Friede den Gemeinplätzen -- Krieg den Moden!

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Wer Selbstzweifel hegt, kennt die Wonnen des Sich-Benachteiligtfühlens noch nicht.

 

Die Zugehörigkeit zum intellektuellen Pöbel manifestiert sich in keiner Eigenschaft deutlicher als in der Unfähigkeit, die literarische Qualität eines Textes zu würdigen, dessen inhaltliche Tendenz einem zuwider ist. 

 

Wenn man sämtliche Schöpfungen des weißen Mannes von diesem Planeten entfernte, besäßen seine Ankläger weder Zeit noch Mittel, ja nicht einmal Begriffe, um ihn mit Vorwürfen zu überhäufen.     

  


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"Ein Gedankenfeuerwerk."      

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Erweiterte Neuausgabe

 "Feuilletons von ungewöhnlicher Brillanz. Man fühlt sich in die Zeit von Tucholsky zurückversetzt, als die deutsche Sprache noch vibrierte."

Peter Sloterdijk

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Noch späterer spätabendlicher 20- Dezember

Wie wird der nächste Spiegel-Titel lauten? Ich schlage vor: "Bedingt abwehrbereit."

Oder vielleicht so:

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(Der Spiegel vom 26. März 2007)



Spätabendlicher 20. Dezember


Wird Deutschland, so fragen mit dräuendem Ernst unsere kommentierenden öffentlich-rechtlichen Gouvernanten sowie andere volkspädagogische Plagegeister nach dem Berliner Lkw-Unglück (aber auch sonst recht gern), ein "weltoffenes Land" bleiben, oder werden nach diesem oder jenem oder dem übernächsten Anschlag diejenigen Oberwasser bekommen, die "zurück" wollen in die finsteren und wirren Zeiten vor der "Weltoffenheit"? Halten wir deshalb zur semantischen Salvierung dieses immer wieder mutwillig sinnentstellten Begriffes fest: Weltoffen ist derjenige, in dessen Haus illustre und begabte und gern auch pittoreske internationale Gäste verkehren oder leben, der aber an seiner Tür für den Zweifelsfall geschultes Wachpersonal aufgestellt hat. Wer Abertausende zum Teil hochaggressive Analphabeten in sein Land lässt, ist nicht "weltoffen", sondern geistesgestört. Wer seine Wohungstür aushängt, ist keineswegs "offen", sondern bloß leidlich bekloppt.



Abendlicher 20. Dezember

Ein Asylbewerber aus Marokko plante einen Anschlag auf den Salzburger Weihnachtsmarkt (hier). – Woher nehmen manche Rechtspopulisten eigentlich die Impertinenz, dem Anschlag in Berlin vorschnell einen bestimmten Hintergrund anzudichten? Glauben sie etwa, mit einem bisschen Empirie lasse sich alles erklären?




Wiedervorlage aus aktuellem Anlass: Actum diurnum vom 15. Juli 2016

Heute morgen, nachdem ich die Nachrichten vom Anschlag in Nizza gelesen hatte, fiel ich in einen tranceartigen Minutenschlaf, in welchem mir mit seltsamer Klarheit deutsche Reaktionen auf das Lkw-Unglück träumten. Wohl wissend, dass auch Tagträume Schäume sind, veröffentliche ich sie an dieser Stelle aus selbsterzieherischen Gründen.

„Wieder hat ein Mann anderen Menschen großes Leid zugefügt. Wieder sind Frauen Opfer von Männergewalt geworden. Terror strahlt vom Mann aus, Terror ist seine authentischste Daseinsform.“
Margarete Stokowski, Spiegel online

„Alle demokratischen Parteien müssen jetzt zusammenstehen. Man darf der AfD nach solchen Vorfällen nicht das Feld überlassen.“
Heiko Maas nach dem Verlassen der Wilmersdorfer Moschee

