Allerlei

Es gibt kaum ein größeres Vergnügen, als die Apokalypse anzukündigen; es ist so groß, dass man sie dafür beinahe in Kauf nehmen würde.

 

 

Die Frage, inwieweit Intelligenz erblich sei, beantwortet trefflich die Bayreuther Familie Wagner; speziell der Progress von der Niederschrift der "Meistersinger" durch den Uropa bis hin zur Inszenierung derselben durch die Urenkelin.

 

 

"Also mich hätte bei den Nazis und bei den Kommunisten vor allem der Konformitätsdruck abgestoßen", sagte er, bevor er sich bei Facebook einloggte.

 

 

Die Konstanz völkischen Denkens bei den extremen Rechten korreliert aufs Drolligste mit der Konstanz der völkischen Mentalität bei den Kämpfern "gegen rechts".

 

 

"Bildungsferne Familien" heißt ein neuer deutscher Euphemismus für die Plebs, aber "bildungsfern" ist auch jeder zweite Politikerhaushalt.

 

 

Wo die Individualität blüht, welkt die Persönlichkeit.

 

 

Lieber im Unrecht als in irgendeiner Meute.

 

 

Was für eine elende Kultur, wo die Frau hinter dem Mann zu gehen hat.

 

 


Bei Proust lernt man mehr über das Leben, als wenn man es selber lebt.

 

 

Im Dritten Reich gab es eine Liste der "Gottbegnadeten", das heißt derjenigen Geister, die das Regime für zu wertvoll hielt, als dass man ihr Leben an der Front aufs Spiel setzen wollte. Einer demokratischen Gesellschaft läge die Privilegierung von Genies, deren Existenz sie ohnehin bestreitet, wohl eher fern.

 

 

Es scheint ein Zusammenhang zu bestehen zwischen der Unfähigkeit zum Denken und dem Interesse an dessen Funktionsweise.

 


"Der lange Weg nach Westen": So stellt sich der deutsche Geschichtsprofessor inzwischen die Vorsehung vor.

 


Ausgewogenheit ist die Tugend der Lauen. Kein bedeutender Mensch urteilt ausgewogen.

 


Dem gewaltigsten Kollektivierungsprozess der bisherigen Geschichte haben Soziologen den Namen Individualisierung gegeben.

 

 


Kulturpessimismus ist keineswegs eine "politische Gefahr", wie gewisse alte bundesrepublikanische Tanten behaupten – politische Gefahr pflegt in aller Regel von Politikern auszugehen –, sondern ein dem Kotzen nicht nur physiologisch verwandter Reflex von ein paar übriggebliebenen Kultivierten. 

 

 


Selbstverständlich darf der Künstler "Gesellschaftskritik üben". Aber nur, wenn er nichts Gescheites zu tun hat. 

 


Keine Mutter glaubt an die "Gleichheit der Geschlechter", keine Ehefrau an die "Herrschaft des Mannes".

 

 


Sobald eine Person zum Abschuss freigegeben ist, wird auch die Regionalpresse mutig. 

 


Man stelle sich vor, wie die Gewaltstatistik in die Höhe schnellen würde, wenn die Frauen plötzlich den Männern körperlich überlegen wären.

 


Eines der sinnfälligsten Ergebnisse der Wiedervereinigung: Die "Aktuelle Kamera" dauert nur noch eine Viertelstunde.

 


Religiosität ist jener siebte Sinn, mit welchem der Mensch seine Winzigkeit und Verlorenheit wahrnimmt. Sie wird alle Götter überleben.

 


Wenn sie ihrer Gender-Idee wirklich Glauben schenkten, wenn sie also tatsächlich meinten, dass alle Geschlechtsunterschiede sozial konstruiert und folglich auf sozialem Wege abzuschaffen seien, dann würden unsere MainstreamerInnen neun Zehntel ihrer Energie in die Lösung eines einzigen Problems stecken müssen: Wie verhindern wir, dass Männer im Schnitt fünf bis sechs Jahre eher sterben als Frauen?

 


Auch der phantasielose Mensch hat gemeinhin sehr phantasievolle Vorstellungen vom Glück der anderen.

 


Gott ist eine Metapher, gewiss, aber wir wissen nicht, wofür.

 


Es gibt kein "moderneres" Werk als die "Kunst der Fuge". Es gibt auch kein älteres.

 


Je mehr Zeit und Interesse jemand in ein Kunstwerk investiert, desto mehr erhält er zurück. Sollte dieser Satz nicht zutreffen, handelt es sich vermutlich gar nicht um ein Kunstwerk.

 


Da bin ich aber altgierig!

 

 

Ein wirklicher Moralist wird erst, wem das Leben die philanthropischen Zähne gezogen hat.

 


Indem er die Untat schlichtweg bestreitet, bewegt sich der Holocaust-Leugner immer noch im Kraftfeld der traditionellen Moral. Die trostlosen Figuren mit ihren "Bomber Harris, do it again!"-Plakaten haben sie hinter sich gelassen und unmittelbar zu den Nazis aufgeschlossen.

 


Wie lächerlich, aus bloßer Parteidisziplin auch gegen den fähigen Kandidaten des Gegners zu stimmen.


Man kann mit dem Wort Auschwitz im Kontext Bundesrepublik keinen wirklich sinnvollen Satz bilden: Es kommt entweder eine Trivialität oder eine Obszönität heraus.

 

 


Der bekennende Atheist: Ich brauche keine Gott!, trötet der Denkwurm ins All; da wird es aber beeindruckt sein, das All. 

 

 


Eine meiner (zugegeben wenigen) Überzeugungen besteht darin, dass eine Seite Friedell mehr historischen Sinn enthält als zehn Bände sogenannter "historischer Diskursanalysen".

 

 

Die "taz" fordert einen Holocaust-Gedenktag. Aber wir haben doch schon 365.

 

 

Ein Thema ausdiskutieren ist plebejisch. Ein Mensch mit Geschmack wechselt es rechtzeitig.

 

 


Sie haben jedenfalls ihre Lehrstühle aus der Geschichte gezogen.

 

 


Das Niedersinken am Kreuz, welches Nietzsche an Wagner so verzweifelt rügte, jenes unter die Fittiche Christi schlüpfen, sich nicht mehr allein dem Gegenwind aussetzen, endlich zur Gemeinde gehören, hat viel gemein mit dem Nachgeben gegenüber dem Druck des aktuellen Zeitgeistes. Warum nicht das Knie beugen und das Mantra mitmurmeln: Alle Menschen sind gleich, es gibt keine Plebs, Genie ist ein Mythos, keine Kultur ist der anderen überlegen, die Demokratie ist das Endziel der Geschichte, der Holocaust kann mit keinem anderen Verbrechen verglichen werden, der Kommunismus war wenigstens gut gemeint, der Geschlechtsunterschied ist ein soziales Konstrukt, Gewalt löst keine Probleme, Verbrechen haben ausschließlich soziale Ursachen, die Klassiker waren Rassisten, Sexisten, Nationalisten und „Wegbereiter“ und die deutsche Geschichte bis 1945 ein Irrweg...

 


"Ich weiß, es ist nicht politisch korrekt, das zu sagen..." - so  redet der geistig Kolonisierte. Wer die Unfreiheit beklagt, verbreitet sie nolens volens. Wer die Politische Korrektheit auch nur erwähnt, ist schon ihr Komplize. 
 

 

Sie bekämpfen den Führer mit einer Inbrunst, als wenn er es noch persönlich angeordnet hätte.

 

 

Nachdem sie den Mann verteufelt, geschwächt und entnervt hat, wird die westliche Frau wohl noch hinreichend Gelegenheit für die Feststellung bekommen, dass sie auch keinen Verteidiger mehr besitzt.

 

 

Dass der Holocaust das schlimmste aller Verbrechen sei, ist, soweit ich's übersehe, der letzte von einer großen Zahl moderner Menschen akzeptierte anti-egalitäre Gedanke. 

 

 

 

Ob man Linker oder Rechter, Kommunist, Liberaler oder Monarchist wird, entscheidet der biographische Zufall. Ob man zu den "Barabbas!"-Schreiern gehört, entscheidet der Charakter.

 

 

Der Habermas'sche Diskurs ist eine Art öffentliches Dessert; der Hauptgang wurde bereits hinter den verschlossenen Türen der Vorverständigung verspeist.

 

 

Eben weil der Mensch nicht unsterblich ist, sollte er vor allem die Unsterblichen lesen.

 

 

Der Weg zum Kunstgeschmack führt über die Einsicht in die Zweitrangigkeit subjektiven Empfindens.

 

 

Ein Arzt, der erklärt, seine Therapie wirke aus diesen und jenen Gründen, verdient nicht mehr Vertrauen als sein Kollege, der versichert, seine Behandlung wirke erfahrungsgemäß, er habe aber keine Ahnung, warum.

 

 

Der Eintritt ins nachkulturelle Zeitalter ist vollzogen, wenn sich die Luxusvorstellungen eines Staatschefs von denen eines Rappers nicht mehr unterscheiden.

 

 

Die Evolutionsbiologie mag als empirische Wissenschaft Beeindruckendes geleistet haben, intellektuell wird sie wohl immer hinter der Theologie zurückbleiben. Denn während die Gotteskunde Delikatessen wie die Theodizee zu fabrizieren imstande war, muss sich die Evolutionslehre auch in der Frage, warum es das Böse gibt, mit ihrer simplen Dauerauskunft bescheiden: Es hat sich halt durchgesetzt.

