Artikelsuche
Allerlei
Die political correctness ist der Abschiedsbrief der Weißen an die Welt.
Ein einzelner Mensch im schreiendsten Unrecht ist ein erfreulicherer Anblick als eine Menge im Recht.
Der Heiratsschwindler benötigt mehrere Frauen, während der Heiratsschwindlerin oft bereits ein Mann genügt.
| Allerlei |
|
|
Da einige der hier versammelten, in der Regel überaus banalen (und auf Originalität nicht den geringsten Wert legenden) Sentenzen gelegentlich zitiert werden, gestatte ich mir eine Vorbemerkung: Zustimmung beruht meistens auf Missverständnissen und ist vernachlässigbar, aber wenn ich mir ausmale, wer diese Einlassungen mit Empörung und Widerwillen liest, ist alles wieder gut.
Beim Urteil über den Erfolg sind Ressentiment und Weisheit mitunter kaum zu unterscheiden.
Der Linke in der Revolte gegen die Tyrannei gehört zu den edelsten Erscheinungen der Geschichte, der Linke als Politesse des Egalitarismus im Wohlfahrtsstaat zu den erbärmlichsten.
Es heißt, man sei ein guter Demokrat, wenn man seinen Ekel überwindet und ein Kreuz setzt.
Ein Land, das die Grünen hat, muss Schreckliches durchmachen.
Antidiskriminierung bedeutet Diskriminierung der Wohlgeratenen.
Als diese Figuren mit dem "Bomber Harris, do it again!"-Spruchband durch Dresden marschierten, hätte man sich's tatsächlich gewünscht.
Der Verfall dringt über die Vororte ein. Aber die Rathäuser müssen ihm zuvor die Tore geöffnet haben.
Wenn der Linke das Wort "Ehrenmänner" hört, denkt er unwillkürlich an krumme Geschäfte, unterdrückte Ehefrauen und misshandelte Kinder.
Im Gegensatz zur Bücherverbrennung der Nazis, die am 10. Mai 1933 stattfand, vollzieht sich das Ritual der Klassikerverbrennung auf den Bühnen der Bundesrepublik ganzjährlich.
Am leichtesten verrät man den, der man gestern noch gewesen ist.
Die Gleichstellung der Frauen hängt vor allem davon ab, ob Frauen bei der Partnerwahl künftig Männer bevorzugen, die an gleichgestellten Frauen interessiert sind.
Man kann den kontinuierlichen Anstieg der Weltbevölkerung mit der ständigen Verdünnung einer Substanz vergleichen.
Es ist weniger einfältig, auf Godot zu warten, als darauf zu hoffen, dass ein deutscher Politiker die Interessen derer vertritt, die ihn gewählt haben.
Die political correctness ist der Abschiedsbrief der Weißen an die Welt.
Für die wahrheitswidrige Behauptung, man könne als Journalist wegen eines falschen Satzes entlassen werden, wurde der Journalist entlassen.
Am Ende verhindert wohl der Tod, dass man erwachsen wird.
Die Theorien sind immer ein kleines bisschen brillanter als die von ihnen behandelten Verschwörungen.
Lieber "stramm rechts" als teigig links. Und umgekehrt.
Diejenigen, die in Wagners Opern die Nazi-Mentalität suchen, besitzen sie doch längst.
Auf ihre Weise glaubt gewiss auch die Ratte, wenn sie in den Speck beißt, sie sei auf der Höhe der Zeit.
In den historischen Seminaren studieren die zukünftigen Hauptkommissare für die Ermittlung von Vergangenheitsdelikten.
Einen Autor, der nicht auf jeder Seite zwei oder drei Sätze schreibt, die nur ihm gehören, muss man nicht lesen.
Den Kampf legitimiert das Worum, aber es heiligt ihn einzig das Wie.
Wenn er keine Zeitung findet, die seine Denunziationen abdruckt, fühlt sich der Linke als Opfer der Zensur.
Wo Barbaren herrschen, hält man große Stücke auf den Konsens.
Die Verfolger von heute berufen sich auf die Verfolgten von gestern.
Die letzte humane Regung wird in dem Versuch bestehen, für einen Computer möglichst schwer durchschaubar zu bleiben.
Ein einzelner Mensch im schreiendsten Unrecht ist ein erfreulicherer Anblick als eine Menge im Recht.
Wenn der andere unsere eigenen Charaktermängel nur ein kleines bisschen ausgeprägter als wir besitzt, wird er unserer Verachtung nicht entgehen.
Man erkennt die Plebs immer am Benehmen, niemals am Einkommen.
Nach wie vor hat Adolf Hitler bei der Beurteilung der Werke Richard Wagners in Deutschland das letzte Wort.
Bestürzung ergriff die junge Endaufgeklärte unmittelbar nach ihrer ersten Interruptio graviditatis bei dem Gedanken, soeben einen potentiellen Abtreibungsbefürworter abgetrieben zu haben.
Der Kitsch ist immer akzeptabler als das Hässliche.
Bei der Behandlung historischer Stoffe steht der Gegenwarts-Regisseur unter dem sozialen Zwang, seine Figuren gegen die sozialen Zwänge der Vergangenheit aufbegehren zu lassen.
Wer zu unbegabt ist, um seine Ansprüche allein durchzusetzen, stellt sie im Namen irgendeiner Gruppe.
Vom Fachidiotentum heilt einzig der in viele Richtungen ausschwärmende Dilettantismus.
Wenn ein junger Mensch öffentlich seine politischen Überzeugungen kundtut, ist das ungefähr so peinlich, als entledige sich ein älterer coram publico seiner Kleidung. Nur der umgekehrte Fall ist zuweilen reizvoll.
Islamistische Anschläge in Europa? Wozu das Haus demolieren, in das man einzieht.
Harmonie ensteht, wenn der politisierende Intellektuelle von denjenigen verprügelt wird, in deren Namen er zu sprechen vorgab.
Es ist leichter, das Rauchen aufzugeben als eine Theorie.
Die demokratischen Treiber brechen in das Dickicht der katholischen Kirche ein, um das reaktionäre Wild aus seinem letzten Schlupfwinkel aufzuscheuchen.
Ein falsches Kompliment reißt spielend die Bastionen nieder, die der Stolz vergeblich zu ignorieren versuchte.
Von den Künsten neue Großtaten zu erhoffen ist womöglich so zeitgemäß, als rechne man noch auf Fortschritte im Pyramidenbau.
Es ist die heilige Pflicht des Alters, der Jugend so lange als irgend möglich ein schlechtes Beispiel zu geben.
Frau Königin, ihr seid's dank Quote h i e r, / Aber Schneewittchen hinter den Bergen...
Dass ein plötzlich hereinbrechendes Unglück gerade nicht "tragisch" ist: wann lernt's der Journalist?
Wer gescheit erscheinen will, sollte sich nicht zu weit von seinem Publikum entfernen; allzu große Intelligenz wirkt auf das Auditorium wie Unbeholfenheit.
Das große Paradoxon der modernen Geschichte besteht darin, dass überall die Herrscher verschwinden, aber die Beherrschten nicht weniger werden.
Menschen, die sich allweil "neuen Herausforderungen stellen", muss man entschieden aus dem Wege gehen.
Ausgegrenzt lebt es sich meistens angenehmer als eingegrenzt.
Wenn Gott wirklich weiß, was in den Köpfen aller Menschen vor sich geht, gilt ihm mein aufrichtiges Bedauern.
Der Reaktionär ist ein Konservativer, der keinen Wert mehr darauf legt, eingeladen zu werden.
Die Formulierung nationaler Interessen genießt unter deutschen Politikern eine ähnliche Popularität wie die Schilderung der Vorzüge eines großen Bordeaux bei den Anonymen Alkoholikern.
Wie soll man einen Chef respektieren, der am Computer sitzt?
Da sich der reale Sozialismus als Fiasco und jener "mit menschlichem Antlitz" als Plapperei erwiesen hat, favorisiert die Linke inzwischen den Sozialismus mit demokratischem Antlitz.
Einen sogenannten "Kreativen" erkennt man daran, dass er nie etwas erfunden hat.
Apokalyptiker ist jemand, der es mit der Schadenfreude übertreibt.
Der Satz: "Ich bin stolz, Deutscher zu sein", gilt als unsinnig, weil sich ein Mensch auf fremde Verdienste nichts einbilden dürfe. Wie aber verhält es sich mit denen, die sich als Deutscher wegen vergangener fremder Untaten zu schämen vorgeben?
Der Geschichtsprofessor musste all seine Furcht zusammennehmen, um das historische Ereignis angemessen zu interpretieren.
Zum anständigen Trinken gehört immer ein gewisses Maß an Leidensbereitschaft; warum sollte der Mensch die großen Vergnügen ohne Gegenleistung geschenkt bekommen?
Aus der Klippschule der Dialektik: Indem der Staat den Zweifel am Holocaust unter Strafe stellt, bezeugt er ihn.
Der Heiratsschwindler benötigt mehrere Frauen, während der Heiratsschwindlerin oft bereits ein Mann genügt.
Alle schlechte Kunst hat eines gemeinsam: Absichten.
Die Individualität wird gefördert, indem man sie beschneidet, wie einen guten Rebstock.
Hinter den Thermopylen liegt längst die Seele.
Damit die Trottel dieses Planeten ihre Trivialitäten endlich "in Echtzeit" austauschen können, musste der technische Genius des Menschen einen erstaunlichen Höhenflug absolvieren.
Der kultivierte Mensch weiß noch vom gelegentlichen Unterschied zwischen seinen persönlichen Vorlieben und der überpersönlichen Erstklassigkeit.
Schach kann nur ein unbedeutender Denksport sein, sonst gäbe es doch mehr weibliche Großmeister.
Man sollte vor jeder Abtreibung daran erinnern, dass der arme Embryo ein Mörder werden könnte und man ihn immerhin dann nicht töten dürfte.
Gibt es für die von Wohlhabenden begangenen Verbrechen eigentlich auch soziale Ursachen?
Wer Abwechslung will, taugt nicht zur Unsterblichkeit.
