Fragebogen 1

Meine heutige Gemütslage: Beschwingt (Gieseking spielt gerade die Englischen Suiten).

Meine größte Schwäche: Dass ich nie zugeschlagen habe.

Meine größte Stärke: Keine Ahnung. Vermutlich das Auftreiben von Metaphern.

Mein Motto: Terroir schlägt Rebsorte.

Mein liebstes Hobby: Trinken und Rennradfahren (gleichzeitig).

Mein größtes Vorbild: Die ersten hundert Meter am Berg: Lance Armstrong.  Die folgenden zehn Kilometer bis zur Passhöhe: Seneca.

Meine erste Erinnerung: Ziegelstein auf großen Zeh. Aber ich hab ihn angehoben gekriegt!

Meine Vorstellung von Politik: Leichen im fünften Akt.

Meine Position in zehn Jahren: Missionarsstellung.

Mein Lieblingsessen in meinem Lieblingslokal: Steinbutt in der Osteria Italiana, München.

Mein Lieblingsgetränk zu meinem Lieblingslied: Quilceda Creek Cabernet Sauvignon (aus Washington State), dazu Radiohead "Karma Police".

Mein Lieblingsbuch von meinem Lieblingsautor: Merkwürdigerweise schreibt der Lieblingsautor nie das Lieblingsbuch.

Woran ich glaube: An Puccini.

Was ich nicht mag: Braune, Rote, Grüne, vor allem aber: Denunzianten.

Worüber ich gern streite: Über Pianisten.

Was ich am ehesten entschuldige: Cortots Verspieler.

Wohin ich per Zeitreise gerne düste: Letzter Bautag der Cheops-Pyramide.

Wen ich einmal kennenlernen möchte: Kant. Chesterton. Sophie Marceau.

Was ich mit eigentümlich frei verbinde: Das Ignorieren von Geßler-Hüten.

Wie ich mir Deutschland in zehn Jahren vorstelle: Fortschreitende Anatolisierung bei heftigstem Widerstand gegen "rechts". Oder umgekehrt.

 

Erschienen in: eigentümlich frei, Nr. 81, April 2008