 

 

Gemeinhin fühlt sich der Autor nach der Lektüre einer Rezension beschmutzt.

 

 

Wer kommuniziert, hat nichts zu sagen.

 

 

"Multitaskingfähigkeit" ist ein mentaler Schnuller für diejenigen, die zu fahrig sind, eine Gleichung dritten Grades zu lösen oder dem Gedankengang eines Philosophen zu folgen.

 

 

Wir gehören zur Religionsgemeinschaft der Sieben-Tags-Mülltrenner.

 

 

Man muss mit der Zeit gehen, das heißt übersetzt: Ich habe nichts anzubieten. Wenn einmal jeder mit der Zeit ginge, würde sich keiner mehr von der Stelle bewegen.

 

 

"Er war der festen Überzeugung, dass..."– "Oh, das tut mir leid. Geht es ihm wieder besser?"

 

 
Irgendwann ist der Zeitpunkt erreicht, wo einen der Gedanke befällt, bis hierher so viel Falsches und Peinliches getan, so viel Unsinn geredet, so viel Entscheidendes versäumt zu haben, dass es in diesem einen Leben nie mehr wettzumachen ist. Wenn man dann versucht, es dennoch wettzumachen, beginnt der interessantere Teil desselben.

 

 

Fast alle, die mit dem Verfassen von  Texten ihr Geld verdienen, können besser reden als schreiben. Mit Ausnahme jener paar Leute, die schreiben können.

 

 

"Wer immer strebend sich bemüht", heißt es göttlicherseits im Faust, "den können wir erlösen." Und wenn auch nur von seinen Bemühungen.

 

 

"Teamwork", das ist die Volksgemeinschaft in Modulform.

 

 

Vermutlich besteht die einzige Möglichkeit, heutzutage Distinktion zu zeigen, im völligen Verzicht auf Sex.

 

 

Wer die Reaktion eines Sklaven studieren möchte, frage einen festangestellten deutschen Historiker coram publico, zu welchem Zweck Stalin im Sommer 1941 die größte Armee aller Zeiten an der deutsch-sowjetischen Grenze hat aufmarschieren lassen.

 

 

Wenn eines fernen Tages die Menschheit ausgestorben sein wird, hat die Evolutionstheorie bestimmt eine plausible Erklärung dafür. Nur ist die dann leider ebenfalls ausgestorben.

 

 

Sie lese nur noch Bücher, aus deren Lektüre sie gestärkt hervorgehe, alle anderen – Problemliteratur, Psychologisiererei, Weltbeschimpfung –  lege sie schnell weg, erklärt eine Freundin. Eine schöne Einstellung.

 

 

Der vollendete Ausdruck einer vitalen Demokratie ist eine Schlägerei im Parlament.

 

 

Das menschliche Gehirn hätte sich ohne die biologische Zweiheit der Geschlechter niemals so weit entwickelt, dass es sogar Theorien wie jene ersinnen konnte, diese Zweiheit sei ein "soziales Konstrukt".

 

 

Der Kritiker, der ein 1000-Seiten-Werk rezensiert, lobt oder beklagt immer sein Gesäß mit.

 

 

Dass einer ein Relativierer und also böse sei, lautet ein Lieblingsvorwurf derer, die sich durchs Verabsolutieren Pöstchen und Häuschen ergaunert haben.

  

 

Warum sollte ich ihn mit Geringschätzung behandeln? Er ist doch nichts Besonderes.

 

 
Der Professor war an seiner Theorie erblindet.

 

 

Wenn vor 25 Jahren eine "Salome" gegeben wurde, dachte man mit Grausen an den Striptease der Titelfigur und freute sich auf ihren Gesang. Heute verhält es sich meistens umgekehrt.

 

 

Der junge Historiker hatte in Deutschland Neuere Geschichte und Hektorschleiferei studiert.

 

 

Durch ein Kreuz bei den Grünen verwandelt sich für viele der Wahlschein in einen Ablasszettel.

 

 

Es ist eine seltsame Idee, dass Kunststile gleichsam organisch auseinander wachsen und einander ablösen. In der Regel wechseln bloß Moden, und die Stile sind schon lange da.  Hieronymus Bosch etwa war surrealistischer als der gesamte Surrealismus, der Malstil des späten Frans Hals ist purer Impressionismus (nur besser),  und eine beliebige Pietá aus dem 14. Jahrhundert wirft die Frage auf, was am Expressionismus eigentlich neu gewesen ist.

 

 

Es gibt Leute, die verzeihen einem das Talent nie.

 

 
"Beautiful females work less", heißt es in einer Studie. Mit anderen Worten: Väter in Elternzeit haben selten Frauen, auf die andere Männer scharf sind.

 

 

Um die Diktatur einer Partei für die Zukunft auszuschließen, wurde in der Bundesrepublik die Mehrparteiendiktatur eingeführt.

 

 

Vielleicht besteht ein geheimnisvoller Zusammenhang zwischen dem Niedergang der Künste und der Entwicklung der Schmerzmittel.

 

 

Sogar unter den Pianisten siegt die moderne Mentalität: Es gab wohl nie zuvor so viele erstklassige Virtuosen und so wenige Charaktere.

 

 

Unter den Mitgliedern der Gleichheitspartei brach ein erbitterter Streit aus, wer der Anführer sein darf.

 

 
Einer populären Erklärung zufolge haben viele große Künstler zeitlebens wenig Anerkennung erfahren, weil sie ihrer Zeit voraus gewesen seien. Tatsächlich wird es sich meist wohl so verhalten haben, dass der Neid der üblicherweise dominierenden Mittelmäßigen jene Bewunderung verhinderte, die sich post mortem dann desto reichlicher zollen ließ, weil man Tote nicht mehr beneiden muss.

 

 
"Wir waren Nazis", sagte eine alte Frau zu mir, "weil Hitler uns Arbeit gegeben hat." - "Das ist heute noch so", erklärte ich ihr, "nur sind die Leute inzwischen Antinazis."

 

 

Tag für Tag begibt sich der Linksintellektuelle auf die Suche nach den sozialen Ursachen des Schicksals.

 

 

Mutter Natur ist eine veritable Kindsmörderin.

 

 

Der Populist personifiziert das Misstrauen des Demokraten gegenüber der Demokratie.

 

 

Der Alptraum des Sozialpolitikers: ein Volk von selbständig Beschäftigten. (Aber dann würde er die Sozialfälle eben importieren.)

 

 

Der Feminismus müsste eigentlich Maskulismus heißen.

 

 

Man kann nicht oft genug darauf hinweisen, dass der Präger des Begriffes Gender ein Arzt war, der eine operative Geschlechtsumwandlung an einem Jungen vonahm und diesen damit schließlich in den Selbstmord trieb.

 

 

Zu den Basalmythen der Demokratie gehört, dass es sie gibt.

 

 

Ein Börsenexperte, der sein Geld damit verdient, als Börsenexperte aufzutreten, wirkt nicht sehr glaubwürdig.

 

 

Die Klage über schlechte Manieren ist bereits ein Bestandteil derselben.

 

 

Der späte Hitler war so inbrünstig antigermanisch, so rasend an der Vernichtung deutschen Lebens interessiert, dass unsere derzeitigen Antideutschen noch viel von ihm lernen können.

 

 

Der Mann grämt sich, dass er seiner Geliebten nicht jeden körperlichen Schmerz abnehmen kann, möglichst noch den des Gebärens. Der Frau sind solche Erwägungen völlig fremd.

 

 

Das Praktische an der Nötigung, sich an die Verbrechen der Nationalsozialisten zu erinnern, ist die per se herausgehobenen Position derer, die dazu auffordern. Man sollte sie also, sofern es sich nicht um tatsächliche Opfer des NS-Terrors handelt (wobei die in der Regel zu gar nichts auffordern), stets danach fragen, welche Legitimation sie besitzen und was ihnen ihr Tun moralisch und/oder finanziell einbringt.

 

 

Die Einlassungen eines Nichtkatholiken über die Moralauffassungen des Papstes sind ungefähr so bedeutend als wenn sich der Papst über die Trainingsmethoden des AC Mailand äußerte.

 

 

Die Aussage, dass man mit dem Hinweis auf die Verbrechen Hitlers jene Stalins verharmlose oder relativiere, hat man merkwürdigerweise noch nicht gehört.

 

 

Die korrekte Anrede einer gewissen Bundesverdienstkreuzträgerin lautet: Fräulein Alice Schwarzer.

 
 

Es ist bezeichnend für den herrschenden Egalitarismus, dass sogar gebildete Leute die Formulierung benutzen, bei der alten katholischen Messe kehre der Priester der Gemeinde den Rücken zu. Tatsächlich wendet er sich zu Gott.

 

 

Das landsknechtsnahe Verhalten der männlichen Darsteller in gewissen harten Pornos sei eine Reaktion auf die weibliche Emanzipation und gelte stellvertretend der starken Frau, meinen Feministinnen. Womöglich handelt es sich aber bloß um eine Reaktion auf das Verschwinden der Dame.

 

 

Es ist kaum mehr vorstellbar, aber die meiste Zeit haben die Menschen ohne politische Rhetorik gelebt; sie ist einfach aufgekommen wie der Straßenlärm, und mit ihr die Ansicht, dass erst ihre Politisierung die Dinge ins rechte Licht rücke.

 

 

Was Wikipedia von einem alten Konversationslexikon unterscheidet, ist die traurige Gewissheit, dass man dort nie auf einen elegant formulierten Satz stoßen wird. 

