,
als die Stämme Israels nach dem Auszug aus Ägypten das Land Kanaan besiedelten;
als die germanischen Völker das weströmische Reich zerstörten;
als die Angeln und Sachsen über die Nordsee nach England zogen;
als die islamisch gewordenen Araber sich von Spanien bis nach Persien ausbreiteten;
als die Mongolen nach Europa aufbrachen;
als die Türken Kleinasien und den Balkan eroberten;
als die muslimischen Mogulen Indien unter ihre Herrschaft brachten.

Auch in der Neuzeit hörte das nicht auf:
Die 'Einwanderung' von Spaniern und Portugiesen nach Mittel- und Südamerika hatte den Tod der meisten Indianer zur Folge.
Die 'Einwanderung' der Briten und anderer Europäer nach Nordamerika bedeutete das Ende der überkommenen indianischen Lebensweise und die weitgehende Ausrottung der dort lebenden indianischen Stämme.
Die „Einwanderung“ von zwei Millionen Franzosen nach Algerien während der Kolonialzeit war den Arabern überhaupt nicht willkommen. Nach der Unabhängigkeit mussten sie allesamt das Land verlassen.
Auch die Einwanderung von Juden nach Palästina zu Zeiten der britischen Mandatsherrschaft entsprach nicht den Wünschen der autochthonen Bevölkerung. Die daraus erwachsenen Spannungen treiben auch noch 80 Jahre später den Nahost-Konflikt von einer Krise zur nächsten.

Dagegen sind die historischen Beispiele, in denen die Einwanderung größerer Zahlen von der autochthonen Bevölkerung als segensreich empfunden wurde und nicht zu Blutvergießen und anhaltenden Spannungen führte, äußerst rar. Das war immer nur dann der Fall, wenn der relative Umfang der Zuwanderer sehr gering war und diese überdurchschnittlich fleißig und tüchtig waren. Für die Einwanderung aus dem Nahen und Mittleren Osten und Afrika nach Europa seit dem Zweiten Weltkrieg lässt sich dagegen der eindeutige Nachweis führen, dass diese der autochthonen Bevölkerung in Europa weder wirtschaftliche noch soziale Vorteile brachte, sondern finanzielle und soziale Nettokosten produzierte und produziert."

Also schrieb Thilo Sarrazin zum Globalen Migrationspakt (hier). 


                                       ***


Nachtrag: "In einem einzigen Punkt" möchte Leser *** Sarrazin widersprechen: "Als die germanischen Völker das weströmische Reich zerstörten, war das kein Fall einer 'Migration', welche mit den anderen von Ihnen genannten Beispielen vergleichbar wäre, vielmehr handelte es sich um die konsequente Verfolgung und Vernichtung der römischen Invasoren, die nach der herrlichen Hermannsschlacht endlich auch in der Heimat des Feindes und in seiner Hauptstadt vollendet wurde."

Ich erlaube mir die Korrektur der Korrektur: Es waren die Cimbern und Teutonen, die zuerst Rom angriffen, bevor je ein Legionär germanischen Boden betrat, und wer die römische Geschichte verfolgt, wird konstatieren, dass die römischen Expansionen, beginnend mit den Punischen Kriegen, oft aus Gegenangriffen resultierten; das Imperium Romanum hatte, als seinerzeit einzige Zivilisation der Erde, ein enormes Sicherheitsbedürfnis – heute spräche man von "Vorneverteidigung". Leopold von Ranke hat gesagt, die Weltgeschichte wäre sinnlos, wenn es die Römer nicht gegeben hätte. Gegen die Barbaren hatte Rom sogar in seinen Barbarismen immer recht. Nein, das ist keine indirekte Verteidigung der Pax Americana, des "Westens" oder der UNO, sondern nur Roms, des einzigen Imperiums, das ohne Ideologie zu herrschen wusste. Ende der Durchsage. 

