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Allerlei
Man redet derzeit viel über Schwarmintelligenz; der Normalfall lautet aber immer noch: Schwarmblödheit.
Es fragt sich, warum man in seinem Ekel Unterschiede machen soll zwischen einem Rap-Video und einem Neonazi-Aufmarsch, zumal der Rapper womöglich nur der Vorbote der ethnischen Sturmabteilungen von morgen ist.
Die Ökumene ist das Gender-Mainstreaming der Kirchen.
Adoration
"Ich bin ein Spätentwickler"
Aber was für einer: Martin Mosebach ist sicher einer der besten lebenden deutschsprachigen AutorenNein, das hat er nicht gewollt. Nicht, dass er die Literaturnobelpreisträgerin Elfriede Jelinek nicht mehr für "einen der dümmsten Menschen der westlichen Hemisphäre" halte, aber als er dies damals in trauter Runde daherplauderte, hatte er doch keine Ahnung, dass ...
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Seite 4 von 4 Das Phänomen "1968", die Revolution der Wohlstandskinder samt anhebender Destabilisierung ihres Soziotops, ist marxistisch nicht erklärbar. Ein großer lebender Kopf ist einem so lange teuer, bis man versehentlich die Laudatio eines seiner zeitgenössischen Bewunderers liest. Bestimmt hat noch niemals ein Künstler, der etwas Grundlegendes mitzuteilen hatte, eine Vernissage veranstaltet. Wenn ein Geist so groß ist, daß er mich beschenkt, erlischt in mir jeder Neid. H. A. Winkler, "Der lange Weg nach Westen": Man liest ja so vieles nicht, aber das ganz besonders gern nicht. Einzelmenschen sind zu ertragen, Milieus nie. Die Bundeswehr stellt ihre neuen Schlachtschiffe vor: die Süßmuth und die Habermas. Es war ein Dinner mit Kande- und Gelaber. Bis heute hat noch kein irreligiöses Volk seine Überlebensfähigkeit unter Beweis gestellt. Dem Kalten entschwindet nichts. Ich kenne keine Parteien mehr, ich kenne nur noch Winzer. Bei der Überreichung des Geburtstagsgeschenks hatte er der Freundin zu verstehen gegeben, dass er dieses Buch leider bereits besitze. Noch Jahre später schämte er sich dafür. Wenn ein Nichtjude in der Öffentlichkeit gewisse Dinge nur um den Preis der Exkommunikation und Vernichtung seiner bürgerlichen Existenz sagen darf, die einem Juden zu äußern gestattet sind, so nennt man das, liebe "Zeit"-AbonnentInnen, wie? Richtig: Rassismus. Da sie sich nicht für liebenswert hielt, wollte sie wenigstens fickenswert sein. Und was wollt ihr mit dem Gral anfangen, wenn ihr ihn gefunden habt? fragte (der wohl eher Bundesladen-affine) Benjamin Disraeli schlau. Inzwischen gibt's die Antwort: Ebay. Das wilhelminische Reich meldete seinen Platz an der Sonne mit demselben Angeberjargon an - "unvergleichlich", "einzigartig" -, den die wiedervereinigte Bundesrepublik benutzt, um die NS-Verbrechen zu bezeichnen und Deutschland einen Platz im Orkus der Geschichte zu sichern. Ich warte auf den Tag, da ein deutscher Fernsehhistoriensprecher sagt: In der Normandie trafen unsere Truppen nur auf schwachen Widerstand der Nazis. Glaubunwürdig - das ist eigentlich gemeint, nicht unglaubwürdig. Singen und Musizieren, raunt es neuerdings gegen den Trend allgemeinen musischen Verstummens, sei gesund, entspanne, trainiere das Gehirn etc. Wenn es gesund hält, könnte es tatsächlich wieder ein Trend werden - niemals aber, weil es Kunst ist, bildet, ästhetisch hebt; die Leute wollen nichts als Gesundheit. Eitelkeit ist ein geselliger Trieb. Der Gedanke, daß man nach einem empfangenen Korb nie mehr eine andere Frau ansprechen dürfe, um sie nicht als zweite Wahl zu beleidigen... Seit 1968 findet ein Prozeß gegen Deutschland statt, bei dem nur Belastendes, nie Entlastendes ermittelt wurde. Ich mag den Feminismus. Er ist ein froher Botschafter. Wo er auftritt, gibt es keine wirklichen Probleme. Der Walter Benjaminsche Aura-Verleih vermißt noch immer das Betroffenheitspathos, das sich ein Herr Adorno ausgeborgt hat. Der Übergang von a tergo zur Missionarsstellung war ein kulturbildnerischer Akt. Es war einmal ein durchaus weithin bekannter Dirigent, der teilte seiner Plattenfirma mit, daß es ihm angenehmer wäre, wenn sein Name auf dem Cover etwas kleiner beziehungsweise unauffälliger gedruckt werde als der des Komponisten. - Diese Geschichte ist erfunden. Beim Klassentreffen unterschied ihn von den anderen, daß er viele Dinge, an die er sich erinnern würde, noch vor sich hatte. Was für ein Genuß, inmitten des allgemeinen Toleranz-Blablas einen gebildeten Rassisten zu treffen! Würde man eher die Bundesrepublik oder Deutschland verteidigen? Sicheres Zeichen dafür, dass man doch eher zu den historisch fixierten Menschen gehört: wenn einen alte Zeitungen mehr interessieren als die aktuellen. Bei den Kindersterblichkeitszahlen wäre eine Gleichstellung der Geschlechter früher gar nicht möglich gewesen, ohne daß der Stamm oder das Volk ausgestorben wäre. Die meisten Ernst-Jünger-Gegner sind Typen, die sich beim Zahnarzt eine Spritze geben lassen. Daß Demokratien bloß eine Bündelung von Einzelegoismen sind und nichts irgendwie ethisch Höherstehendes zeigt sich an der unglaublichen Brutalität und Feindverteufelung, wenn Demokraten Krieg führen. Vor dem Schaufenster des Dessous-Ladens bestarrte er die Tricks potentiellen Muttertums. Ich würde, rief der begeisterte Altertumsfreund, zehn Jahre meines Lebens drangeben, wenn ich sehen könnte, wie der Schlußstein auf die Cheops-Pyramide gesetzt wurde! Er hatte aber nur noch fünf, und so kam der Handel nicht zustande. Früher Krüppel vor und Schönheit in der Kunst; heute umgekehrt. Deutscher Dialog 2020 (frei nach Kleist): - Warum hast du, mein Vater, nichts gegen den Holocaust unternommen? - Weil ich Jahrgang 1962 bin, mein Sohn. Es ist unwahrscheinlich, daß man etwas liest, das einen zu neuen Erkenntnissen führt, aber noch unwahrscheinlicher ist, daß es einem selber einfällt. Wozu sich aufregen? Die Dummen gewinnen ja doch. |
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