 

 

Um einen Menschen kennenzulernen, muss man ihn nur fragen, wen oder was er bewundert. 

 

 
Wer sich um die Rettung der Welt oder das Geschick der Menschheit sorgt, hat selten noch Zeit für seine Nächsten.

 

 

Bodentruppen und Luftwaffe sind gute Argumente zur Durchsetzung demokratischer Verhältnisse in störrischen Staaten, aber sie sind nichts verglichen mit sexueller Freizügigkeit und Pornographie.

 

 

In Diktaturen wird die Presse zensiert. In Demokratien zensiert sie gern selber.

 
 

"Das Weib schweige in der Gemeinde" – man muss sich, beim frühchristlichen Frauenüberschuss, diesen Paulus-Satz nicht als herrische Anweisung, sondern als genervten Seufzer vorstellen.

 

 

Was anscheinend kein deutscher Politiker kann: eine mitreißende Rede halten, sich elegant kleiden, einen literarisch wertvollen Absatz schreiben, eine Affäre mit einem Star beginnen, ohne den Beifall irgendeiner Menge Befehle erteilen.

 

 

Lob ist nicht nur deswegen schwer erträglich, weil der Lobende sich, wie Goethe anmerkt, dem Gelobten gleichzustellen versucht, sondern weil er obendrein noch eine gewisse Dankbarkeit einfordert (die Verbeugung vor dem Publikum hat immer etwas Demütigendes). Dagegen irritieren der Tadel oder die Kritik wenig, denn sie bedeuten keinerlei Verbindlichkeit, und dass ihn irgendwer nicht mag, ist einem Menschen von Geschmack oft sogar angenehm.

 

 

Verglichen mit der These vom deutschen Sonderweg und dessen glücklichem Ende im Westen nimmt sich der marxistische Geschichtsdeterminismus richtiggehend geistreich aus.

 

 

Emanzipation nach unten: Gleiche Rechte! Emanzipation nach oben: Gleiche Pflichten!

 

 

Wie kolossal muss der Beginn des "Weihnachtsoratoriums" auf den zeitgenössischen Christen gewirkt haben, wo man schon als ungläubiger Gegenwartsmensch so viel Glanz kaum aushält.

 

 

Der moderne demokratische Typus setzt sich in Windeseile durch. Bereits ein Winston Churchill würde unter seinen heutigen Kollegen wie ein Dinosaurier wirken.

 

 

Ungefähr jedes zweite hierzulande erscheinende Geschichtsbuch ist von einem Menschen verfasst, der die historischen Akteure nicht verstehen, sondern sich ihnen überlegen fühlen will. 

 

 
Schülern Geschichtsdenken beizubringen, würde zum Beispiel bedeuten, sie mit der Frage zu konfrontieren, was den Faschismus/Nationalsozialismus bedingt, verursacht und in einem gewissen Sinn gerechtfertigt hat. Da diese Frage aber tabu ist, lernen die Jugendlichen Mythen.

 

 

Eine Gesellschaft, die an der Spitze ihrer Werteordnung die soziale Frage, den Antifaschismus, den Kampf "gegen rechts", die Nivellierung der Bildungseliten und die Emanzipation jeder sogenannten Minderheit stellt, kann schwerlich anders als links genannt werden. Die Wirtschaftsverhältnisse sind kein Gegenargument - der Kapitalismus hat sich einfach als die beste Melkkuh erwiesen.

 

 

Eines muss man den Antisemiten lassen: Nie hat einer von ihnen den Juden Intelligenz abgesprochen.

 

 
Die Parteien sind angeblich besorgt über die um sich greifende Politikverdrossenheit. Aber dieser Verdrossenheit verdanken sie ihre Existenz.

 

 
Es fragt sich, warum man in seinem Ekel Unterschiede machen soll zwischen einem NPD-Aufmarsch und einem Rap-Video, zumal der Rapper womöglich nur der Vorbote der ethnischen Sturmabteilungen von morgen ist.

 

 
Nichts kleidet den Menschen besser als eine Uniform (die Narrenkleider der Bundeswehr einmal ausgenommen).  Es waren ästhetisch glückliche Zeiten, als Militär das Straßenbild verschönerte.

 

 

Die schlimmsten Zerstörungen finden derzeit im Satzbau statt.

 

 

Erstaunlich, wie der Mensch an Grazie und Würde verliert, sobald er in der Gruppe aufgeht. Ein einzelner Penner wirkt geradezu prätentiös neben einer Schar Professoren. Ein Dutzend Frauen, jede für sich allein anbetungswürdig, ergeben zusammen eine Schar schnatternder Gänse. Nur Rituale und Drill machen die Gruppe ästhetisch erträglich.

 

 

Lesen ist wesentlich Wiederlesen.  Ein Mensch, der tausend Bücher gelesen hat, aber jedes nur einmal, hat im Grunde überhaupt nicht oder nur Unbedeutendes gelesen. Ein Autor, dessen Bücher niemand mindestens zweimal in seinem Leben aufschlagen will, ist ein unbedeutender Autor.

 

 
Selbstverständlich ist der Holocaust "singulär".  Selbstverständlich ist er nicht "unvergleichlich".

 

 

Nichts bringt eine Frau stärker in Wallung als das glaubhaft vorgetragene Geständnis, man sei rettungslos in eine andere verliebt.

 

 

Obwohl vielerorts Gangs "mit Migrationshintergrund" die Straßen und Schulhöfe beherrschen, reißt die notorisch einseitige Klage über ausländerfeindliche Gewalt  nicht ab.  Sie wird wohl erst verstummen, wenn sich die Bandenchefs durch solche Vergewaltigungsphantasien von Impotenten in ihrer Ehre gekränkt fühlen.

 

  

Die wirkliche Feigheit beginnt erst ab einem gewissen Alter.

 

 

Nur wer die kulturellen Massive der aristokratischen Gesellschaften nicht kennt, kann sich in den Steppen der demokratischen Massenkultur sehnsuchtsfrei wohlfühlen.

 

 

Alles, was einem Motivationsberater, Verhaltenstrainer und ähnliche Spezialisten andienen, hat jedermann schon, nur unendlich klarer, von seiner Großmutter gehört.

 

 

Seit jeher hat das Patriarchat den größten Teil seiner Energien der Unterdrückung von Männern gewidmet.

 

 

Wenn die Hochschulen und Unternehmen mit Mastern vollgestopft sind,  wird man händeringend nach Magistern zu suchen beginnen, wie nach frischer Luft.

 

 

"Der Herr hat's gegeben, der Herr hat's genommen", dieser Satz entspricht möglicherweise nicht den Tatsachen. Aber weiß irgendwer einen besseren?

 

 

Die Idee des Fortschritts rührt weniger aus dem Studium der menschlichen Geschichte als  vielmehr aus der Eitelkeit der jeweils gerade lebenden Generation.

 

 

Es ist merkwürdig: Ich muss nur drei Minuten einem Hirnforscher zuhören, um sofort an, sagen wir mal, die Göttlichkeit von Ramakrishna zu glauben, aber wenn ich drei Lehrsätze von Ramakrishna lese, bin ich plötzlich von der Triftigkeit der Hirnforschung überzeugt.

 

 

Letztlich bedeutet Gleichstellungsfeminismus, dass sich Frauen und Männer um die Plätze in den Rettungsbooten prügeln.

 

 

Wenn ein Linker einen Rechten öffentlich verbal angreift und der Rechte zufälligerweise einen Verteidiger findet, melden die Medien, der Linke sei attackiert worden.

 

 

Literaturkritik: Die  Mistel benotet den Baum.

 

 
Wenn sie für ihre persönliche Diskriminierung nun wirklich keinerlei Beleg mehr finden kann, fühlt sich die Feministin eben stellvertretend in Afrika oder in der Antike unterdrückt.

 

 
In Berlin gibt es inzwischen ein Denkmal für Ernst Röhm (Homosexuelle, die während der Naziherrschaft ermordet wurden).

 

 

In Gottesstaaten gilt die Bezeichnung "revisionistischer Historiker" als anrüchig.

 

 

In der Ehe stellt der Mensch normalerweise fest, dass er auf der Suche nach Indien war und Amerika gefunden hat.

 

 
Hätte Karthago den dritten punischen Krieg überlebt, wäre die "Theorie des kommunikativen Handelns" vermutlich schon damals entstanden.

 

 

"Wenn Richard Wagner heute leben würde, er wäre eine Mischung aus Bill Gates, Steven Spielberg und Abramovitsch", schwafelte unlängst im TV Sir Peter Jonas. Darf man daraus auch folgern, dass Gates, Spielberg und Abramovitsch, wenn sie vor 150 Jahren gelebt hätten, gemeinsam Richard Wagner geworden wären?

 

 
Wer einen Hirnforscher totschlägt, tut nicht wissentlich Unrechtes und darf auf Nachsicht zumindest von dessen Kollegen hoffen, denn das Gehirn entscheidet, wie die Hirnforschung lehrt, ja ohne Beteiligung des Bewusstseins.

 

 
Unter dem Feldzeichen des Feminismus marschiert eine Armee, die noch nie auf einen Gegner getroffen ist. Soll man es ihr wünschen?

 

 
Nicht wählen zu gehen ist angesichts dessen, was zur Wahl steht, weniger eine politische Entscheidung als ein ästhetischer Imperativ.

  

 

Der gute Wille als Aggressionsform ist das zentrale gruppenpsychologische Symptom der gegenwärtigen westlichen Gesellschaften.