Seine Wahrheiten hatte er von der Stange, seine Irrtümer aus zweiter Hand.
Der größte Vorwurf, der sich gegen die Siegelbewahrer des Zeitgeistes vorbringen lässt, ist der, dass man sich beim Trauern um die ermordeten Juden inzwischen wie eine Hure vorkommt.
Noch die abartigste Meinung kann schwerlich jenen Grad an Schäbigkeit erreichen, den ihre Verfolger an den Tag legen.
Gottesstaaten hat es schon viele gegeben, sogar solche, die von Atheisten errichtet wurden. Bislang einzigartig in der Geschichte ist indes die Existenz eines Teufelsaustreibungsstaates namens BRD.
Der ideale Untertan ist historisch ahnungslos, hysteriebereit und unbewaffnet.
Die Ähnlichkeit der roten Massenmorde mit den nationalsozialistischen wird von denjenigen am vehementesten bestritten, die hoffen, dass sie zumindest als Drohkulisse noch eine Zukunft haben.
Dass man sie fälschen muss, um zu herrschen, ist die einzige Lehre, die es aus der Geschichte zu ziehen gibt.
Der Dummkopf meint, für den Weltuntergang seien Asteroideneinschläge, Klimakatastrophen und Nuklearkriege vonnöten, während der kultivierte Mensch weiß, dass der Niedergang der Konversation, des Musikgeschmacks, der Manieren und der Interpunktion vollauf genügen, um diesen Planeten unbewohnbar zu machen.
An Menschen, die keine Gedichte auswendig wissen, ist jede Zeit verschwendet.
Die Kunst besteht darin, seinen Ekel so zu formulieren, dass er einen ästhetischen Mehrwert abwirft.
Je mehr ein Historiker einer Ideologie folgt, mit desto größerer Wahrscheinlichkeit wird er seine Darstellungen als "wissenschaftlich" verkaufen.
Ein historisches Werk mit wissenschaftlichem Anspruch ist so lachhaft wie eines ohne literarischen Anspruch abstoßend.
Wie zu erwarten haben sich die Ungebildeten nun auch der Bildungsreformen angenommen.
Manche Konservative scheinen zu glauben, wenn sie sich besonders lautstark an der Verfluchung des Dritten Reichs beteiligen, werde man ihnen ihre konservative Gesinnung in Gegenwartsbelangen nachsehen.
Auch seine grüne Vergangenheit wird Deutschland dereinst aufarbeiten und bewältigen müssen.
Der Aphorismus besitzt den Vorzug, dass man nicht beliebig aus ihm zitieren kann.
Bildungsferne schafft Publikumsnähe.
Extreme politische Ansichten resultieren bisweilen nur aus einem starken Verlangen nach Distinktion.
Nichts erregt den Geschichtsfälscher mehr als der Geschichtsrevisionist.
Der Zeitgeist will uns einreden, dass nach der Ablösung des bislang machtausübenden plumpen, prahlenden und gewalttätigen Geschlechts durch das intrigante, gehässige und stutenbissige die Welt endlich besser werde.
Es ist lächerlich, nicht knien zu wollen, bloß weil man nicht glaubt.
Eine gewisse Sorte von Dummköpfen nähert sich dem Bonmot mit dem begrifflichen Instrumentarium der Soziologie.
Das einzig Wichtige auf Erden ist, was sich ein paar Erleuchtete und Gebildete über die Jahrhunderte hinweg zuflüstern.
Aus der Sicht des Linksintellektuellen wiegt Stauffenbergs Versuch, Hitler zu töten, nicht seine Schuld auf, das Deutsche Reich retten zu wollen.
Die Menschen sind so amusisch wie eh und je, aber sie schämen sich nicht mehr dafür.
Um Weihnachten zu retten, muss man beginnen, es wieder heimlich zu feiern.
Ein Freund, den man nicht mitunter beneidet, ist womöglich keiner.
Als Theodor W. Adorno statuierte, man dürfe nach Auschwitz keine Gedichte mehr schreiben, ging es ihm zu einem Prozent um Lyrik, zu 50 Prozent um Auschwitz und zu 100 Prozent um den unsterblichen Ruhm des epochalen Dekreteschmieds Theodor W. Adorno.
Und der Vorhang im Tempel zerriß nicht in zwei Stücke von obenan bis untenaus, und die Erde erbebete nicht, und die Felsen zerrissen nicht, und die Gräber taten sich nicht auf, und dies ist die traurigste Geschichte der Welt.
Neben der Empörungslust, die ein A. Hitler der Nachwelt beschert hat, nimmt sich die Damnatio memoriae der Alten regelrecht frigide aus.
Wenn es in der Politik feierlich wird, sind die Messer für gewöhnlich schon gewetzt.
Täglich bringt der Kampf gegen die Syntax neue Helden hervor.
Wäre es nicht ein guter Anfang, wenn sich jeden Morgen vor den Nachrichten ein weißer, heterosexueller Mann mit einem siebenstelligen Jahreseinkommen beim TV-Publikum für seine Existenz entschuldigte?
Es ist mittlerweile nahezu unmöglich, sich öffentlich anders als in einer dämonologischen Sprache über Hitler und seine Spießgesellen zu äußern, das heißt: Die Anti-Aufklärung hat auf breiter Front gesiegt.
Manche Kritiker beleidigen mit Lob und Tadel gleichermaßen.
Es gibt Leute, die weder eine Partnerschaft am Leben halten noch ihre Kinder erziehen können, die aber genau wissen, was für 350 Millionen Europäer richtig ist.
Jahrtausendelang kannten die Menschen nur den Wettstreit der Vorzüge, heute wetteifern sie mit ihren Benachteiligungen.
Welch sinniges Schauspiel: die Toleranten, zusammengetreten von den Tolerierten.
Die Homer-Lektüre erfrischt unter anderem deshalb so sehr, weil keiner der Handelnden ein schlechtes Gewissen kennt.
Wer etwas "unsäglich" findet, gibt zunächst einmal Auskunft über seinen Wortschatz.
Vielleicht sollte man auch gewisse Bücher, jene von Carl Schmitt zum Beispiel, mit dem Aufdruck "Enthält Sulfite" versehen.
Ich glaube weder an Gott noch an den Papst, aber ich glaube an 2000 Jahre.
Europa will China werden.
Auch wenn es Gott nicht gibt, sollte man die Lösung der Probleme dieses Planeten vielleicht besser ihm überlassen anstatt denjenigen, die von sich behaupten, sie seien dafür prädestiniert.
Der heutige Biograph geht mit dem festen Vorsatz ans Werk, die Ähnlichkeit zwischen der von ihm behandelten Person und dem Leser zu beweisen.
Die aktuell gültige Maßeinheit für die Erbsünde heißt Kohlendioxidbilanz.
Politische Falschmeiner in den GULag zu sperren, ist altmodisch geworden; man verbannt sie inzwischen in den schalldichten Raum des medialen Exkommuniziertseins, von wo aus sie den Saturnalien der Rechtmeiner im TV zuschauen dürfen.
Lange glaubte die Linke, es bedürfe zur Durchsetzung ihrer Ziele einer Avantgarde. Heute weiß sie, dass es vollauf genügt, das Mittelmaß zum gesellschaftlichen Leitbild zu erheben.
Wo das Team regiert, wird Bildung zum Stigma.
Die nichtgebrauchte Gebärmutter hat sich aus den Klöstern in die Universitäten und Institute emanzipiert.
Der kritisch-aufgeklärte Westeuropäer lässt seine Vorfahren dafür büßen, dass sie so viel bedeutender waren als er.
Wenn der Satz nicht schmeckt, ist auch sein Inhalt belanglos.
Die Anprangerung der sozialen Ungerechtigkeit bereitet dem Linksintellektuellen mehr Vergnügen, als es ihre Abschaffung je könnte.
Der Hass auf einen geistig hochstehenden Menschen entspringt oft nur der ohnmächtigen Erkenntnis, dem Überlegenen buchstäblich nichts anderes anzubieten zu haben.
Den Siegeszug der modernen bildenden Kunst nach ästhetischen Kriterien zu bewerten ist ungefähr so, als bemesse man den Erfolg einer militärischen Eroberung an der Farbe der dabei getragenen Uniformen.
Ein mit der Internet-Pornographie Aufgewachsener vermag sich das Antlitz einer Frau kaum mehr anders vorzustellen als mit Spermaspritzern darin.
Ich bin behindert: Ich bin gottlos.
Wer die gewaltige Reduzierung der Kindersterblichkeit in unserem Weltteil preist, sollte die ebenfalls gewaltige Steigerung der Embryonensterblichkeit nicht zu erwähnen vergessen.
Das Gespräch mit einem Toleranten wird erst dann amüsant, wenn der Punkt erreicht ist, an dem er Null Toleranz bekundet.
Der Opportunist hält sich für "schwarmintelligent".
Verbrechen, lehrt der bundesrepublikanische Katechismus, haben soziale Ursachen, sofern sich bei den Tätern keine rechte Gesinnung auftreiben lässt.
Dass der zeitgenössische Intellektuelle sich über die unvergleichliche Grausamkeit der Kriege des 20. Jahrhunderts entrüstet, hängt damit zusammen, dass die von ihm verachteten Monarchen für eine historische Weltsekunde den gehegten Krieg eingeführt hatten und dass er von den anderen Kriegen nichts weiß.
Für Toleranz appellieren gemeinhin diejenigen, die keine aufbringen müssen.
Dass Kriminelle um jeden Preis resozialisiert werden sollen, ist kein Postulat der Ethik, wie man an der allgemeinen Gleichgültigkeit gegenüber ihren Opfern sehen kann, sondern eines der schieren Furcht.
Wie schön, wenn es Menschen gut geht und man sie verachten kann, ohne vom Mitleid daran gehindert zu werden.
Sage mir, wie du zu Goethe stehst, und ich sage dir, wer du bist.
Der Sozialist zieht die Unfreiheit aller der Freiheit einiger weniger vor.
Das Schicksal hat, wie es scheint, an den modernen Menschen kaum mehr Interesse.
Wenn eine Frau, die nie an einer Wiege gesessen hat, über das richtige Leben zu predigen beginnt, sollte man sich dezent entfernen.
