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Allerlei
Kulturpessimismus ist keineswegs eine "politische Gefahr", wie gewisse alte bundesrepublikanische Tanten behaupten – politische Gefahr pflegt in aller Regel von Politikern auszugehen –, sondern ein dem Kotzen nicht nur physiologisch verwandter Reflex von ein paar übriggebliebenen Kultivierten.
In Berlin gibt es inzwischen ein Denkmal für Ernst Röhm (Homosexuelle, die während der Nazi-Herrschaft ermordet wurden).
Der Populist personifiziert das Misstrauen des Demokraten gegenüber der Demokratie.
Adoration
"Ich bin ein Spätentwickler"
Aber was für einer: Martin Mosebach ist sicher einer der besten lebenden deutschsprachigen AutorenNein, das hat er nicht gewollt. Nicht, dass er die Literaturnobelpreisträgerin Elfriede Jelinek nicht mehr für "einen der dümmsten Menschen der westlichen Hemisphäre" halte, aber als er dies damals in trauter Runde daherplauderte, hatte er doch keine Ahnung, dass ...
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| Fragebogen 1 |
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Meine heutige Gemütslage: Beschwingt (Gieseking spielt gerade die Englischen Suiten). Meine größte Schwäche: Dass ich nie zugeschlagen habe. Meine größte Stärke: Keine Ahnung. Vermutlich das Auftreiben von Metaphern. Mein Motto: Terroir schlägt Rebsorte. Mein liebstes Hobby: Trinken und Rennradfahren (gleichzeitig). Mein größtes Vorbild: Die ersten hundert Meter am Berg: Lance Armstrong. Die folgenden zehn Kilometer bis zur Passhöhe: Seneca. Meine erste Erinnerung: Ziegelstein auf großen Zeh. Aber ich hab ihn angehoben gekriegt! Meine Vorstellung von Politik: Leichen im fünften Akt. Meine Position in zehn Jahren: Missionarsstellung. Mein Lieblingsessen in meinem Lieblingslokal: Steinbutt in der Osteria Italiana, München. Mein Lieblingsgetränk zu meinem Lieblingslied: Quilceda Creek Cabernet Sauvignon (aus Washington State), dazu Radiohead "Karma Police". Mein Lieblingsbuch von meinem Lieblingsautor: Merkwürdigerweise schreibt der Lieblingsautor nie das Lieblingsbuch. Woran ich glaube: An Puccini. Was ich nicht mag: Braune, Rote, Grüne, vor allem aber: Denunzianten. Worüber ich gern streite: Über Pianisten. Was ich am ehesten entschuldige: Cortots Verspieler. Wohin ich per Zeitreise gerne düste: Letzter Bautag der Cheops-Pyramide. Wen ich einmal kennenlernen möchte: Kant. Chesterton. Sophie Marceau. Was ich mit eigentümlich frei verbinde: Das Ignorieren von Geßler-Hüten. Wie ich mir Deutschland in zehn Jahren vorstelle: Fortschreitende Anatolisierung bei heftigstem Widerstand gegen "rechts". Oder umgekehrt.
Erschienen in: eigentümlich frei, Nr. 81, April 2008
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