 

 

Fast alle von Journalisten verursachten Probleme würden durch die Wiedereinführung des Duells im Handumdrehen verschwinden.

 

 

Die sexuelle Ausbeutung der Frau hat zur Voraussetzung die sexuelle Ausbeutbarkeit von Männern.

 

 
So gewiss der durchschnittliche Akademiker dem durchschnittlichen Nichtakademiker intellektuell überlegen ist, so sicher stammen doch die allerdämlichsten Ideen stets aus den Köpfen von Studierten.

 

 
Die den Applaus genießen, sind ihn nicht wert.

 

 

Der Aufgeklärte stirbt verzweifelter.

 

 

Die sogenannte deutsche Vergangenheitsbewältigung ist zu erheblichen Teilen nichts weiter als ein seelisches Wellnessprogramm für ihre Betreiber.

 

 

Mitunter noch stupider als der Antisemitismus ist die Antisemitismusforschung.

 

 

Die Juden sind die einzigen, die über ihren Gott Witze machen können, ohne gleich ganz von ihm abzufallen.

 

 

"Die Sinne trügen nicht,  der Verstand trügt", sagt Goethe. Mit anderen Worten: Ein Mensch, der ein Kunstwerk auschließlich nach sinnlichen Kriterien beurteilt, wird niemals einen solchen Quatsch reden können wie einer, der ausschließlich seinem Intellekt folgt.

 

 

Tacitus zufolge waren die Germanen stolz, kriegerisch, faul, freiheitsliebend, großzügig und exzessiv gastfreundlich. Wir können also nicht von ihnen abstammen.

 

 
Wenn sich alle einig sind, wird immer einer geschlachtet. Damit sich alle einig sein können, muss immer einer geschlachtet werden. Man sollte nur erkennen, dass es vollkommen egal ist (und bloß der gerade herrschenden Gesinnungsmode entspricht), wen es unter welchem Vorwand trifft.  

 

 

Die Verwissenschaftlichung religiöser Inhalte schreitet fort: Nachdem die Evolutionsbiologie die Erbsünde bestätigt hat, spricht die Hirnforschung den Menschen von der Schuld los. Man muss nur glauben können.

 

 
Wenn sie auf Treue verzichtete, würde er sie ihr schwören.

 

 

Religiöse Zeitrechnung: nach Christus. Säkularreligiöse Zeitrechnung: nach der Großen Oktoberrevolution. Zivilreligiöse Zeitrechnung: nach Auschwitz.

 

 

Wer die Naturwissenschaften nicht kennt, kann leicht  Atheist sein.

 

 
Mit einer gewissen Vorfreude erwartet man den Tag, an welchem unsere Schwulen, Lesben und Feministinnen zum Endkampf gegen die muslimischen Machos antreten.

 

 

Ein Staat, der die Verleugung irgendeines historischen Ereignisses unter Strafe stellt, nimmt den Zweifel an diesem Ereignis offiziell in seine Gesetzgebung auf.



Hitler unser, der du bist im Orkus, verfluchet werde dein Name, dein Reich vergehe, dein Wille sterbe, wie im Print so im Fernsehn. Unser tägliches Brot gib uns heute, und erhalt uns unsere Schuld...

 


Seit ihre Hervorbringung keine mehr erfordert, nennt man die Kunstwerke „Arbeiten“.

 

 

Die ganze Tragikomik der Emanzipation offenbart sich, wenn man sieht, was die emanzipierte Frau anstelle von Kindern so zur Welt bringt: vom Handyklingelton bis zur soziologischen Studie über das Nichtvorhandensein von  Geschlechtsunterschieden.



Buchmessen sind der Ort, wo die Autoren auf den Strich gehen.



Konservativ sein bedeutet keineswegs, am Althergebrachten zu hängen, sondern sich die permanenten Kulissenwechsel nicht als das Stück selber aufschwatzen zu lassen.



Je mehr Linksparteiler in den Parlamenten sitzen, desto mehr wird der „Kampf gegen rechts“ an Dringlichkeit gewinnen.

 

 

Zuerst musste man jahrzehntelang darauf warten, dass die Nazis austerben, nunmehr darauf, dass es endlich ihre vermeintlichen Bewältiger dahinrafft.

 

 

"Beifall von der falschen Seite"? Jede Seite ist die falsche.

 

 
Der Rechte mag genauso einseitig und vernagelt sein wie der Linke – da ihm das Vortragen seiner Ansichten keinerlei Sozialprestige einträgt, ist er wenigstens nicht so verlogen.

 

 

Die größte Sorge des Gegenwarts-Intellektuellen ist die, man könne ihn für altmodisch und irgendwie gestrig halten. Das mag auch der Grund sein, warum die moderne Kunst quasi unkritisierbar ist.

 

 
Wozu eigentlich klonen? Es gibt doch Bachelor-Studiengänge.

 

 

Dieses: Das waren schließlich auch nur Menschen, das die zeitgenössische Biografik den Klassikern angepappt hat, ist unvollständig ohne den Zusatz: Desto erstaunlicher!

 


"Man hat sich hierzulande leider daran gewöhnt, dass jüdische Einrichtungen ausschauen müssen wie Festungen", schreibt der SZ-Primärmeiner Heribert Prantl. Dass er mit seinen Leitartikeln zur Einwanderung zahlloser Antisemiten jahrelang hilfreich beitrug, verschweigt er.




Der junge Linke schleudert seinen ersten Faschismus-Vorwurf mit jener kraftmeierischen Selbstberauschtheit gegen irgendwen, mit welcher er als Knabe zum erstenmal coram publico „Fotze“ sagte.




Gibt es etwas Obszöneres als einen Politiker, der sich selber wählt?



Sich unter Gleichmeinenden immer etwas unwohl zu fühlen, unterscheidet den gebildeten Menschen vom vulgären.



Von den meisten Leuten, die so engagiert "Gesicht zeigen gegen rechts", würde man nicht einmal die Nasenspitze sehen, wenn sie Nachteile davon hätten.



Wenn ihm öffentlich widersprochen wird, erklärt der Linke sofort, ein Rechtsruck habe stattgefunden.




Moderne Malerei ist jener Wandbehang, dem das häppchenverdrückende und plaudernde Publikum bei Vernissagen seinen Rücken zukehrt.




Dass "jeder Mann ein potentieller Vergewaltiger" sei, gehört zum feministischen Kanon. Merkwürdigerweise kann man Feministinnen zugleich bis zum Äußersten reizen mit der These, dass die Vergewaltigung als Fortpflanzungsoption evolutionär verankert ist.




Eine Frau, die sich morgens zurechtmacht, tut mehr für die Kultur ihres Landes als deren sämtliche Funktionäre.




"Fantasy" ist die Zukunft der Vergangenheit.




Zum finalen Mitschreiben: Dieses Land ruckt schon seines Mangels an Vitalität wegen nirgendwohin, schon gar nicht nach rechts (auch wenn es den Überbringern solcher Botschaften nach wie vor Honorare zahlt), sondern allenfalls gen ultimo; von diesem rapide vergreisenden, vergangenheitsbesessenen, durchpazifizierten, duldungsstarren, sich nicht mögenden und sich gern hinter anderen versteckenden, keine Kinder haben wollenden, seine kulturellen Restbestände und seine Sprache drangebenden Volk geht keinerlei Gefahr mehr für sonstwen aus – außer für sich selbst.



Heideggers "Technikkritik"? Heidegger kritisiert nicht. Er sagt.



In den letzten fünfzig Jahren sind Frauen doch wirklich so zunehmend ausgiebig und mit wachsendem Talent geleckt worden, dass unsere Feministinnen allmählich, statt dauernd vom penizentrischen Sexismus zu schwallen, vom Jahrhundert der Klitoris salbungsvoll zu künden anheben sollten.




In der Ablehnung des Schleiers sind sich der Pornograph und die Feministin abwechslungshalber mal einig.




Der amusische Mensch, ein mehrheitsfähiger tragischer Fall, interessiert sich dafür, was auf einem Bild dargestellt wurde, aber nicht, wie es gemalt ist. Desgleichen interessiert ihn vor allem, was ein Roman erzählt, aber nicht, wie er geschrieben ist. Ihm schmecken alle Gerichte gleich, wenn sie nur Fleisch enthalten.




In der Musik lief es nicht anders als in der restlichen Gesellschaft: Kaum hatte sich die Dissonanz emanzipiert, wollte sie auch schon herrschen.



Es gibt eine sehr dumme Weise, an den Einfluss der Sterne auf das Leben der Menschen zu glauben. Es gibt aber auch eine sehr dumme Weise, nicht daran zu glauben.



Der Dritte Weltkrieg findet zwischen den Sprachen statt.



Unter Alt-68ern ist der selbstironische Blick auf die eigene Existenz ungefähr so verbreitet wie unter afghanischen Clan-Chefs.

 

Die Exkommunikation Ernst Noltes war der Sündenfall der bundesrepublikanischen Historiographie. Niemals hätten ehrbare Historiker es zulassen dürfen, dass ein hochgescheites und angesehenes Mitglied ihrer Gilde wegen der Lächerlichkeit einer abweichenden Meinung von journalistischen Krethi und politischen Plethi auf ihrem eigenen Terrain geschmäht und für indiskutabel erklärt wird.  

 


Kein existentieller Trübsinn, der nicht von einer veritablen Katastrophe im Handumdrehen geheilt würde.