PPS: Leser *** lässt nicht locker und setzt hinzu: "Wir sprachen über den Untergang des Weströmischen Reiches (fühestens unter Julius Nepos, spätestens unter Justinian), und nicht über die Wanderung der friedliebenden Cimbern und Teutonen (ungefähr ein halbes Jahrtausend früher). Die Cimbern und Teutonen, welche keineswegs 'Rom angriffen', wie Sie meinen, wurden ihrerseits von den Römern angegriffen, ich zitiere (aus der Wikipedia – M.K.): 'Im Jahre 113 v. Chr. trafen Kimbern, Teutonen und Ambronen in der heutigen Steiermark zum ersten Mal auf Römer. Der römische Konsul Gnaeus Papirius Carbo ließ die Alpenpässe sperren, um die Germanen am Marsch in Richtung Rom zu hindern. Obwohl die Germanen versprachen, friedlich weiterzuziehen und nach Siedlungsland zu suchen, lockten die Römer sie in eine Falle: Carbo gab ihnen Führer mit, die ihnen angeblich behilflich sein sollten, geeignetes Siedlungsland zu finden. Von Carbo hatten die Führer jedoch die Anweisung, einen längeren Umweg zu machen, damit er sie aus dem Hinterhalt angreifen konnte. Während die Kimbern in der Nähe von Noreia rasteten, griffen zwei römische Legionen mit einer Stärke von 12.000 Mann an. Sie wurden in der Schlacht von den Germanen vernichtend geschlagen.'
Das Weströmische Reich entstand erst wesentlich später, nämlich im Jahre 395 n. Chr. durch die Teilung der Herrschaft im Römischen Reich unter den beiden Söhnen des Kaisers Theodosius (I)."

Pardon, geehrter Herr ***, aber auch die Völkerwanderung begann fast vier Jahrhundert nach der Hermannschlacht (bzw. den Rache-Feldzügen des Germanicus), die Markomannenkriege waren aus römischer Sicht bereits schon wieder defensiv. Die Trennung von Rom und Westrom ist in unserem Kontext sinnlos, denn "Westrom" setzte ja "Rom" fort, erfolgloser als Byzanz, gewiss, aber der Westen war der "römischere" Teil und hatte das Pech, von den Germanen überrannt zu werden. Seit dem Zug der Cimbern und Teutonen wussten die Römer, dass in diesem klimatisch unfreundlichen Norden Völker lebten, von denen Unheil drohte und auf die das Imperium eine magische Anziehungskraft ausübte. Man mag darüber streiten, ob die Barbaren die Hauptursache oder nur die Nutznießer des Zusammenbruchs waren. Nun werden die Analogien zur Gegenwart allmählich allzu aufdringlich.

Letztes PS: "Zu Römern und Germanen" sendet Leser **** "eine Nicht–Korrektur der Korrektur der Korrektur: Im Prinzip haben die Römer nach der 'Varusschlacht' (so sollte man sie nennen und nicht germanophil nach Arminius) stets die Rheingrenze respektiert, abgesehen von taktischen Nadelstichen. Zudem wurde die Limesgrenze ca. 260 aus strategischen Gründen auf den Obergermanisch–Raetischen Limes zurückgenommen, als die Barbaren immer mehr römisches Gebiet verletzten."

Allerletztes PS: "Es ist nicht 'germanophil', sondern alter Brauch und gute Sitte, eine Schlacht nach dem Sieger und nicht nach dem Verlierer zu benennen." (Leser ***)


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Immer wenn Gottfried Curio, Mathematiker, promovierter und habilitierter Elementarteilchenphysiker mit dreijährigem Studienaufenthalt in Princeton (USA), überdies studierter Musiker und zwischenzeitlich als Korrepetitor, Ensembleleiter und Komponist tätig, immer wenn dieser Dr. Curio im Bundestag ans Rednerpult tritt, verschanzt sich das Auditorium hinter zwei massiven Bollwerken: den ersten beiden Standardabweichungen auf der Glockenkurve der Intelligenzverteilung – die meisten übrigens, wie ich nach knapp einjähriger direkter Beobachtung unserer (quasi) nationalen politischen Elite fernzudiagnostizieren wage, zwischen beiden.