Der Minimalsinn von religiösen Ritualen besteht darin, den Unsinn zu verhindern, den die Menschen stattdessen tun würden.
Keine Rasse überhäufte die Welt so sehr mit Zukunftsentwürfen wie die weiße kurz vor ihrem Aussterben.
Geschichte ist, was der Linksintellektuelle auf jeden Fall besser gemacht hätte.
Wenn das kleine Kind nachts durch das unheimlich dunkle Haus läuft, trägt es immer einen Teddy oder eine Puppe bei sich. Wie würde man jemanden bezeichnen, der ihm erklärte, dass der Teddy aber gar nicht gegen die Dunkelheit hilft? Aufklärer? Oder: Idiot?
In der Bundesrepublik erkennt man einen "Provokateur" und "Querdenker" an der Zahl seiner Preise.
Die schlagensten Argumente gegen die EU stammen von ihren Befürwortern.
Der religiöse Glaube kommt einem so lange einfältig vor, bis man sich die Vorschläge anhört, auf welche Weise die klügsten Menschen der Gegenwart die Probleme des Planeten lösen wollen; danach erscheint er wie das Tor zur Weisheit.
In sein Dorf zurückgekehrt, berichtete der Zentralafrikaner vom Voodoo der Europäer: Man werfe dort alle vier Jahre Zettel in Kisten und hoffe, dass in den nächsten vier Jahren die Wünsche in Erfüllung gehen.
Die Bekämpfer von Eintagsfliegen schütteln den Kopf über die Streiter gegen Windmühlen.
Die Menschheit wird sich vielleicht niemals von der Schreckensnachricht erholen, dass es keinen Gott gibt.
Ein Leser, der sich nicht scheut, eine Trivialität zum tausendsten Mal zu wiederholen, ist doch zugleich imstande, einen Autor dafür zu tadeln, dass er eine irgendwo bereits geäußerte Weisheit in eigenen Worten noch einmal formuliert.
Europa gleicht einem Patienten, der eine tödliche Krankheit glücklich überstanden hat und nun durch fortgesetzte Gabe von Medikamenten gegen diese Krankheit zu Tode therapiert wird.
Die Erkenntnis der eigenen künstlerischen Bedeutungslosigkeit durchfuhr ihn mit der Kraft einer genialen Inspiration.
Die Tempel und Kathedralen dieser Welt mögen vielleicht nicht für Gott zeugen, gewiss aber gegen den Atheismus.
Ein Standardhonorar der politischen Mainstream-Presse beläuft sich auf dreißig Silberlinge.
Ein Sportwagen ist nichts gegen einen vertrunkenen Sportwagen.
Der politisch engagierte Künstler träumt in der Regel bloß vom Engagiertwerden.
Der Dummkopf glaubt, der ganze Gedanke sei falsch, wenn er in ihm einen Widerspruch entdeckt.
Kultur ist, zu verhindern, dass Menschen "authentisch rüberkommen".
Sehr vieles von dem, was in Wikipedia steht, weiß ich nicht, aber fast alles, was ich weiß, steht nicht in Wikipedia.
Nicht selten hat die Vernunft ihren festen Platz im Arsch des Hegemons.
Das meiste, was man heute von rechten Autoren zu lesen bekommt, sind Spitzelberichte über sie.
Die Menschheit ist die einzige Gattung auf diesem Planeten, die erreicht hat, dass die meisten ihrer Angehörigen sterben können, ohne von Vertretern anderer Gattungen dabei aufgefressen zu werden.
Der autoritäre Charakter kämpft mit derselben Zuverlässigkeit für oder gegen die Demokratie, für oder gegen Antisemitismus, für oder gegen "rechts" – er muss sich nur auf der sicheren Seite fühlen.
Den meisten Menschen ist ein Tabu lieber, als wenn überhaupt nichts gilt.
Nicht nur die Angst erzeugt Opportunismus, sondern auch der Narzissmus, denn der narzisstisch gewordene Allerwelts-Mensch der Gegenwart kann sich eine Abkehr von den ihn umgebenden zweibeinigen Spiegeln nicht erlauben.
Alles, was zum Bekenntnis nötigt, ist Religion.
Der kapitale Fehler des Kommunismus bestand darin, das erfolgreichste Wirtschaftssystem der Geschichte abschaffen zu wollen, anstatt es sozialdemokratisch auszubeuten.
Abstinenz ist schlimmer als Hybris.
In einem gewissen Sinne muss man für den Fortgang der Aufklärung beten.
Da der Linke genau weiß, wie wenig er mit seinen persönlichen Ambitionen in Betracht kommt, muss er sich ständig als Sprecher anderer ausgeben.
Eine der Funktionsmöglichkeiten des Gehirns hält sich interessanterweise für dessen Erforschung.
Der moderne Mensch hat das Privileg, mit immer größerer Mobilität, bei immer besserer Gesundheit und immer längerer Lebensdauer die von modernen Menschen zerstörten Kulturlandschaften der vormodernen Welt betrauern zu können.
Der Polemiker ist ein Verwandter des Alkoholikers.
In Norddeutschland gibt es ein neues Wort für Dummkopf: Abiturient.
Ein Almosen ist mehr wert als die Anprangerung der Armut in zwanzig Bänden.
Hat sich die Öffentlichkeit eines Landes erst einmal entlang der Kraftlinien des Ressentiments formiert, gewinnt eine Gruppe kontinuierlich desto größeren Einfluss, je mehr sie sich als diskriminierte darzustellen vermag.
Der Evolutionsbiologe ist ein Kriminalist der Naturgeschichte, der die Suche nach dem Tatmotiv aufgegeben hat und stattdessen Indizien anhäuft.
Der Unfehlbarkeitsanspruch des Papstes ist heute auf diejenigen übergegangen, die ihn anfeinden.
Aus der Liste der Eselsworte: "Homophobie" bedeutet nichts anderes als "Menschenangst".
Der Hauptfeind der Schönheit ist nicht der Barbar, sondern der Pragmatiker.
Übrigens werden hierzulande auch die Armen immer reicher.
Eine gotische Pietá ist subversiver als ein ganzes Museum für moderne Kunst.
Inzest gilt noch als strafwürdig, vermutlich weil er unter Heterosexuellen stattfindet.
"Dieses Buch sollte verfilmt werden", lautet das höchste Kompliment der Illiteraten.
Das deutsche Parteiensystem arbeitet beharrlich daran, jenen Typus Politiker abzuschaffen, der die Alternative besitzt, wieder in seinen Beruf zurückzukehren.
Sterben bedeutet tröstlicherweise auch, von künftigen Technologien verschont zu bleiben.
Das Postulat, in jedem Kind sei ein Mozart oder wahlweise ein Einstein verborgen, markiert den unübersteigbaren Höhepunkt der Heuchelei.
Die Bewohnbarkeit einer Großstadt endet, wenn die Prozentzahl derer, die sich ihre kleinstädtische Mentalität bewahrt haben, unterhalb eines kritischen Wertes gesunken ist.
Der Behindertensport der Autoren nennt sich "creative writing".
Vor uns liegt das Jahrhundert der Überflüssigen.
Ein neues westeuropäisches Massenphänomen: Man wurde um seine Enkel betrogen.
Ein gewichtiger Trost für den erkannten Stümper sind die verkannten Genies.
Wenn außerhalb der eigenen Mauern die Gewalt ausbricht, besteht die natürlichste und gesündeste Reaktion darin, die Mauern zu verstärken.
Der traditionelle Held kämpfte gegen Untiere und Feinde, der zukünftige Held wird sich vor allem gegen sozialen Druck behaupten müssen.
Indem sie sich maskieren, haben die "occupy"-Leute immerhin begriffen, dass es auf ihre Gesichter nicht ankommt.
Schlechtes Abschneiden bei einem IQ-Test lässt im Grunde nur noch bittere Wut auf den Tester als angemessene Reaktion zu.
Eines der neueren Staatsziele der Bundesrepublik: Jedem Devianten ein Normalitätszertifikat!
Im Auftrage eines interessierten Herrschers oder kundigen Mäzens zu arbeiten, verleiht einem Künstler oft mehr Freiheiten, als wenn er sich den Launen des mehrheitlich stets kriterienabholden Publikums aussetzt.
Wo der Feind fehlt, muss der Paria Zusammenhalt stiften.
In der Idee, schwulen Paaren das Adoptionsrecht zu geben, weht der Geist der Paralympics.
Inmitten von Demokratopathen träumte er von der Kallokratie.
Die Schere zwischen arm und reich existiert tatsächlich: Die Armen und die Reichen halten sie an jeweils einer Seite, um aus der Mittelschicht immer größere Stücke herauszuschneiden.
Es fällt auf, dass weibliche Models auf Fotografien immer so schauen, als hätten sie ein unvergleichlich erfülltes Sexualleben, männliche Models indes, als besäßen sie einen Hochschulabschluss.
Vorausgesetzt es stimmt, dass eine Überdosis von Erkenntnis zum Wahnsinn führt, dann ist Gott vielleicht gar nicht tot, sondern bloß verrückt geworden.
Die Demokratie endet, wo ein Bekenntnis zu ihr gefordert wird. (Oder kommt sie, im Gegenteil, dort zu sich selbst?)
„Nie hat ein demokratischer Staat gegen einen demokratischen Staat Krieg geführt, so friedlich ist in ihrem Wesen die Demokratie!“– „Nie hat eine römische Provinz eine römische Provinz bekriegt, so friedlich war in seinem Wesen Rom!“
Ob Frauen Penisneid empfinden, vermag ich nicht zu sagen, aber ganz sicher plagt sie zuweilen ein Art Verdauungsneid.
Religion, lehren die Zeitgeist-Verwalter, müsse Blasphemie vertragen können. Ausgenommen natürlich die Religion der sozialen Gerechtigkeit, die Religion der Demokratie, die Religion des Multikulturalismus, die Religion der Klimarettung, die Religion des weltweit durchzusetzenden emanzipatorischen Fortschritts – und was von den modernen Aufgeklärten an Gesinnungstotems noch so rituell umtanzt wird.