Einverstanden, Pamela Anderson besitzt bzw. besaß eines der Cum-shot-würdigsten planetarischen Frauenantlitze, an dieser Kombination aus Drecksmäulchen und Gossenblick hat ein priapischer Gott lange gedengelt und gedrechselt  – aber wer sie wegen ihrer nur noch Titten zu nennenden Pneus, nein: Pneus zu nennenden Titten euphemistisch gesprochen: mag, der hat, wie überhaupt jeder, der an solchen Plastikballons sich aufzugeilen imstande (sic!) ist, doch schwer einen an der Waffel, der tickt doch nicht richtig, der schiebt doch morgen auch mit Schaufensterpuppen ab, der ist doch ein Evolutions-Irrläufer...



Im Mindestfall illustriert ein Aphorismus, dass über das Thema nachzudenken Anstrengung gekostet hätte.



Nach dem Verklingen des Schlusstaktes der Matthäus-Passion stelle ich mir immer vor, wie Bach sich zu Gott umdreht mit den Worten: "So, und jetzt du."



Der amerikanische Physiologe Benjamin Libet will experimentell festgestellt haben, dass sich bei Probanden vor dem Entschluss, einen Finger oder die ganze Hand zu bewegen, im Gehirn bereits ein "Bereitschaftspotential" aufbaute. Daraus schloss er, das Gehirn habe entschieden, bevor das Bewusstsein davon etwas ahnte, folglich existiere kein freier Wille.
Freuen wir uns, erstens, dass Michelangelos Gehirn unwillentlich ein Bereitschaftspotential zur Ausmalung der Sixtinischen Kapelle aufgebaut hat, bis sein Bewusstsein die Detailfragen entschied.
Wundern wir uns, zweitens, dass in Hitlers Hirn das Bereitschaftspotential zum Selbstmord erst dann entstand, als die Russen seinen Bunker so gut wie erreicht hatten.



Die sexuelle Befreiung hat unter anderem dazu geführt, dass der westliche Mensch nun vollends zum Sklaven seiner sexuellen Gelüste geworden ist.



Gesinnungen sind biographisch bedingt und fast immer tolerierbar. Unverzeihlich bleibt allein die Denunziation.



Wir wollen nur mitdiskutieren, sagen die Linken, wenn sie an die Macht wollen. Mit Rechten diskutieren wir nicht, sagen sie, wenn sie an der Macht sind.



Die Abschaffung der Todesstrafe gestattet dem Lustmörder, ein Leben lang die erlebte Lust am Mord weiterzuempfinden. Bis er stirbt, wird die Qual des Opfers in der Welt sein. Nur die kalte Rache löscht die Tat aus.



Vielen technischen Neuerungen des 20. Jahrhunderts muss man nur ihre amerikanische Larve vom Gesicht ziehen, um auf ein deutsches Patent zu stoßen.



Um den Unterschied zwischen Ethik und Moral, der heute vergessen scheint, zu verdeutlichen: Ethisch ist die Verurteilung sämtlicher Kriegsverbrechen, die Moral kennt nur jene der Besiegten.

 

 

Die ungläubig staunende Miene des Joschka Fischer, als er zum erstenmal auf dem Sessel des Vizekanzlers und Außenministers Platz genommen hatte, sprach sehr deutlich seine Gedanken aus: Sie haben doch tatsächlich einen wie mich hierher gesetzt. Ich darf ein Volk international repräsentieren, das ich zu erheblichen Teilen verachte und von dem mich nicht einmal jeder zwanzigste gewählt hat.

 

 

Alle unsere Theorien sind bestens geeignet zum Training des Gehirns, aber völlig irrelevant für die Beschreibung höherer Wahrheiten.
Ob wir das Rätsel nun Gott nennen oder Evolution, ob wir nun theologischen oder empiristisch-spekulativen Scharfsinn in seine Deutung investieren, wir besitzen nicht die geringste Ahnung davon, warum sich alles vollzieht und welche Rolle wir dabei spielen.



Das einsame Kind Menschheit wartet in der finsteren Nacht des Universums darauf, dass die Eltern heimkommen.



Das grüne Unkraut wächst gut auf dem braunen Humus.



Wenn man die demokratischen Öffentlichkeitsarbeiter bei ihrer vom guten Gewissen befeuerten, völlig außer Rand und Band geratenen Hatz auf vermeintliche Rechtsabweichler vom Schlage der Mölle-, Hoh- oder Hermann beobachtet, dämmert düster die Frage heran: Ob ihnen eines Tages der pure Rufmord nicht mehr genügt?



Es gibt nur zwei Völker, denen Hitler explizit den Tod gewünscht hat: die Juden, und die Deutschen.



Je inniger deutsche Journalisten vor einer Gefahr warnen, desto sicherer darf man sein, dass ihnen dadurch keine droht. Ein Indiz dafür, dass etwa die NPD tatsächlich zu einer Bedrohung der Demokratie geworden ist, läge vor, wenn Journalisten anfingen, neutral über sie zu berichten.



Der einfachste Schritt in Richtung "Lebensqualität" ist der allmorgendliche Verzicht auf Massenmedien.



Man sollte sich langsam mal ideologiekritisch mit der Mathematik befassen. Immerhin haben die Nazis sie benutzt.



Allen operninszenierenden Zeitgeistwetterhähnen hinter die Ohren geschrieben: Hans Sachsens Schlussmonolog in den "Meistersingern", dies „Zerging‘ in Dunst/das heil’ge röm’sche Reich/uns bliebe gleich/die heil’ge deutsche Kunst!“, hat unendlich mal mehr mit beispielsweise Goethe und Schiller zu tun als mit dem außer in seiner Wagnerverknalltheit zutiefst deutschkunstabholden Alien aus Braunau.



Ist das Kampfgetümmel der Diskurse beendet, bleiben auf dem Schlachtfeld die Mundtoten zurück.



Für den 68er Mythos, dass friedliche Studenten auf eine martialische Staatsmacht trafen, muss in der Regel der inzwischen kanonische Name Benno Ohnesorg herhalten. Dagegen sind die Namen Rüdiger Schreck und Klaus Frings — der Student und der Fotograf wurden am 15. April 1968 vor dem Münchner Buchgewerbehaus durch Steinwürfe aus den Reihen der Demonstranten getötet — naturgemäß nicht kanonisiert worden.



Der gebildete Mensch erzählt nicht, wovon ein Buch handelt, sondern auf welche Weise es von etwas handelt.



Und wenn man nur eine einzige weibliche Silhouette flüchtig erblickt hätte, würde sich dieses Dasein gelohnt haben.



Die Band "Rammstein" hat vermutlich mehr für die Verbreitung der deutschen Sprache im Ausland getan als sämtliche Goethe-Institute, in denen dennoch Doppelnamensträgerinnen eifrig verhindern, dass bei ihnen der Name "Rammstein" fällt.



Dass der moderne Mensch sich nicht mehr bekreuzigt, nicht mehr niederkniet, nicht mehr betet, wird allgemein als der Aufklärung zu dankender Fortschritt betrachtet. Ästhetisch ist es ein Verlust.




"Kein Respekt vor großen Namen": das ist in Geistesdingen weniger eine Tugend als vielmehr die sichere Voraussetzung dafür, es selber niemals zu einem zu bringen.




Sämtliche Angeklagte im Auschwitz-Prozess haben bis Anfang 1945 nach Herzenslust gefoltert und gemordet und nach 1945 keiner Fliege etwas zuleide getan; einer von ihnen ist sogar Pfleger geworden. Dies nur angemerkt zu der natürlich wieder von Hirnforschern vorgetragenen Theorie, ob ein Mensch kriminell werde oder nicht sei irgendwie determiniert und keineswegs eine freie Entscheidung seines Willens.




Es ist erstaunlich, dass ausgerechnet viele Erforscher unseres Denkorgans mit dessen Gebrauch so große Schwierigkeiten haben.



Obwohl es eigentlich objektive Eigenschaften sind, misst die hiesige öffentliche Meinung bei der Verteilung der Prädikate "mutig" und "feige" mit zweierlei Maß. Wenn Iris Berben aus dem Tagebuch der Anne Frank vorliest, darf sie als couragiert gelten, ein Neonazi, der für seine kruden Ansichten in den Knast geht, dagegen keineswegs; während eine junger Oberst, der seine Bombe unter den Kartentisch stellt und sich dann eilends hinwegbegibt, ein Held ist, nennt man muslimische Attentäter, die sich selber mit in die Luft sprengen, gemeinhin feige.



Feminist sein bedeutet, die Waffen der Frau für Machtmittel des Mannes zu halten.



Das Werk des Jürgen Habermas, liest man, sei in alle großen Sprachen der Welt übersetzt worden.
Außer ins Deutsche. 

Wenn die armen verbrannten Menschen von Auschwitz sie tatsächlich nachträglich kümmerten, würden sie still trauern und nicht öffentlich herumfuchteln, um sich wichtig zu machen. Und wenn arme ermordete Menschen sie tatsächlich generell kümmerten, würden sie nicht immer nur von denjenigen reden, deren Erwähnung moralische Pluspunkte und subventionierte Honorare einträgt, und von den anderen schweigen.

 


Womöglich ist die Verschleierung der Frau nicht Folge, sondern Ursache der relativen ökonomischen Rückständigkeit der islamischen Länder: Während der westliche Mann durch die Präsentation weiblicher Attraktivität zum Geld-, Macht- oder Prestigeerwerb getrieben wird und so den Großteil des sogenannten Fortschritts produziert, ruht der Muslim im seligen Stumpfsinn seiner frauenreizarmen Umwelt.