Von dort aus rufen die Abgeordneten dem AfD-Redner allerlei Begabungsreferenzen zu, beispielsweise bei Curios letztem Vortrag zum Migrationspakt (Jürgen Fritz hat Rede und Zwischenrufe auf seiner Webseite dankenswerterweise festgehalten) die Folgenden:

"Michel Brandt (Linke): 'Ihr seid ein Trojanisches Pferd! Faschisten!'
Marian Wendt (CDU): 'Alles Lüge!'
Michel Brandt (Linke): 'Sie sind nur am Rumlügen! Eine Lüge nach der anderen!'
Aus den Reihen der Linken: 'Eine Lüge an der nächsten!'
Michael Brand (CDU): 'Ekelhaft!'
Steffi Lemke (Grüne): 'Elende Hetzerei!'
Alexander Graf Lambsdorff (FDP): 'Sie brauchen den Ariernachweis, Herr Curio! Sie brauchen den Ariernachweis!'
Alexander Graf Lambsdorff (FDP): 'Eine Aneinanderreihung von Lügen ist das!'
Michael Brand (CDU): 'Hassprediger!'"

"Warum denn rasen und toben die Heiden im Zorne?", mag der Kirchenmusiker Curio in solchen Augenblicken denken, ohne dass er sich in seinen präzise gesetzten Wortkaskaden unterbrechen ließe. Das Problem mit den Standardabweichungen besteht ja darin, dass sie für diejenigen diesseits der ersten kaum erklärbar sind und jenseits davon (aber diesseits der zweiten) auf großen Widerstand stoßen, denn dort wächst die Ahnung der eigenen Unterlegenheit, ohne dass der Durchbruch zur tatsächlichen Erkenntnis der eigenen Beschränktheit erreicht würde*; das macht aggressiv, speziell im Schutze der Macht. (Eine der raren Ausnahmen von Selbsterkenntnis im niedrigeren Segment war Muhammad Ali, der nach seinem miserablen Abschneiden bei einem Intelligenztest bemerkte: "Ich habe gesagt, ich bin der Größte, nicht der Klügste".) Die intellektuell – eher – Minderbegabten brüllen also im Bundestag den – wahrscheinlich – Hochbegabten an, und ihre Brüder resp. Schwestern in den Medien toben mit; das ist der Lauf der Welt, und wenn jemand fragt, warum es noch Leute gibt, die diese Gazetten lesen und sogar kaufen, sei auf die Glockenkurve verwiesen.

Zeit gewonnen, alles gewonnen, lautet der simple Grundsatz aller Regierungspolitik – und beim Migrationspakt ist diese Politik ein Allparteienpakt gegen die einzige Oppositionstruppe. Dass Curio dereinst recht gehabt haben wird, ist für seine aktuellen Beschimpfer irrelevant, weil sie sich bis dahin ebenso vollpensioniert davongeschlichen zu haben hoffen, wie sich die Kanzlerin bei Curios Rede ostentativ empfahl oder "davonstahl", wie der Redner mit gebotener Süffisanz anmerkte. Gemeinsam mit dem eben verlinkten Text von Thilo Sarrazin sollte auch die Curio-Rede aufbewahrt und in zwei, drei Jahren als Beweisstück zur Wiedervorlage herbeigeschafft werden.



* "Ein Freund, Mathematiker, fragt sich, ob dieser Satz nicht vielleicht umformuliert werden sollte", lässt mich Leser *** wissen. "Diesseits der ersten Standardabweichung sollte der Bereich 100-85 IQ-Punkte sein, von uns aus gesehen, da herrscht der große Widerstand, wenn auch noch eine Ahnung von Verständnis. Jenseits der zweiten, also unter 85 Punkten, wird es dann kaum erklärbar."