Frei nach Luhmann: Neid reflektiert Kontingenz, Eitelkeit eliminiert Kontingenz.
Je gerechter der Krieg, desto größer gemeinhin die Zahl der getöteten Zivilisten.
„Demokratisierung“ bedeutet letztlich Umgehung des Mehrheitswillens durch Überbetonung von Partikularinteressen.
Das tiefste Motiv der deutschen Europapolitik ist die Angst, wieder allein dazustehen.
Den meisten Gottlosen gibt es bei den Kommunisten, den Darwinisten und unter protestantischen Theologen.
Der General Franco hat eine schlechte Presse, weil er die Kommunisten geschlagen hat.
Wer nicht glaubt, dass er seine Sündhaftigkeit geerbt hat, muss sie wohl, obschon er sie mit allen anderen Menschen teilt, für ein originäres Produkt seiner selbst halten.
Je mehr sich die Kirche für die Gesellschaft interessiert, desto geringer wird ihr Einfluss auf sie.
Man weiß nicht, was heute schlimmer ist: Kommunikation oder Exkommunikation.
Der sicherste Weg, um in der Bundesrepublik Deutschland Macht auszuüben, besteht darin, ihre nationale Ohnmacht zu fördern.
Was immer sich Carl Schmitt in den Jahren 1933 bis 1936 an Charakterlosigkeit und Opportunismus zuschulden kommen ließ, ist längst verblasst hinter der Charakterlosigkeit und dem Opportunismus derjenigen, die sich seit sechzig Jahren in beflissen-ungefragter Selbstgleichschaltung karrierefördernd von ihm distanzieren.
Wer sein Denken davon abhängig macht, ob ihm eventuell die Falschen zustimmen könnten, sollte es gleich ganz einstellen.
Das Bedürfnis, auf dem Laufenden sein zu wollen, ist inzwischen vermutlich ein Zeichen von Schwachsinn.
Nichts vermag mehr Sympathie für den Teufel zu wecken als der Exorzismus.
Musikwissenschaftliche Kenntnisse sind zum Verständnis eines Musikstückes so notwendig wie die Kenntnis der physikalischen Struktur des Mondes zur Beschreibung der "Busch und Tal" füllenden Schönheit seines Lichtes.
Die endgültige Befreiung der Menschheit ist immer nur zwei bis drei Massenmorde weit entfernt.
Gönnen ist göttlich.
Die Homosexuellenbewegung will, dass man Sackgassen wie Durchgangsstraßen behandele.
Sogar auf dem Grund des Ekels findet sich zuweilen der Neid.
Der bedürfnisgenormte, herkunftslose, geschlechtsneutrale Europäer ist die aktuelle Version des "neuen Menschen".
Den fanatischen und den skeptischen Demokraten eint immer noch die Überzeugung, dass es zu ihnen nur teuflische Alternativen gibt.
Es ist inzwischen möglich, ein ganzes Menschenleben lang zu lesen, ohne auf ein wirklich schlechtes oder ein wirklich gutes Buch zu stoßen.
Der Wein hatte tags darauf ganz und gar den Geschmack des Filmes angenommen, zu dem ich ihn am Vorabend zu trinken begonnen hatte.
Wo behauptet wird, die Begriffe "links" und "rechts" seien überholt, herrschen Linke.
Es ist lächerlich, sich als Regelbrecher zu spreizen, wenn man die Regeln nicht beherrscht.
Die von der eigenen Lehre abweichenden Sympathien großer, Schule machender Köpfe – jene Alban Bergs für Bruckner etwa oder die Wittgensteins für Schopenhauer – sind von deren Schülern selten nachvollziehbar, weil die Meister sich über ihre schiere Höhe definieren, die Schüler aber nur über ihr hart erarbeitetes Verständnis der jeweilige Geistesmode. Céline: der Nihilismus als Supernova.
Fortschritt bedeutet, den immergleichen Blutbädern in immer besserer Bildqualität folgen zu können.
Nur für zwei Dinge lohnt es sich, innerhalb einer Gesellschaft zu kämpften: dass Recht herrsche sowie Meinungsfreiheit gelte. Wer beides garantiert, und sei es der Zar oder der Kaiser, ist der Freund, wer es angreift, und sei es die Demokratie oder die "Zivilgesellschaft", ist der Feind.
Auf die Unsterblichkeit der Seele würde der moderne Mensch gern verzichten, wenn nur seine Genitalien fortlebten.
Im zeitgenössischen Spießer brennt das Verlangen, traditionelle Rituale, etwa die Trauung, möglichst unspießig zu vollziehen.
Mitunter bedeutet Definieren eine krasse Unterbietung der Evidenz.
Am meisten strahlen die Augen des Teufels bei den Worten Liberté, Égalité, Fraternité.
Es ist schlimm, wenn einen die Freunde enttäuschen, aber weit schlimmer ist es, wenn die Feinde nichts taugen.
Wie verzweifelt muss ein Mensch sein, der sich in den Optimismus flüchtet!
Die heftigsten Verächter der Nation lassen sich wie selbstverständlich von ihr alimentieren.
Je größer das Publikum, desto dümmer für gewöhnlich die Rede.
Allein in der Vendée haben die Jakobiner binnen dreier Jahre mehr Menschen massakriert, als die Kirche in 300 Jahren Hexen verbrannt hat. Während über der Französische Revolution eine Gloriole strahlt, muss sich die Kirche ihre Untaten bis heute vorhalten lassen.
Die einfachen Tatsachen und Weisheiten der Völkerpsychologie gelten nur unter den Wortführern historisch widerlegter Völker als obsolet.
Deutschlands „langer Weg nach Westen“ (H. A. Winkler) wird womöglich bloß in irgendeiner Karawanserei oder in einem Touristenbordell enden.
Hätten frühere Epochen die soziale Gerechtigkeit zu ihrem Ideal erkoren, könnten wir heute weder ihre Architektur bestaunen noch ihre Kunst bewundern. – Aber die moderne Kunst und die sozial gerechte Architektur werden den Menschen die Empfänglichkeit dafür schon noch vollends abtrainieren.
Die „europäische Idee“ ist in Wahrheit nicht viel mehr als die Übertragung des deutschen Länderfinanzausgleichs auf einen Kontinent.
Der Gegenwartsautor muss maßlos begabt und maßlos selbstverliebt sein, um für sein triviales zeitgenössisches Personal noch eine künstlerische Sprache zu entwickeln.
Vorschlag für ein neues Wort zur Beschreibung von zwar sportlich reizvollen, aber ansonsten komplett amusischen Konzertveranstaltungen: Lang-Lang-weilig.
Einen Nonkonformisten erkennt man niemals an seinem Äußeren.
Philosophisch ist nicht der Diskurs, sondern wie man sich zu ihm verhält.
Wer hätte gedacht, dass der anmutige Begriff "Europa" einmal fester Bestandteil der Gaunersprache werden würde?
Dürer, Goya, Cézanne: die Wegbereiter der Hässlichkeit.
Die deutschen 68er hätten ihre Eltern mehrheitlich bewundert, wenn die Nationalsozialisten den Krieg gewonnen hätten. Und mit der Gewährung von ein bisschen promiskuitiver Fickerei zwecks staatlich geförderter Kriegernachwuchszeugung, der Vorzugsausgabe französischer Beuteweine und guten Aufstiegsmöglichkeiten in den Verwaltungen der besetzten Gebiete hätten die Nazis auch die anderen 68er-Probleme einer soliden Lösung zugeführt.
Es gibt keinen Malstil, den das 17. Jahrhundert nicht bereits probiert hätte.
Der gute Deutsche stört sich weniger am Lärm als vielmehr an der Verletzung seines Rechtes auf Ruhe.
Der Begriff "Vernichtungskrieg" beschreibt eine welthistorische Normalität.
Für ein bedeutendes Kunstwerk ist es angemessener, wenn es friedlich den Tod des Vergessenwerdens stirbt, als wenn es von irgendeinem Trottel "popularisiert" wird.
Die Rangfolge der Schreckensorte aus Sicht der progressiven Familienpolitikerin: Golgatha, Buchenwald, Küche; die der Marterinstrumente: Kreuz, Pfahl, Herd.
Die authentische Signatur unserer Zeit ist der "Gefällt mir"-Button für Kants "Kritik der Urteilskraft".
Die soziale Isolation des Päderasten, des Sodomiten, des Drogensüchtigen, des Ex-RAFlers betrübt den Grünen, während er die soziale Isolation des Rechten noch eigens forciert.
Jubelnd und strahlend, nach allen Seiten winkend und spontan Autogramme gebend, nahm der Schauspieler seinen Preis für die überzeugende Darstellung eines Holocaust-Opfers entgegen.
Eines der großen Verdienste der modernen Kunst bestand darin, auch den Koprophilen eine ästhetische Heimat gegeben zu haben.
Der Unternehmensberater kam zu dem Ergebnis, dass sich speziell in der Liturgie viel unproduktive Zeit einsparen ließe.
Wenn deutsche Politiker einmal keine Vorgaben mehr aus Washington, Brüssel und Paris bekommen sollten, werden sie sich wohl händeringend nach Warschau, Ankara oder Peking wenden.
Jeder Mensch ist sein eigener Darsteller, aber keiner kennt das Drehbuch.
Was in Mode kommen kann, ist es nicht wert, überhaupt zur Kenntnis genommen zu werden.
Die Haupthindernisse des Fortschritts heißen: Distinktion, Manieren, Schamgefühl, Loyalität, Religion, Kultiviertheit, Männlichkeit, Weiblichkeit, Kinderreichtum, Heimatverbundenheit.
Es gibt keinen Pluralismus, wo der Verfassungsgegner nicht mit am Tisch sitzt.
Jede Dankesrede für einen Preis läuft auf eine Unterwerfung hinaus.
Auf die Idee, es erschienen permanent lesenswerte neue Bücher, kann nur kommen, wer keines davon zweimal liest.
Der zeitgenössische Biograph legt gemeinhin zu viel Augenmerk darauf, was die geschilderte historische Persönlichkeit mit seinen Lesern gemeinsam hat, und zu wenig, was sie grundlegend von ihnen unterscheidet.