 

 

Ein Mensch von Geschmack widerspricht dem Dummkopf, der seine Meinung teilt, zugunsten des Gescheiten, der eine andere vertritt.

 

 

Ist es nicht wundersam, wie sich durch die Hinzufügung eines einzigen Konsonanten der "Autorenkreis" in den "Autorennkreis" verwandelt?

 

 

Es heißt immer wieder, Leute wie Pollock, Warhol oder Beuys hätten "unsere Sehgewohnheiten verändert". Also meine nicht.




Es gibt eine neue Theorie der Hirnforschung, die behauptet, im Menschen existiere kein definierbares Ich, sondern eine Art Autopilot führe die Geschäfte. Sollte dies der Fall sein, hätte mein Autopilot gern den von Shakespeare.   




Die Wissenschaft hat die alten Mythen nicht widerlegt, sondern nur präzisiert.



Der Sozialstaat ist am beliebtesten bei den Asozialen.




Viele "nichtemanzipierte" Frauen sind hinreichend raffiniert, ihren Mann dienend zu beherrschen, viele "emanzipierte" so plump, mit ihm zu konkurrieren.



Je weniger die bildende Kunst bereit ist, den Menschen darzustellen, desto heftiger behaupten ihre Marktschreier, dass sie sich an ihn wende.



Auch die diesjährige Documenta stand wieder unter dem bewährten Motto: Bastelnachmittag im Irrenhaus.



Es gibt Leser, die nahezu empört darauf reagieren, wenn ein Roman keine spannende Handlung erzählt. Dabei erzählt ihr eigenes Leben doch auch keine.



Das naturwissenschaftliche Denken endet mit dem Hinweis, dass sich etwas naturgesetzmäßig vollziehe. Das philosophische Denken beginnt dort.



Auch über ein Thema schweigen kann man nur mit jemandem, der es gut kennt.



Da die Mehrheit der Völker in der Weltkultur eine eher zweitrangige Rolle spielte und spielt, darf dieser Gedanke unter Demokraten nicht ausgesprochen werden.



Ich plädiere für die Erweiterung des hiesigen Strafrechts um den Tatbestand der Tätervolksverhetzung.




Bach nach dem Willen der Rechtschreibreformer: Das wohl temperierte Klavier.



Der Exodus war ein Vorgang der Theologie, nicht der Realität; die Israeliten sind nicht aus Ägypten geflohen, weil das Pharaonenreich so brutal war, sondern sie haben sich geistig von ihm abgegrenzt, weil es so attraktiv war.



Auch die stolzeste, begehrenswerteste, hochmütigste Frau weiß instinktiv: Es ist nur die permanente Drohung durch andere Männer, die den Tölpel dort hindert, über sie herzufallen.



Eine der Lehren von 1933 ff. besteht darin, daß man als anständiger Mensch an konformistischen Veranstaltungen wie dem "Aufstand der Anständigen" eben nicht teilnimmt.



Das Leben ist einfach zu kurz, um sich in der Wirklichkeit einzurichten.




Ich habe noch keine einleuchtendere Definition des Todes gehört als jene, daß bei seinem Eintreten Yin und Yang sich trennen.



Frauenzeitschriften sind entweder der Nachweis, daß viele Frauen tatsächlich ziemlich blöd sind, oder aber die Demonstration einer jede Stammtisch-Misogynie locker hinter sich lassenden Frauenfeindlichkeit in den fraglichen, meist auch noch von Frauen gemachten Blättern. Oder eben beides zugleich beziehungsweise kreuzweise.



Wenn sich ein Deutscher und ein Immigrant prügeln und der Immigrant gewinnt, handelt es sich um ein Integrationsproblem. Gewinnt der Deutsche, ist es Rechtsextremismus.



Der "Menschheitsfortschritt" besteht vorwiegend darin, daß ihn, ungefähr seit dem amerikanischen Bürgerkrieg, die erfolgreichsten politischen Gauner im Munde führen.



Es ist für einen kultivierten Menschen sinnlos, eine Theater- oder Operninszenierung zu besuchen, deren Regisseur damit in die Feuilletons wollte.



Lieber zum zweihundertstenmal die "Tosca" als zum zweitenmal "Moses und Aron".

 

Wenn eine Frau nein sagt, meint sie in Wirklichkeit  ja, versichert der Macho. Wenn eine Frau nein sagt, meint sie auch nein, erklärt die Feministin. Recht haben sie beide: Wenn eine Frau nein sagt, meint sie mal dies und mal das.

 


Wer Globalisierung sagt, will betrügen.   



Männer sollten nicht zu stolz sein auf die Frauen, die sie abbekommen; fast alle haben zuvor von einem Erfolgreicheren und Attraktiveren geträumt.   



Spätere Historiker werden sich streiten, ob Deutschland 1918, 1933, 1945 oder 1968 untergegangen ist, aber sie werden sich darüber einig sein, daß es seine Blütezeit im Kaiserreich der Hohenzollern erreicht hatte.   



Es entsteht ein gewisses Amüsement, wenn man in jede personenbezogene Schlagzeile der Boulevardpresse, sofern es nicht ohnehin schon dort steht, das Wort "nackt" semantisch passend einfügt.   




Der Erfolg von Emanzipationskollektiven verhält sich umgekehrt proportional zu ihrer öffentlichen Selbstdarstellung als Unterdrückte.



Mitunter befürchte ich, daß jeder Gedanke, der sich nicht auf Mittel und Wege richtet, diesen Planeten zu verlassen, ein gattungsgeschichtlich überflüssiger ist.    



Viele deutsche Zeitgeschichtler erwecken den Eindruck, sie könnten ebensogut der Anklagebehörde der Nürnberger Prozesse zuarbeiten. Oder halt, ein paar Jahre früher, dem Volksgerichtshof. 



Das Verlangen nach mehr Freiheiten ist in der Regel bloß der Wunsch nach unbehelligter Regression. 



Dämonisch ist nie der Geschlechtsakt, wie bizarr er auch veranstaltet wird, sondern der Trieb, der zu ihm führt; dämonisch ist, was den Menschen in Bordelle, Swingerclubs, Pornoschuppen und Ehebetten treibt, nicht was er dort erlebt.



Das internationale Verhalten deutscher Politiker gerät umgehend in Evidenznähe, wenn man die Worte "deutsche Politik" durch "Politik der Besiegten" ersetzt.



Im Gegensatz zum Liebesroman, der zuweilen unterhält, langweilt der Pornoroman immer, weil es Millionen Arten gibt, einen Sexualkontakt anzubahnen, aber nur ein paar Dutzend, ihn zu vollziehen.



Man sollte sich öffentlich über lebende Zeitgenossen nur lobend oder überhaupt nicht äußern; das "elende Geschäft der Negation" (Goethe) verdirbt einem bloß die Tage und am Ende den Stil.



Ob es einen Zusammenhang gibt zwischen der permanenten taktischen Überlegenheit der römischen Legionen und jener italienischer Fußballmannschaften?



Heutzutage nennt man Wichsvorlagen "Ikonen".



Wie sich wohl all jene Hollywood-Regisseure vorkommen mögen, die im Erscheinungsjahr eines Kubrick-Films den Oscar für die beste Regie erhalten haben?



Leute, die Benn-Gedichte mögen, halten etwas zuviel von sich und etwas zu wenig von Lyrik.



Man sieht auch am demokratischen Verhalten, wer zum Nazi getaugt hätte. 



Ein Diskurs wird in der Regel geführt, um irgendetwas Offenkundiges wegzumogeln.



Herr X., Ihre Firma stellt neuerdings rechteckige statt ovale Klobrillen her – welche Philosophie steht dahinter?
(Aus der Reihe: Begriffe im Wandel)



Es wird einmal der Zeitpunkt eintreten, an welchem Demokraten mehr Menschen ermordet haben werden als Diktatoren.   



So wenig die Judenheit als solche das Prädikat "aristokratisch" verdient, so erfreulich ist es doch, wie sie unter den Völkern beharrlich die aristokratische Idee am Leben erhält, daß es Gleichheit eben doch nicht gibt. 




Je neoliberaler, desto schlechter das Benehmen.   



Als individuell gilt, wer pro Tag möglichst vielen kollektiven Beschäftigungen nachgeht. 



Die Erklärung, daß etwas Geschmackssache sei, dient normalerweise Leuten als Argument, die weder Kriterien besitzen noch sich Mühe machen wollen.



"Suhrkamp-Kultur" ist jedenfalls das notorische Fehlen eines Registers.



Daß man "Lehren aus der Geschichte ziehen" könne, ist die unermüdlich vorgetragene Marketing-Floskel derer, die zumindest einen Teil ihrer Einkünfte daraus ziehen.



Das Verblüffendste an der "ausdifferenzierten Gesellschaft" ist die Ähnlichkeit ihrer Angehörigen.



Je spannender das Buch, desto unaufmerksamer der Leser.



Der Journalist liest nicht, er sucht "Stellen".



Die "Bauchentscheidung" ist die Nagelprobe der Hirnforschung.



Als die Sünde noch existierte, war die Psyche zumindest interessanter. Psychoanalytiker muß heutzutage vor allem ein unsäglich langweiliger Beruf sein. 



Wenn das Ich-Bewußtsein eine Illusion ist, wie u.a. der Hirnforscher W. Singer erklärt, wie steht es dann um jene Instanz, die meint, daß das Ich-Bewußtsein eine Illusion sei?   