„Der Kampf gegen die Verantwortlichen solcher Einzelfälle, dass die, die bei uns bleiben werden, damit nichts zu tun bekommen, das ist es, was mich antreibt, und ich weiß, wir schaffen das, denn wenn ich jetzt sage, dass wir das nicht schaffen, was wäre dann mit den möglich vielen Menschen im Land? Das habe ich auch meinem französischen Amtskollegen gesagt.“
Angela Merkel

„Das Auto ist die Schusswaffe der Europäer. Deutschland braucht einen Diskurs über Automobilmissbrauch.“
Georg Diez, Spiegel online

„Die einfache Frage, die seit elf Stunden niemand stellt, lautet: Mitbürger*innen, die ihr euch als französische Muslim*innen seht oder gesehen werdet – wie geht es euch nach diesem schrecklichen Anschlag?“
taz

„Experte klagt: Man kommt in Europa viel zu leicht an einen Lkw.“
Focus

„In einer Gesellschaft, in der der Anti-Islamismus und die Abgrenzung von anderen wieder hoffähig wird, da gibt es natürlich auch an den Rändern der Gesellschaft Verrückte, die sich legitimiert fühlen, dagegen mit härteren Maßnahmen vorzugehen.“
Sigmar Gabriel

„Wofür aber steht die Strandpromenade von Nizza? Für Konsum, Luxus, Protzerei. Der Anschlag richtete sich auch gegen die ungleiche Verteilung des Reichtums in der Welt, gegen den Kapitalismus.“
Jakob Augstein, Spiegel online

„Gerade solche Fälle zeigen, dass Europa zusammenhalten müsste und welchen Schaden uns der Brexit zufügt.“
Miriam Meckel, Wirtschaftswoche

„Sieben von fünf Bundesbürgern meinen, nach solchen Vorfällen müsse die AfD vom Verfassungsschutz beobachtet werden.“
Manfred Güllner, Demoskop

„Wie schützen wir den deutschen Islam vor geistig verwirrten Einzeltätern?“
Anne Will in der Ankündigung zur abendlichen Sondersendung

"Das hat mal wieder nix mit nix zu tun."
Beatrix von Storch, AfD, auf Twitter

„Verlieren wir aber angesichts des schrecklichen Vorfalls trotzdem nicht die Relationen aus dem Blick. Es gab 2015 in Frankreich 3461 Verkehrstote. Sogar das Risiko, bei einem Haushaltsunfall zu sterben, ist höher als das, bei einem Terroranschlag umzukommen, von dem man noch nicht einmal weiß, ob es überhaupt einer war.“
Heribert Prantl, Süddeutscher Beobachter

„Zur Bekämpfung der islamfeindlichen Hasskommentare im Netz, die nach solchen Einzelfällen ausbrechen, haben wir immer noch zu wenige Inoffizielle Mitarbeiter.“
Anetta Kahane, Amadeu Antonio Stiftung

„Man macht immer leicht eine Religion für solche Taten verantwortlich. Dabei kann beispielsweise auch Alkoholmissbrauch die Ursache sein, den der Koran bekanntlich verbietet.“
Ulrich Jörges, stern

„Der IS ist tot – er weiß es nur noch nicht.“
Harald Martenstein, Tagesspiegel

„Wo ist im Koran bitte von einem Lkw die Rede?“
Lamya Kaddor, Expertin

„Die Ereignisse von Nizza werden bleibende Spuren bei den deutschen Muslimen hinterlassen.“
Aiman Mazyek, Zentralrat der Juden von heute

„AfD halts Maul!“
Ralf Stegner auf Twitter

„Ein harter Schlag für die Gastronomie Nizzas.“
Der Feinschmecker

„Unter den Opfern solcher Anschläge befinden sich regelmäßig auch Homo-, Trans- und Intersexuelle, doch das herrschende homo- und transphobe Klima verhindert eine Diskussion darüber.“
queer.de

„Immer mehr Französinnen überlegen, ob sie künftig mit Burkini ins Meer steigen sollen. Wir zeigen die angesagtesten Modelle und Trends."
Elle



PS: "Es werden überall Kraftfahrer gesucht." ("Angela Merkel gibt Flüchtlingen Tipps", Die Welt vom 15. September 2016)