Der schlimmste Tyrann ist das "Team".
Kein Politiker wäre so schamlos, im privaten Gespräch jene Dinge zu äußern, die er vor Parteitagsdelegierten und laufenden Kameras vorträgt.
Es gibt Menschen, die vermittels ihrer Untergangsprognosen ausgesorgt haben.
Der Protestantismus fragt sich, ob er moralisch genug sei; dem Katholizismus genügt es bereits, wenn er malerisch genug ist.
Der Linke ist imstande, der Forderung eines Rechtsparteilers nach mehr Grünflächen in Bahnhofsnähe mit dem Ruf "Nie wieder Faschismus!" entgegenzutreten.
In der globalen Erinnerung die schlechtesten Karten haben die Abermillionen Toten, die seit 1789 einem der zahllosen Verbrechen für die Menschlichkeit zum Opfer gefallen sind.
Wenn die Memoiren als Literaturgattung ausgestorben sind, weil ohnehin alle ungefähr dasselbe Leben führen, hat der Fortschritt ein weiteres Etappenziel erreicht.
Indem sie ihre Berichterstattung über die tägliche Verfolgung und Ermordung von Christen in muslimischen Ländern möglichst knapp halten, leisten die Medien einen wichtigen Beitrag zum Abbau der Islamophobie.
Strikte Loyalität ist immer eindrucksvoll, und wenn sie dem Teufel gilt.
Man fängt an, die Welt zu verbessern, indem man denen nicht folgt, die behaupten, sie verbessern zu wollen.
Gut, dass die Linke die Reichen nicht kennt, ihr Hass würde sonst grenzenlos.
Die christliche Kathedrale ist ein Ort der Unterdrückung und des Aberglaubens, während das befreite und aufgeklärte Menschtum im Media-Markt der Vernunft huldigt.
In gewissem Sinne ist es komisch, wenn der verweichlichte Spätrömer beteuert, er begegne dem Goten mit "Toleranz".
Um sich als Historiker bei der Beschreibung des 20. Jahrhunderts nicht zu kompromittieren, bedarf es der entomologischen Unparteilichkeit und lakonischen Kühle eines Thukydides.
Der Linke erwachte schweißgebadet aus einem entsetzlichen Alpdruck: Er hatte geträumt, die Welt sei vollkommen.
Bewundernswert am Protestantismus ist das Pfarrhaus als Brutstätte des Geistes und der Gelehrsamkeit über Generationen. Bewundernswert am Katholizismus ist, dass er sich bis heute leisten kann, auf diesen Genpool zu verzichten.
So verständlich der Atheismus auch sein mag, so krude ist der Stolz auf ihn. Ein Mensch, der seine Gottlosigkeit für bedeutend hält, kommt mir vor wie einer, der stolz darauf ist, keine Gedichte schreiben zu können.
Wie bei den Weinen empfiehlt sich auch bei allseits geschätzten Autoren zuweilen eine zertifizierende Blindverkostung.
Womöglich ist der Ungläubige nur eine lustige Person, die zwischen den Zeilen zukünftiger Kirchengeschichten umherirrlichtert.
Der moderne Autor ist heillos überfordert, wenn er das Mobiliar eines Zimmers in einem vornehmen Haus beschreiben soll.
Es gäbe vom Standpunkt der reinen Vitalität keinen Grund, dem "Kampf gegen rechts" seine Anerkennung zu versagen, sofern er jemals in Unterzahl stattfinden sollte.
Das Problem der meisten Atheisten besteht nicht darin, dass sie nicht an Gott glauben, sondern in dem Unsinn, an den sie stattdessen glauben.
Wenn wir in der Vergangenheitsbewältigung nicht nachlassen, klappt das mit dem tausendjährigen Reich vielleicht doch noch.
Bach ist so wenig ein protestantischer Musiker oder ein "Barock-Komponist" wie Asien ein Teil Chinas oder Indiens ist.
Eine Frau, deren Anwesenheit man nur ahnt, ist geradezu unerträglich reizvoll.
Das Leben Napoleons war so aufregend, dass dessen Schilderung auf 500 Seiten Platz findet, das Leben Helmut Kohls so langweilig, dass sein Biograph 1000 Seiten braucht.
Aus der Perspektive gewisser zugereister Unterweltler ist Deutschland eine Hure, die für ihre Dienste obendrein noch bezahlt.
Auf den ersten Blick ist es kaum mehr möglich zu unterscheiden, ob man es mit der Webseite einer Künstlerin oder doch mit einem Escort-Service zu tun hat.
Immerhin über den inzwischen erreichten Stand der pränatalen Eugenik würden sich die Nationalsozialisten freuen.
Man frage bei jedem Kunstwerk: Wird es sich unter die Anlässe einreihen, für die es sich gelohnt hat, auf dieser Erde zu weilen?
Gemeinhin fühlen sich die heute Lebenden den Toten so überlegen, dass sie Napoleon strategische Fehler vorwerfen, Newtons "mechanisches Weltbild" belächeln oder korrigierend in Shakespeares Texte eingreifen. Nur im Falle Jesu Christi scheint niemand zu wissen, wie er es hätte besser machen sollen.
Wenn man sieht, was sich hierzulande als "Piraten" bezeichnet, kann politische Hoffnung wohl nur noch an eine Partei geknüpft werden, die sich "Die Feiglinge" nennt.
Manchen im Busch lebenden Primitiven ist es verboten, spezielle Tiere zu essen oder Früchte an der vermeintlich falschen Seite anzuschneiden. Gewissen in Universitäten und Redaktionen lebenden Primitiven ist es verboten, ein mörderisches Ereignis aus ihrer Stammesgeschichte mit mörderischen Ereignissen in der Geschichte anderer Stämme zu vergleichen.
Der moderne Mensch leidet weniger mit als vielmehr selbst; wenn er nach humanitärer Hilfe, Sozialleistungen oder Analgetika ruft, bezweckt er nicht primär die Schonung der Leidenden, sondern seines eigenen sensiblen Gemüts.
Anfang September 1492 bedauerte Christoph Kolumbus, nicht rechtzeitig eine Reiserücktrittsversicherung abgeschlossen zu haben.
Am perversesten findet der Perverse den Zölibat.
Noch vor dem Sturmgewehr lernt der Bundeswehr-Rekrut die Nazikeule kennen.
Als die Diskriminierung abzuflauen begann, tauchte der Begriff auf; als sie nahezu verschwunden war, befand er sich in aller Munde. Nun konnte sie ihre Karriere neu beginnen.
Es ist nahezu vergnüglich, mit einem Linken über Politik zu sprechen, wenn man sich zuvor seine Ansichten über Kunst anhören musste.
Nachdem sich unter den Vandalen herumgesprochen hatte, welch großzügige Sozialleistungen man ihnen gewähre, plünderten sie Rom am Ende doch.
Auch im Meinungsstreit erkennt man den Abschaum daran, dass er Cliquen bildet und auf Liegende eintritt.
Als hoffnungslos rückständig gilt es, seine Verfehlungen diskret einem Geistlichen anzuvertrauen, als vollkommen zeitgemäß dagegen, sie in einem Boulevardmedium publik zu machen.
Den meisten Menschen, die sich in unserem Weltteil für diskriminiert erklären, mangelt es bloß an Schamgefühl.
Der Pazifismus ist erst dann eine Tugend, wenn er buchstäblich vor Gewehrläufen stattfindet.
Was Historiker über die Wehrmachtssoldaten schreiben, ist uninteressant verglichen damit, was in Russland und Übersee von den Enkeln der Männer weitergeraunt wird, die gegen sie kämpfen mussten.
Da wir nicht wissen, warum überhaupt e t w a s i s t, können wir auch nicht behaupten, dass irgendetwas notwendigerweise sei.
Der Unterschied zwischen einer Neonazi-Bande und einer Migranten-Gang entspricht dem zwischen einer Nachhut und einer Vorhut.
Nachdem er in seiner neuesten Vernissage weder Fäkalien noch Müll zur Schau gestellt hatte, geriet der Künstler in den Ruch der Konzeptlosigkeit und des Konservatismus.
Die tägliche Zeitungslektüre gleicht einer Zugfahrt durch endlose, immergleiche, triste Vororte, die sich um eine Stadt geschlossen haben, die nicht mehr existiert.
Der Duktus des marxistischen Historikers, der die Geschichte auf ihr Ziel hin enträtselt zu haben meint, hat längst auch die liberale Historiographie verdorben.
Es gibt gewiss gute Gründe, die demokratische Tyrannei der aristokratischen vorzuziehen, aber keiner davon ist amüsant.
Der Schreck fuhr dem kleinen Modernski in alle Glieder, als er bemerkte, dass die Herde schon wieder weitergezogen war.
Der ideale Historiker arbeitet, als studiere und beschriebe er die Geschichte einer anderen Gattung.
Ein Emanzipationskollektiv von echtem Schrot und Korn hält sogar den Ekel, den es auslöst, für Diskriminierung.
Die Kultur endet, wenn die Reichen keine mehr besitzen.
Die ultimative Geschichte Europas wird wohl ein Asiate schreiben.
Nichts irritiert den Demokraten mehr als der Hinweis auf die zuweilen erstaunlichen individuellen Freiheiten unter der Herrschaft von Monarchen.
Eine kinderlose Frau, die Lebensratgeber für ihre Geschlechtsgenossinnen schreibt, ist so glaubwürdig wie ein Wehrdienstverweigerer, der Empfehlungen für das Verhalten im Gefecht ausspricht.
Die Einbildung, Träger irgendeines Fortschritts zu sein, ersetzt für gewöhnlich die Persönlichkeit.
Im einstimmigen Chor weisen deutsche Journalisten den Vorwurf von sich, sie sprächen zu allen wichtigen Fragen im einstimmigen Chor.
Eine Frau genügt entweder für eine Nacht – oder nicht einmal für sämtliche Nächte.
In der Person Niklas Luhmanns kapitulierte das Genie vergeblich vor der Unmöglichkeit, heute noch eines zu sein.