Die sogenannte Vergangenheitsaufarbeitung hat immer mehr von Leichenschändung.   



Die Demokratien sind inzwischen die politische Organisationsform für große, gierige Schwärme wahlberechtigter Heuschrecken. Wenn sie den Planeten eines Tages halbwegs kahlgefressen haben, werden sich wohl automatisch wieder strikt hierarchische Strukturen bilden.   



Die Grünen wollen den Gotteslästerungsparagraphen abschaffen. Eigentlich logisch, sie haben ja genügend neue eingeführt.



Es hat etwas Befriedigendes, zu erleben, wie Menschen, die man unabhängig voneinander ablehnte, sich untereinander verstehen.



Es gehört zum Habitus vieler nachträglichen Hitler-Bekämpfer, jene zu schmähen, die es tatsächlich gewagt haben. 



Der liberale Historiker hat wenig Nachsicht mit den Gegnern des Diktators, wenn sie keine Demokraten waren.



Letztlich gibt es, mit allen denkbaren graduellen Abstufungen, nur zwei Arten von Pianisten: Die einen stellen das Werk zwischen sich und den Hörer, die anderen sich selbst zwischen Hörer und Werk.   



Das einzige Interessante am Reichtum sind die Frauen, die er anzieht.  



Gab es jemals eine Kriegs- oder Krisensituation, in welcher Frauen gefordert haben, den Männern gleichgestellt zu werden? 



"Zivilgesellschaft" ist anscheinend der Gegenbegriff zu "zivilisierte Gesellschaft".   



Wenn Frauen tatsächlich die "besseren Menschen" sind, warum träumen sie dann mehrheitlich von einem Leben an der Seite von Männern, deren Erfolge das Leben auf diesem Planeten zunehmend unerträglich werden lassen?



Durch das Gehirn eines Journalisten gequetscht zu werden, ist das schrecklichste, was einer Wirklichkeit passieren kann.



Glaubt jemand, daß es irgendwo in einem der Krisengebiete dieser Erde einen General gibt, der nicht heimlich von ein paar Divisionen Waffen-SS träumt? 



Nachdem uns Humanbiologen mit der – angeblichen – Entdeckung des "Glaubens-Gens" überrascht haben, werden sie demnächst hoffentlich auch auf das "Wissenschafts-Gen" stoßen, dessen Entfernung dann alles wieder einrenkt.



Joseph Vilsmaiers Film "Stalingrad" stellt eine Armee dar, die niemals bis Stalingrad gekommen wäre.



Neulich, in der Hölle, soll Hitler von Mao und Stalin neidisch gefragt worden sein: Wie machst du es bloß, daß du andauernd in den Schlagzeilen bist?



Man muß in der Hierarchie der Naturwissenschaftler sehr weit nach oben steigen, ungefähr in die Region der Physik-Nobelpreisträger, bis man auf Vertreter stößt, die auch jenen Phänomenen Plausibilität zubilligen, die sie nicht "beweisen" können.



Hierzulande ist schon subversiv, wer schreibt, was die Mehrheit auch meint.



Es ist nicht nur so, daß der Gegenwartsmensch nicht mehr an die übernächste Generation denkt – er glaubt nicht einmal an sie.   



Benutzer des Wortes "kreativ" sind in der Regel das Gegenteil.     



Wenn es den Menschen nicht mehr gibt, ist auch eins plus eins nicht mehr zwei.



Die journalistische Selbstzensur verkauft sich heute bevorzugt als demokratische Gesinnung.



Das Werk Thomas Bernhards beweist, daß man auf virtuose Weise dumm sein kann.   



Man sollte sich wenigstens einen Tag im Jahr dafür freihalten, seine festeste Überzeugung versuchshalber in ihr exaktes Gegenteil zu verkehren; das ist gut für die Lockerung der Denkmuskulatur.   



In dem, was bundesdeutsche Historiker (und Publizisten) über die jüngere deutsche Geschichte schreiben, spiegelt sich immer mehr der Zustand der Bundesrepublik und immer weniger die behandelte Geschichte.



Wie kann bloß jemand gleichzeitig an den Urknall und nicht an Zauberei glauben?



Die ersten Massaker des Zweiten Weltkriegs wurden an deutschen Zivilisten verübt. Das dürfte auch der Grund sein, warum es keiner weiß.



Und nochmals: Der größte Langweiler? De Sade. Der größte Kitschier? Hemingway.



"Schon Sophokles wußte", "Schon Kant hat geschrieben": So kann nur ein eitler oder dummer Satz anfangen.



Was die Attentäter des 11. September 2001 letztlich erreicht haben, war die Vergabe eines Bauauftrags.



Männlicher Orgasmus: Natur. Weiblicher Orgasmus: Kultur.



Der kritisch-Aufgeklärte wird zunächst felsenfest behaupten, es gäbe keine Zensur in einer Demokratie, und wenn man ihm dann Beispiele nennt, wird er ungerührt erklären, daß es gut sei, wenn gewisse Tatsachen und Ansichten nicht veröffentlicht würden.



In dem, das wir gezwungen sind, körperlich zu begehren, verspottet uns ein Gott, womöglich auch bloß die Evolution, aber um Spott handelt es sich eindeutig.



Es gibt zwei letztlich unübersetzbare deutsche Textkorpusse, die womöglich dermaleinst, wenn Eichendorff, Hölderlin, Kleist, Goethe und Nietzsche längst vergessen sind (und man Kant für einen Angelsachsen hält), der einzige Grund sein werden, warum Menschen diese tote Sprache noch lernen: Heideggers Philosophie und Wagners Libretti. 



Zum Atavistisch-Naturhaften an der Frau gehört, daß es viele immer noch genießen, wenn sich Männer um ihretwillen schlagen. Zum Kultivierten wiederum, daß sich manche für den Verlierer entscheiden.   



Dass in einem gesunden Körper ein gesunder Geist wohne, bekommt man meist von Menschen zu hören, die keinen Geist besitzen.   



Die Menschen hätten sich stets falsche Vorstellungen von den Verhältnissen gemacht, postulieren Marx und Engels in der „Deutschen Ideologie“. Aber die richtigen würden sie keinen Tag lang aushalten.



Der derzeitige Historiker bezichtigt Hitler und die Wehrmachtsführung zu recht der massenmörderischen Hungerblockade gegen Leningrad. Daß Stalin den Leningradern bei Todesstrafe verbot, vor der Ankunft der Deutschen aus der Stadt zu flüchten, verschweigt er.   



Stalin muß die antifaschistische Beflissenheiten der späteren Geschichtsschreibung geahnt haben, als er 14 Tage später als Hitler in Polen einfiel. Heute steht in jedem Geschichtsbuch, daß Hitler mit seinem Angriff den Zweiten Weltkrieg entfesselt; daß er sich tatsächlich Polen mit Stalin von langer Hand teilte, kommt allenfalls als Fußnote vor.  



Dienen adelt.   



Der Hirnforscher ist ein unfreiwilliger Gottsucher. Wenn es kein Ich und keinen freien Willen gibt, dann kann nur der große Uhrmacher es sein, der die Mannigfaltigkeit der Menschenwelt, die ja kein Naturprodukt ist, schafft.   



Der Historiker Ulrich Herbert erblickt in der zunehmenden Zwangsarbeit durch Kriegsgefangene (natürlich nur auf Seiten der Deutschen) während des Ersten Weltkrieges „eine Art Probelauf für den Zweiten“. Und was, wenn der Zweite nicht gekommen wäre? – Das Elend der Kausalitätsnarren.   



Uncanniness ist nicht dasselbe wie „Unheimlichkeit“, so wenig wie das Wort thrownness die „Geworfenheit“ wiederzugeben vermag und the inauthenticity of the they wohl doch etwas anderes bedeutet als „die Uneigentlichkeit des Man“, aber wer in hundert Jahren noch Heidegger lesen und nicht extra eine unverständliche und längst tote Sprache lernen will, der wird eben statt „Aufenthaltslosigkeit“ never dwelling anywhere, statt „innerweltlich zuhandenes Zeug“ equipment ready-to-hand within-the-world  und statt „Gerede“ idle talk lesen (und denken) müssen...   



Auf den Zügen der kinderlos gebliebenen Endvierzigerin liegt eine Melancholie, die auch durch den ausschließlichen Konsum launiger Gender-Studies nicht zu tilgen ist.



Heutzutage muß man einer Frau schon sehr viel Geld bieten können, damit sie sich ausschließlich wie eine solche aufführt.   



Bei der Emanzipation des Embryos hört die Emanzipation auf.   



Ist die Formulierung "Ist der aber schön klein!" aus irgendeinem Frauenmund überliefert?   



Die Wehrmachtssoldaten sind selber schuld. Schließlich hätten sie Zivildienst machen können.   



Der Hirnforscher sucht mit dem Skalpell im Gehirn nach der Seele, und nachdem er sie nicht gefunden hat, behauptet er, es gebe keine.



Die welthistorisch einzigartige Übersprungshandlung, sich für die Untaten anderer auf Erbsündniveau verantwortlich zu fühlen und möglichst auch noch die Kinder und Enkel mit in Haft zu nehmen, wird als kollektiver Dachschaden von einigem Rang und womöglich als Ursache für das irgendwannige Nichtmehrvorhandensein Deutschlands in die Annalen der anderen Länder eingehen.



Jugendliche Männlichkeit ist eine Form von Schwachsinn, zu dessen Therapie ehedem Kriege veranstaltet wurden.   