Entwicklungspsychologen, Bildungsforscher und Kognitionswissenschaftler werden Leser *** wahrscheinlich Recht geben, aber ich bin zu verdrießlich, elitär und politikpersonalkundig, um von meiner Version abzuweichen. Die meisten Scherereien hat man mit Leuten, deren IQ zwischen 110 und 120 liegt: intelligent genug, um Zusammenhänge zu erkennen, aber zu dumm, die eigene Beschränktheit einzurechnen. Ungefähr ab 130 beginnen die kalkulierbaren (i.e. nichtzufälligen, strukturellen) Selbstzweifel ...


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Zur "Causa Ladenburger" bemerkt Leser ****: "Vor kurzem ist ein Arbeitskollege tödlich verunglückt (Auto, Baum), dessen Mitbewohner ich einige Jahre sein durfte. Wir mochten uns in jener Zeit sehr, waren gute Freunde, haben dementsprechend viel Zeit miteinander verbracht usw. usf. Der Auszug meinerseits war familienbedingt nötig; dennoch trennten wir uns im Streit. Seitdem hatten wir nicht mehr viel miteinander zu tun. Trotzdem geht mir sein Tod sehr nahe. Besagter Schmerz ist dennoch ein Vogelschiss gegen das, was die Eltern L. erfahren mussten: sie haben nicht nur ihre Tochter (aufgrund des Verbrechens, 'kann passieren; gab es früher auch schon') verloren. Sie haben letztendlich mit ihrer Erziehung ein solches Schicksal überhaupt möglich gemacht. Mit einer solchen Bürde fertig zu werden, ist als Eltern unmöglich (!), berücksichtigt man vor allem den gesamten Werdegang der Familie L.

Den Eltern L. blieb und bleibt (schlichtweg) nichts anderes übrig, als das zu sein, was sie derzeit darstellen oder womöglich auch sind. Sorgen wir dafür, dass '#wirsindnichtmehr' lebt und wächst! Aber lassen Sie die Eltern L. bitte in Ruhe: sie gleichen Zombies, d.h. lebenden Toten: würden sie sich der Wahrheit stellen, bleibt ihnen nur die Kapitulation vor sich selbst. Wollen Sie das? Möchten Sie auf solch einem verstimmten Instrument spielen als guter Musiker? Als guter Instrumentalisierer? Wissen Sie: Sie dürfen nicht den selben Bogen in die Hand nehmen, ihn rückwärts spielen, und dann meinen, es ist eine viel bessere Melodie."


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Wieder ist die Monatsendfigur fällig, die einzige wirklich verlässliche institution permanente dieses Eckladens. In letzter Zeit wurde viel über ein neues mediales Phänomen geschmeichelt und gepöbelt, nämlich das vermehrte Auftauchen von Fußball-Moderatorinnen in den TV-Studios. Während ich bei den Live-Kommentatoren konservativ bin und auf eine Männerstimme bestehe, habe ich gegen die Frauen im Studio nichts einzuwenden, sofern sie etwas von der Sache verstehen. Wenn sie obendrein noch so hinreißend aussehen wie Diletta Leotta (hier, hier ab 0,37 und hier, uiuiui, bei 0,16), wird die Balltreterei doch wieder zur wichtigsten Nebensache zurechtgesetutzt. Felice Italia! 

Die deutsche Version heißt Nele Schenker und sieht auch recht apart aus:

CqeYbAKWIAELW1v 

Wie immer, wenn ein Monat ins Land gegangen ist, geht an dieser Stelle ihrerseits die Kollekte um, mit einem herzhaften "Vergelt's Gott!" an alle, die sie bislang großzügig befüllt haben; alle anderen klicken bitte hier