Evolutionsbiologisch betrachtet ist die Frau in ihrer jetzigen Gestalt ein Produkt des männlichen Begehrens. Es wird Zeit, dass die Lesben sich dafür bedanken.
Jemand sagte, er könne sich nicht entscheiden, ob er Demokratie eher für Religion oder eher für Aberglauben halten soll.
Keine Kinder zu haben ist hierzulande eine gute Voraussetzung, um über Familienpolitik mitreden zu dürfen.
Gott ist Biologist.
Der Unterschied zwischen Breivik und Che Guevara besteht darin, dass bei der öffentlichen Dauerpräsentation des Südamerikaners Nachahmungstäter ausdrücklich erwünscht waren.
Persönlichkeit ist, was nach Abzug sämtlicher statistisch erfassbaren Größen von einem Menschen bleibt.
Die Leute wundern sich, dass ein Flügel so viel kostet wie ein Auto, aber nie umgekehrt.
Nach der Etablierung von "Kiezdeutsch" als allseits akklamierter Kulturbereicherung schauen wir vorfreudig der längst fälligen "Kiezmathematik" entgegen.
Prokrustes war der erste Soziologe.
Ein repräsentatives Produkt der unterdrückten Homosexualität ist À la recherche du temps perdu, eines der befreiten der Christopher Street Day.
Blasphemie gegenüber einer Religion, die weder herrscht noch mit Konsequenzen droht: ein unendliches Betätigungsfeld der Wichte.
Auch in der Philosophie sind die Worte aus Erde und Stein von Begriffen aus Plastik und Gummi abgelöst worden.
Die Eumeniden lächeln, wenn der Mob ins Büro des linken Gesellschaftstheoretikers eindringt.
Der Soziolge hält Dekadenz für "Rekursivität".
Die Praxisorientierung ist der Hebel, mit dessen Hilfe man den Studenten aus der Universität herauslösen und in die Nutztierproduktion einbetten kann.
Der kommentierende Journalist ist ein Medium, das sich einbildet, selber zu reden.
Welchen Gegenstand ein Buch behandelt ist zweitrangig verglichen damit, auf welche Weise es ihn behandelt.
Die Architekturkatastrophe hat der Naturkatastrophe den Rang abgelaufen.
Liberal nennt man jene Gesellschaften, die binnen weniger Generationen mangels Nachwuchs Platz machen für weniger liberale Völker.
Die Verbrechen der Nationalsozialisten sind etwas weniger unvergleichbar als die Neigung deutscher Nachgeborener, sich unausgesetzt in ihnen zu suhlen.
Ein gedopter Sportler ist immer noch ein besseres Vorbild als ein koksender Rapper.
Die "spannenden" Bücher langweilen am meisten.
Lieber in einer Kate in Sichtweite eines Schlosses wohnen als im Sozialbau in Sichtweite weiterer Sozialbauten.
Wenn sich jemand offen undankbar benimmt, kann man immerhin davon ausgehen, dass er nicht heimlich etwas gegen einen im Schilde führt.
Die Gefährlichkeit einer rechtsextremistischen Veranstaltung bemisst sich an der Anzahl der in ihrem Verlauf von Linksextremisten verletzten Personen.
Merke: Die Nazis haben geraubt, die Kommunisten bloß enteignet.
Der Kunstgeschmack verdirbt nicht mit den Künstlern, sondern mit den Käufern und Auftraggebern.
Der Ungläubige betrachtet einen x-beliebigen religiösen Ritus zunächst mit Unverständnis, dann mit Spott, zuletzt mit Beschämung.
Wenn die Schimpansen sprechen könnten, würden sie wohl als erstes ihre Gleichstellung fordern.
Die Anti-Rassisten sind die Rassisten der Zukunft.
Die moderne Welt besteht aus Millionen Menschen, die sich benachteiligt fühlen, und niemandem, der sie unterdrückt.
Unter streitenden Historikern hat stets der recht, der für ein historisches Ereignis mehr Ursachen anzubieten weiß als die anderen.
Die Parodie ist oft nur der Weg, mit seiner Ergriffenheit fertigzuwerden.
Für die großen Texte ist es besser, sie werden verbrannt als von Journalisten gelobt.
Nichts ist interessanter als der Mensch, nichts langweiliger als die Menschheit.
Die Reformierung einer ehrwürdigen Institution hat in der Regel zur Folge, dass sie schneller veraltet.
Wer so kleinlich ist, immer die Wahrheit sagen zu wollen, begibt sich des Hochgenusses, den eitlen Dummkopf im warmen Regen falscher Komplimente aufblühen zu sehen.
Man darf keinen Unterschied machen in der Verachtung der Spießeridylle und ihrer Verächter.
Die physikalische Formel ist ein anderer Ausdruck des Mysteriums.
Um sich ein besseres Sozialprestige zu verschaffen, führten die Räuber als erstes eine Frauenquote ein.
Dass keine seiner Inszenierungen eine "unauslöschliche Spur" hinterließ, ist das beste, was sich inzwischen über einen Bühnenregisseur sagen lässt.
"1984" war ein Zwischenschritt in die "Brave New World".
Mancher hält für Fortschritt, was bloß Anschwärzung der Vergangenheit ist.
Aus den hiesigen Debatten kann das Publikum in der Regel nur lernen, worüber künftig nicht mehr debattiert werden darf.
Keine Staatsform legt weniger Wert aufs Repräsentieren als die repräsentative Demokratie.
Ob es irgendwo auf dieser Erde einen Linken gibt, dem seine politische Verortung Gewissensnöte bereitet?
Verglichen mit dem Dasein zum Beispiel einer Bäuerin des 19. Jahrhunderts führt der westliche Großstadtmensch der Gegenwart ein merkwürdig rechtfertigungsbedürftiges Leben.
Der zeitgenössische "Antifaschist" benötigt den Faschisten gar nicht, denn er trägt ihn in sich.
Fast alle Meinungen sind taktischer Natur. Erst wer sicher ist, dass er auf seiner Ansicht auch dann beharren würde, wenn sämtliche Menschen, von denen er Kunde hat, exakt der gegenteiligen Ansicht wären, darf von sich behaupten, er selber meine.
Man muss, um der Güte willen, den Begriff Gutmensch präzisieren in: Bessermensch.
So wie die Scholastik im Mittelalter Gottesbeweise ersann, sollte die Politikwissenschaft allmählich über Demokratiebeweise nachdenken. Dass in regelmäßigen Abständen Menschen zur Wahl gehen, beweist jedenfalls die Existenz einer Demokratie so wenig wie die Tatsache, dass Menschen zum Gottesdienst gehen, die Existenz Gottes.
Wenn überall nur noch Befreite leben, welche Lust muss da der Sklavenstand sein!
Der jeweilige Zeitgeschmack ist die Schlacke in den Kunstwerken; mit abnehmendem Verunreinigungsrad wächst ihre Beständigkeit.
Die Gegenwart hat einen völlig neuen Typus produziert: das prahlende Opfer.
Wer errötet, beweist einen erschütternden Mangel an Modernität.
Was noch vor zwanzig Jahren Common Sense war, gilt heute als "rechts". Was heute als Common Sense gilt ...
Die "Theorie des kommunikativen Handelns" ist ein Vorschlag des Beutetiers an den Jäger.
Der Klassenbeste ist vorbestraft, und die schlechteren Schüler reiben es ihm bei Bedarf unter die Nase, damit er ihnen pumpt und hilft: Europa.
Nationalcharakter ist das, wovon man an verschiedenen Orten mehr oder weniger unbefangen reden kann, je nach Nationalcharakter.
Schriebe Klio eine Geschichte des Nationalsozialismus, sie begänne mit dem Dreißigjährigen Krieg.
Nach Auffassung des Linksintellektuellen und seines journalistischen Milchbruders hat die Demokratie versagt, wenn sie keine linken Mehrheiten produziert.
Seiner Schwärmerei für fremde Kulturen kam enorm entgegen, dass ihm jede Kultur fremd war.
Diskurse nennt man jene akademischen Modenschauen, auf denen die führenden Gesinnungsdesigner festlegen, welche Themen und Meinungen in der nächsten Saison als angesagt zu gelten haben.
Auf eine Frau eifersüchtig zu sein, mit der man bereits geschlafen hat, ist übertrieben.
Der Linke ist aufs Äußerste irritiert, wenn er an einen zufriedenen Menschen gerät, der sich von ihm weder aufstacheln noch ein schlechtes Gewissen einreden lassen will.
Ein schwarzer Jesus, wie gelegentlich "provokativ" inszeniert, ist für einen weißen Christen vollkommen akzeptabel, doch auf einen Schwarzen mit Distinktion muss er als peinliche Vordrängelei wirken.
Die Geschichtsschreibung in der bürgerlichen Epoche wurde im wesentlichen von Anwälten betrieben, heute haben sich die Ankläger durchgesetzt.
Schande über seine Familie bringen, dergleichen ist heutzutage, wo jeder Charakterdefekt seine sozialkitschige Erklärung findet, kaum mehr möglich; weder durch Feigheit, Geiz oder Gier, schlechte Manieren, sexuelle Abartigkeit, Schamlosigkeit oder die Verübung von Straftaten will es gelingen; einzig die Mitgliedschaft in einer Rechtspartei mag den gesunkenen Ansprüchen in puncto Schändlichkeit zuweilen noch genügen.
Solange die eigenen Großtaten sich in der Rückschau noch in Peinlichkeiten verwandeln können, bleibt auch die Zukunft spannend.
Man erkennt den zur Demokratie bekehrten Linken daran, dass er nunmehr nach Nichtdemokraten fahndet und Kriterien für deren Ächtung formuliert.
Wie ich lese, ist die Anzahl meiner Zellengenossen inzwischen auf 7 Milliarden gestiegen.
Die einen sagen, Gott existiere, die anderen, er sei eine Erfindung des Menschen. Ich glaube weder das eine noch das andere.
Mit dem Ancien Régime hatte Europa sein sexuelles "1968" längst hinter sich.
Der deutsche Gegenwartsschauspieler könnte den Napoleon geben, Nero oder Jack the Ripper, seine Mimik brächte doch zum Ausdruck, dass er nach Dienstschluss wieder fest auf dem Boden des Grundgesetzes steht.