Es gibt Leute, die wollen "aus ihrem Kulturkreis ausbrechen", obwohl sie ihn noch gar nicht betreten haben.



Regietheater ist heute ungefähr so avantgardistisch wie Nippel-Piercing und Arschgeweih.   



Wer sich nachträglich über die aus wirtschaftlichen Gründen arrangierten Ehen in früheren Gesellschaften mokiert, sollte sicher sein, daß er für seine Liebe zu hungern bereit wäre.   



Selbstverständlich haben früher Götter die Erde mitbewohnt. Sämtliche alten Schriften erzählen davon.   



Die Eitelkeit ist nicht genug zu preisen; seit dem Verschwinden der Demut ist sie die letzte Bastion gegen die allgemeine Raserei des Neides.



200 Jahre war der Leser selbst dafür verantwortlich, wenn er einen Autoren nicht kannte. Heute ist der Autor schuld, wenn ihn der Leser nicht kennt.   



Die Rede von der Kollektivschuld ist die größtmögliche Verharmlosung des wirklichen Nazismus.   



Die muslimische Invasion Europas würde nicht nur Nachteile bringen; Feminismus, Gender-Studies und Regietheater würden immerhin verschwinden.   



Die meisten Menschen tauschen bedenkenlos jede sie umgebende Schönheit gegen irgendeinen technischen Komfort ein.   



Die Alten wußten noch, daß Menschen zum Beispiel mit dem Herzen abwägen und aus dem Bauch entscheiden. Die modernen Hirnforscher suchen das Ich ausschließlich im Cerebrum, und die Dummen unter ihnen behaupten bereits, es existiere nicht. 



Man soll aus demselben Zweck schreiben, aus welchem der Vogel singt: zur Ehre Gottes und um die Weibchen anzulocken.   



Die Literaturbetriebler bewirtschaften, benoten und schlachten Autoren wie Landwirte Zuchtschweine.   



Letztlich versucht nahezu jeder jüngere Schriftsteller, für seine Bücher von den literaturbedürftigen und meistens unansehnlichen Leserinnen so viel Geld einzunehmen, daß es zur Finanzierung einer illiteraten Schönheit reicht.   



Seit Komintern-Zeiten interpretierte die Linke den Nationalsozialismus als die letzte und äußerste Reaktion der kapitalistischen Gesellschaft auf den Siegeszug des Kommunismus. Erst nachdem Ernst Nolte den Gedanken insofern präzisierte, als er die sowjetischen Massenmorde für das Original und jene der Nazis zur Kopie erklärte, ließ die Linke von diesem klassenkämpferischen Modell ab und zog sich auf die gute alte Rassenlehre zurück; seither hat Auschwitz keinerlei historische Ursachen mehr, sondern rührt unmittelbar aus dem deutschen Volkscharakter.   



Weisheit ist Energiemangel.



Es fragt sich, warum die moderne bildende Kunst immer noch in den Feuilletons der Zeitungen behandelt wird und nicht gleich im Wirtschaftsteil.



Es gibt Menschen, die ihr Geld mit Schreiben verdienen und die noch nie ein Semikolon gesetzt haben.



Daß es keineswegs chinesischer Umerziehungslager braucht, um Menschen eine Gehirnwäsche zu verpassen, sondern der Zeitgeist in einem demokratischen Land genügt, läßt sich gut am Typus des bundesdeutschen Nationalallergikers 1968ff. studieren.



Die moderne Hochschule hat mehr von Nutztierproduktionsstätte als von Universität.      



Das Phänomen "1968", die Revolution der Wohlstandskinder samt anhebender Destabilisierung ihres Soziotops, ist marxistisch nicht erklärbar.



Ein großer lebender Kopf ist einem so lange teuer, bis man versehentlich die Laudatio eines seiner zeitgenössischen Bewunderers liest.



Bestimmt hat noch niemals ein Künstler, der etwas Grundlegendes mitzuteilen hatte, eine Vernissage veranstaltet.



Wenn ein Geist so groß ist, daß er mich beschenkt, erlischt in mir jeder Neid.



H. A. Winkler, "Der lange Weg nach Westen": Man liest ja so vieles nicht, aber das ganz besonders gern nicht.



Einzelmenschen sind zu ertragen, Milieus nie.



Die Bundeswehr stellt ihre neuen Schlachtschiffe vor: die Süßmuth und die Habermas.



Es war ein Dinner mit Kande- und Gelaber.



Bis heute hat noch kein irreligiöses Volk seine Überlebensfähigkeit unter Beweis gestellt.



Dem Kalten entschwindet nichts.



Ich kenne keine Parteien mehr, ich kenne nur noch Winzer.



Bei der Überreichung des Geburtstagsgeschenks hatte er der Freundin zu verstehen gegeben, dass er dieses Buch leider bereits besitze. Noch Jahre später schämte er sich dafür.



Wenn ein Nichtjude in der Öffentlichkeit gewisse Dinge nur um den Preis der Exkommunikation und Vernichtung seiner bürgerlichen Existenz sagen darf, die einem Juden zu äußern gestattet sind, so nennt man das, liebe "Zeit"-AbonnentInnen, wie? Richtig: Rassismus.



Da sie sich nicht für liebenswert hielt, wollte sie wenigstens fickenswert sein.



Und was wollt ihr mit dem Gral anfangen, wenn ihr ihn gefunden habt? fragte (der wohl eher Bundesladen-affine) Benjamin Disraeli schlau. Inzwischen gibt's die Antwort: Ebay.



Das wilhelminische Reich meldete seinen Platz an der Sonne mit demselben Angeberjargon an - "unvergleichlich", "einzigartig" -, den die wiedervereinigte Bundesrepublik benutzt, um die NS-Verbrechen zu bezeichnen und Deutschland einen Platz im Orkus der Geschichte zu sichern.



Ich warte auf den Tag, da ein deutscher Fernsehhistoriensprecher sagt: In der Normandie trafen unsere Truppen nur auf schwachen Widerstand der Nazis.



Glaubunwürdig - das ist eigentlich gemeint, nicht unglaubwürdig.



Singen und Musizieren, raunt es neuerdings gegen den Trend allgemeinen musischen Verstummens, sei gesund, entspanne, trainiere das Gehirn etc. Wenn es gesund hält, könnte es tatsächlich wieder ein Trend werden - niemals aber, weil es Kunst ist, bildet, ästhetisch hebt; die Leute wollen nichts als Gesundheit.



Eitelkeit ist ein geselliger Trieb.



Der Gedanke, daß man nach einem empfangenen Korb nie mehr eine andere Frau ansprechen dürfe, um sie nicht als zweite Wahl zu beleidigen...



Seit 1968 findet ein Prozeß gegen Deutschland statt, bei dem nur Belastendes, nie Entlastendes ermittelt wurde.



Ich mag den Feminismus. Er ist ein froher Botschafter. Wo er auftritt, gibt es keine wirklichen Probleme.



Der Walter Benjaminsche Aura-Verleih vermißt noch immer das Betroffenheitspathos, das sich ein Herr Adorno ausgeborgt hat.



Der Übergang von a tergo zur Missionarsstellung war ein kulturbildnerischer Akt.



Es war einmal ein durchaus weithin bekannter Dirigent, der teilte seiner Plattenfirma mit, daß es ihm angenehmer wäre, wenn sein Name auf dem Cover etwas kleiner beziehungsweise unauffälliger gedruckt werde als der des Komponisten. - Diese Geschichte ist erfunden.



Beim Klassentreffen unterschied ihn von den anderen, daß er viele Dinge, an die er sich erinnern würde, noch vor sich hatte.



Was für ein Genuß, inmitten des allgemeinen Toleranz-Blablas einen gebildeten Rassisten zu treffen!



Würde man eher die Bundesrepublik oder Deutschland verteidigen?



Sicheres Zeichen dafür, dass man doch eher zu den historisch fixierten Menschen gehört: wenn einen alte Zeitungen mehr interessieren als die aktuellen.



Bei den Kindersterblichkeitszahlen wäre eine Gleichstellung der Geschlechter früher gar nicht möglich gewesen, ohne daß der Stamm oder das Volk ausgestorben wäre.



Die meisten Ernst-Jünger-Gegner sind Typen, die sich beim Zahnarzt eine Spritze geben lassen.



Daß Demokratien bloß eine Bündelung von Einzelegoismen sind und nichts irgendwie ethisch Höherstehendes zeigt sich an der unglaublichen Brutalität und Feindverteufelung, wenn Demokraten Krieg führen.



Vor dem Schaufenster des Dessous-Ladens bestarrte er die Tricks potentiellen Muttertums.



Ich würde, rief der begeisterte Altertumsfreund, zehn Jahre meines Lebens drangeben, wenn ich sehen könnte, wie der Schlußstein auf die Cheops-Pyramide gesetzt wurde! Er hatte aber nur noch fünf, und so kam der Handel nicht zustande.



Früher Krüppel vor und Schönheit in der Kunst; heute umgekehrt.



Deutscher Dialog 2020 (frei nach Kleist):
- Warum hast du, mein Vater, nichts gegen den Holocaust unternommen?
- Weil ich Jahrgang 1962 bin, mein Sohn.



Es ist unwahrscheinlich, daß man etwas liest, das einen zu neuen Erkenntnissen führt, aber noch unwahrscheinlicher ist, daß es einem selber einfällt.



Wozu sich aufregen? Die Dummen gewinnen ja doch.