Ob es in den Opern Richard Wagners Judenkarikaturen gibt, ist umstritten. Bis zur Unerwähntheit unbestritten sind zugleich die dort versammelten Arierkarikaturen.
Nichts macht den linken Pädagogen rasender als der ewige Triumph der Begabung über den guten Willen.
"Burn out", das passt allenfalls auf Dresden im Februar 1945.
Es ist nur folgerichtig, dass die schleichende Privilegierung der Frauen mit ihrer überlegenen sozialen Intelligenz letztbegründet wird; die andere ist ja halbwegs messbar.
Nichts kuriert eine Blamage gründlicher als die nächste.
Wer keinen Geist besitzt, kann sich immerhin noch am Geist anderer erfreuen, das heißt: sofern er vornehm genug dafür ist.
Im Wort "Ausländerfeindlichkeit" manifestiert sich die aktuelle und wohl zugleich finale Form deutscher Selbstüberschätzung. "Integration" wiederum ist die zeitgemäße Version der "Wunderwaffe"; wer will sich schon integrieren in eine unfruchtbare, sich selbst verachtende, durchmemmte, unstolze, aussterbewillige Gesellschaft?
Man soll die schönen Frauen, die sich mit Showstars oder TV-Kaspern einlassen, darum nicht gleich geringschätzen; wenn deren Einkommen und Status es zuließen, stiegen sie nämlich sogar mit Philosophen ins Bett.
"Ach, Sie haben ein Burn-out? Zu einer anständigen Depression hat's wohl nicht gelangt?"
Wer ohne Kinder gelebt hat, hat nie in einen Spiegel geschaut.
Wie kann nur jemand ernsthaft darüber erstaunt sein, wenn eine Theorie nicht stimmt?
Krankenhäuser sind nicht dafür da, dass sich die Kranken, sondern dass sich die Gesunden besser fühlen.
Junge Frauen tragen Schmuck, um auf sich hinzuweisen, ältere, um von sich abzulenken.
Wer sein Denken reinigen will, muss sich zunächst von denen fernhalten, die ihm beipflichten.
Über die Frage der Willensfreiheit entscheidet am Ende nicht Wolf Singer, sondern Carl Schmitt.
Noch abstoßender als die völlige Mitleidlosigkeit sind die Bekundungen selektiven Mitleids.
Das Strafgesetzbuch des säkularen Staates ist eine verschämte Anerkennung der Erbsünde.
Mit dem Selbsthass wie mit einem Zwillingsbruder aufgewachsen, lag die Messlatte für ihn schließlich so hoch, dass er auch alle anderen mithassen musste.
Sich schämen kann so schamlos sein.
Der "Forschungsstand" ist jener Wall, hinter welchem sich in den Geisteswissenschaften die Geistlosen verschanzen.
Dass rechtes Gedankengut in die Mitte der Gesellschaft eindringe, ist ein großes Ärgernis derer, die dort schon lange und unbehelligt ihr linkes Gedankengut verbreiten.
"Flache Hierarchie" bedeutet gemeinhin: Wiedereinführung der Hackordnung.
Nihilismus verträgt sich schlecht mit dem Bekenntnis dazu.
Es ist das skurrilste Kapitel der Gattungsgeschichte, dass sich die aus Bequemlichkeitsgier und Schmerzscheu sukzessive Aussterbenden den vitalen Altvorderen moralisch überlegen fühlen.
Die einzige "Top Location", die ich kenne, ist der Mastkorb.
Man darf heutzutage ganz unbefangen von minderwertiger Kunst reden; sie muss nur aus der Nazizeit stammen.
Steve Jobs kann nicht in der Hölle schmoren, weil er zu ihren Ausstattern gehört.
Einst galt es als Rassismus, wenn jemand sagte, schwarz sei schlecht. Heute handelt es sich bereits um Rassismus, wenn einem auffällt, dass schwarz schwarz ist.
Als Abwandlung von Heideggers berühmter Aristoteles-Kurzbiographie: Adorno wurde geboren, jammerte und starb.
Peinlich berührt senken die Musen den Blick, wenn die Rede auf die "Botschaft" des Künstlers kommt.
Verglichen mit den "Wutbürgern" war der Volkssturm ein Aufgebot von Prätorianern.
Richard Wagners Pamphlet "Das Judenthum in der Musik" hat seine kondebile Entsprechung in den Schriften all derer gefunden, die Antisemitisches in Wagners Musik entlarvt zu haben vorgeben.
Atheist sein, das hieße, Bach zu unterbreiten, er habe sein gesamtes Werk an die falsche Adresse gerichtet.
Die erste Voraussetzung für die sogenannte "Entrümpelung der Klassiker" ist anscheinend möglichst viel Gerümpel auf der Bühne.
Das Erlebenswerte ist selten erzählenswert.
Der gesunde Menschenverstand lehrt, dass man nicht allzusehr mit ihm rechnen sollte.
Wenn der moderne Historiker den Begriff "Kadavergehorsam" verwendet, wird es sich wohl um einen besonders mutigen Truppenteil gehandelt haben.
Man redet derzeit viel über Schwarmintelligenz; der Normalfall lautet aber immer noch: Schwarmblödheit.
Wenn es über einen Künstler heißt, er sei ein "Rebell" gewesen oder ein "Provokateur", darf man getrost davon ausgehen, dass er weder sein Handwerk beherrschte noch etwas ästhetisch Relevantes mitzuteilen hatte.
Niemand hat die Erfolgsbilanz linker Politik inniger und detailverliebter beschrieben als Thilo Sarrazin; es sollte, was seine Behandlung durch das rotgrüne Establishment betrifft, durchaus von Undankbarkeit gesprochen werden.
Verflucht sei, wer aufrechnet. Aber verflucht sei nicht minder, wer verschweigt.
Ein mit Begabung geschilderter Stromausfall ist aufregender als ein talentlos beschriebenes Erdbeben.
Auch kulturell gilt der Entropiesatz: Hochkulturen können sich in Massenkulturen verwandeln; ein umgekehrter Prozess ist ausgeschlossen.
Erst mit seinen persönlichen Intrigen und Mauscheleien hat Jürgen Habermas dem Totenschädel seiner Theorie ein blühendes menschliches Antlitz verliehen.
Der in vielen Menschen rumorende Drang nach gerechter Empörung ist dem Sexualtrieb eines Vergewaltigers nicht unähnlich.
Menschenwürdige Zustände, das kann nur heißen: Zustände, in denen die Menschenwürde nicht auf die Probe gestellt wird.
Eine erdrückende Minderheit der Deutschen lehnt die Sarrazin-Thesen ab.
Wenn der Gegenwartsbesiedler einem Gedankengang nicht folgen kann, zieht er dem Autor auf amazon zur Strafe drei Punkte ab.
Eher ist der Orgasmus einer Hure echt als die Rede eines Politikers frei von Heuchelei.
Dass alle Menschen gleich groß sein sollten, ist ein alter Traum der Zwerge.
Der vor dem Gott, an den er nicht glaubt, auf die Knie geht, hat alles begriffen.
Soziale Isolation ist das Zusammengeschlagenwerden auf Raten.
Leider verwehrt einem die Zeitgenossenschaft, zu erleben, wie den Winkler und Wehler das Schicksal der Treitschke und Gervinus widerfährt, aber in dieser heiteren Gewissheit soll man sie lesen.
Der Quotenfrauenwitz wird den Blondinenwitz ablösen.
Während andere Sprachen bloß in ihrer Existenz bedroht sind, ist es das Englische in seiner Substanz.
Der Begriff "Entrüstung" belehrt uns, wie distinkt dieser Affekt einst verstanden wurde; heute, im Zeitalter der egalitär Empörten, müsste er eher "Aufrüstung" heißen.
Menschenrechtsverletzungen, so der neue Katechismus, sind dringend geboten zum Schutz der Menschenrechte.
Die allzeit pfiffigdumm dreinschauende „Kreativen“-Welteinheitsvisage...
Der Schlachtruf des Feminismus: Arbeit macht frei.
Hat der Linke erst einmal die Diskurshoheit erlangt, bilden andere Ansichten nurmehr noch den Inhalt seiner Steckbriefe.
Immer mehr Schmeißfliegen wehren sich gegen Vergleiche mit Journalisten.
Gender-Mainstreaming ist die Lehre, dass man im Meer klettern und auf Bergen schwimmen kann.
Die Förderung der Homosexualität ist der sicherste Weg zu ihrem Aussterben.
Die Abtreibungskliniken sind die Kathedralen des Feminismus.
Der imposante Weg des westlichen Mannes führte von der Entdeckung Amerikas zur Entdeckung seiner weiblichen Seite.
Vermutlich sind unsere Linken nur deshalb böse auf Sarrazin, weil sie seine Bilanz am Ende gern selber ziehen wollten.
Nicht mehr an ein Gebet zu glauben, aber Wunschzettel in Wahlurnen zu werfen, zeugt auch nicht gerade von Realitätssinn.
Die feministische Klage über Männergewalt gegen Frauen wäre deutlich kleinlauter, wenn nicht unzählige Männer diese Männergewalt bekämpften.
Wozu jemandem in seiner Meinung beipflichten? Er hat sie doch schon.
In einer ehrenwerten Gesellschaft wird man eher wegen Geld oder wegen einer Frau umgebracht als wegen seiner politischen Ansichten verfemt.
Es ist der Kultur eines Landes abträglich, wenn zwar die durchschnittliche Bildung zunimmt, die der Eliten jedoch sinkt.
Letztlich ist die Zeit mit Kunstwerken vertan, mit denen man sich nicht abgeben würde, wenn man kaum noch Zeit hätte.
Obwohl ein Mann des Geistes, wurde sein Bedürfnis, den Hintern aus dem Dreck zu ziehen, am Ende so stark, dass er stattdessen den Kopf hineinsteckte.
Jedes Wort ist ein "Vorurteil".
Sollten wir jemals auf Außerirdische stoßen, dürfte eine der ersten Reaktionen der Grünen darin bestehen, den Begriff "Menschheit" für latent rassistisch (bzw. speziesistisch) zu erklären.
Solange nicht irgendein Wissenschaftler behauptet, vorzeigbare Beweise für ihre Existenz gefunden zu haben, besteht kein Grund daran zu zweifeln, dass Abraham, Moses und Jesus Christus tatsächlich lebten.
Wie überzeugt der Fortschrittsmensch doch von seinem klugen Heute war, bevor es sich in ein dummes Gestern verwandelte.
Wenn es nach der derzeitigen universitären Mode geht, wird sich die Lektüre Prousts demnächst in der Frage erschöpfen, inwieweit sein Werk die Unterdrückung von Homosexuellen und von Frauen während der Dritten Republik darstellt.
Die moderne bildende Kunst ist von einzigartiger Qualität; keinem ihrer Vertreter ist je ein missratenes Werk unterlaufen.
Man sucht gute Umgangsformen meist bei denjenigen vergeblich, die von sich behaupten, eine bessere Gesellschaft schaffen zu wollen.
Wer die Zusammensetzung ihrer Gegner anschaut, kann den Geschmack der katholischen Kirche nur bewundern.
An Westerwelle würde sogar Velázquez scheitern.
Literaturkritik: Die Mistel benotet den Baum.
Die Befürworter von Kreuzzügen im Namen der Demokratie verlangen von der Kirche, sie möge sich für die Kreuzzüge im Namen Christi entschuldigen.
Wenn man ein paar Seiten Habermas über Nacht in Zuckerwasser legt, erhält man am Morgen eine Käßmannsche Predigt.
Was ich zu gern läse: eine Studie über das Verhalten der Grünen unter einer Diktatur.
Hätte Carl Schmitt wie Stalins Claqueure Feuchtwanger, Bloch, Benjamin die Moskauer Prozesse verteidigt statt die "Nacht der langen Messer" Hitlers, hätte Heidegger die "Größe und Herrlichkeit" des kommunistischen Aufbruchs gepriesen statt des nationalsozialistischen, beide gälten heute als moralisch integre Klassiker.
Die Verurteilung des diskriminierenden Rassismus gehört zur Geschichte der Zivilisation, die Verurteilung des distinktiven Rassismus zur Geschichte der Heuchelei.
Ein "Tabubruch", der den Brecher nicht selber halb umbringt, ist keiner.
Die Ökumene ist das Gender-Mainstreaming der Kirchen.
Ohne seine zahlreichen männlichen Kollaborateure existierte der Feminismus heute nur im Lehrbuch der Psychologie.
Schwer vorstellbar, wenngleich eine amüsante Erwägung, dass eine Frau dem Achilles unterbreitet, seine Männlichkeit sei bloß "kulturell konstruiert".
Die Begabungsunterschiede zwischen einzelnen Individuen vermag auch der entschiedenste Egalitarist nicht zu leugnen (er müsste sonst keiner sein), aber zwischen den Völkern und Rassen stellt sich durch das Walten wundersamer osmotischer Kräfte die völlige Befähigungsgleichheit ein.
Da die meisten Büro-Jobs bloß die Seele oder den Charakter beschmutzen und nicht die Hände, genießen Büroangestellte ein höheres "Sozialprestige" als Handwerker. Beim Gang durch ein modernes Bürohochhaus ist man gleichwohl versucht, Friedrich Engels' berühmte Schrift "Der Anteil der Arbeit an der Menschwerdung des Affen" in die entgegengesetzte Richtung zu denken.
Ein Mann, der sein Urteil über eine Frau auch nur im Geringsten davon abhängig macht, ob sie ihn erhört hat, erreicht den Gipfel der Vulgarität.
Zur historischen Aufführungspraxis: Es ist im Grunde einerlei, ob der Hörer der h-Moll-Messe das "Et incarnatus" und "Et resurrexit" auf zeitgenössischen oder modernen Instrumenten nicht mehr versteht.
Die zum Diskriminieren längst zu schwach sind, erklären sich für tolerant. Herrschte tatsächlich Diskriminierung, gäbe es keine Antidiskriminierungsgesetze.
Im Auswärtigen Amt lässt der amtierende Opportunist die Bilder der ehemaligen Opportunisten abhängen.
Man muss die Hervorbringung seiner "Bewältiger" wohl mit zu den Untaten des Nationalsozialismus zählen.
"Was gibt's Neues?" – "Was gibt's Bewährtes?"
Wie zuletzt die Sarrazin-Debatte gezeigt hat, besteht die zentrale Mission der meinungsbildenden Medien dieses Landes darin, den Leuten ihre Alltagserfahrungen auszureden.
Er möchte unsterblich werden. Sie wäre mit einem Eigenheim auch schon zufrieden.
Ein Mensch mit Distinktion macht einen Bogen um den Verein, der ihn wegen seiner Herkunft, seines Geschlechtes, seiner sexuellen Orientierung nicht aufnehmen will. Der Emanzipationsmensch ist so versessen auf seine Gleichheit, dass er alle Welt damit belästigt und sich notfalls hineinklagt.
Seit 1789 sind die Weltgeschichte und ihr Lauf dermaßen mit sozialer und egalitaristischer Rhetorik durchtränkt worden, dass der heutige Allerweltsdemokrat aus tiefer Überzeugung von sich behaupten kann, er sei doch gar nicht links.
Niemand würde einem Grünen oder einem Sozialdemokraten vorwerfen, dass er grüne oder sozialdemokratische Ansichten vertrete, und die Debatte damit für erledigt halten. Bei einem Rechten aber soll es so funktionieren.
Ein wesentlicher Grund für die vergleichsweise Beliebtheit der modernen bildenden Kunst dürfte darin liegen, dass die Erzeugnisse dieser Kunst es dem Publikum erlauben, sofort und uneingeschränkt von sich selber zu reden.
Verblüfft stellt der Besucher einer orthodoxen Messe fest, dass sich der Gott der Ostkirche noch gar nicht seinen "individuellen Bedürfnissen" angepasst hat.
Ohne Kulturchauvinismus keine Kultur.
Jeder Gegenwartsroman belehrt uns darüber, dass es über den Jetztmenschen viel zu erzählen, aber der Nachwelt nichts zu überliefern gibt.
Nachdem ihre gesunden Instinkte die Frau davon abgehalten haben, sich dem männlichen Horntier gleich ins Joch zu begeben, will man sie nun per Quote dazu zwingen.
Derweil sie "Gesicht zeigen gegen rechts", senken sie furchtsam den Blick, wenn Ali und Achmed dräuen; derweil sie bekämpfen, was sich nicht wehren kann -- tote Nazis, Kriegsgeneration, katholische Kirche, Burschenschaften, "Junge Freiheit" --, geht ihnen in der U-Bahn, der Diskothek und auf dem abendlichen Heimweg die Muffe vor Mustafa und Hassan. (Und die anderen Maulhelden krakeelen auf PI herum.)
Wie trefflich sich doch ein Mensch verachten lässt, nachdem man ihm unterstellt hat, seine Ansichten seien menschenverachtend!
Ein Surfbrett und ein Dummkopf üben eine magische Anziehungskraft aufeinander aus.
Die deutsche Nachkriegsgeschichtsschreibung wird zunehmend ein Fall für die Geschichtsschreibung.
Ein Alchemist, der aus Blei und Aluminium Gold herzustellen verspricht, ist nicht weniger glaubwürdig als ein Politiker, der vorgibt, aus daueralimentierten anatolischen Halbanalphabeten wirtschaftsdienliche Fachkräfte destillieren zu wollen.
Bach, Velázquez, Homer, Shakespeare, Proust: Was sind daneben schon Demokratie, Gott, der Klimawandel oder die Frauengleichstellung?
"Vergangenheitsbewältigung": Ein Haufen Geläuterter mit persönlicher und/oder familiärer Nazivergangenheit fordert die anderen auf, sich an den Verbrechen ihrer Sippe mitschuldig zu fühlen.
Courbet, liest man angelegentlich einer großen Schau allerorten, sei ein großer Künstler gewesen, weil er ein Vorläufer dieser und ein Revolutionär jener Richtung gewesen sei, gewissermaßen ein Treppchen im unendlichen Stiegenhaus der Kunst... Aber nicht doch, er war groß, weil er malen konnte, und zwar ausschließlich deshalb!
Der "deutsche Sonderweg" hat begonnen, als man anfing, ihn im Munde zu führen.
Nur wo Eliten fehlen, bekommt der Begriff "elitär" einen Hautgout.
Mit dialektischer Notwendigkeit verschwand schließlich auch die Dialektik.
Die Gegenwartsliteratur ist der bildenden Kunst jedenfalls insoweit überlegen, als noch kein Autor es hat wagen dürfen, ein Buch mit unleserlich beschmierten Seiten zu veröffentlichen.
Es gibt einige zuverlässige, weil verallgemeinerbare Kriterien für den gebotenen Abbruch einer Konversation: etwa wenn einer Goya und Velázquez in einem Atem nennt, Benn für einen größeren Lyriker als George hält und nicht einmal ahnt, dass die Denkkraft eines Heidegger für zehn Adornos und 20 Sartres ausgereicht hätte.
Gerührt lächelt der deutsche Christdemokrat, wenn der Linke ihn lobt.
Je länger das Dritte Reich zurückliegt, desto mehr Hakenkreuze zieren die Bayreuther Festspiele.
Erstaunlich, mit welch einfältigen Worten deutsche Politiker die kulturelle Vielfalt beschwören.
Das große Problem des zeitgenössischen Schriftstellers besteht darin, dass er für Letzte Menschen über Letzte Menschen schreiben soll. Das noch größere, dass er in der Regel selber einer ist.
Dass sich ausgerechnet erfolgreiche und hierzulande heimische Türken (oder Perserinnen) über Sarrazin mokieren, obwohl er sie nun explizit gerade nicht gemeint hat, zeigt sehr gut, dass diese Leute in ihrer Mentalität tatsächlich brave Deutsche geworden sind.
Die historisch endaufgeklärten Deutschen wollen die Schrecken des 20. Jahrhunderts nicht nur angerichtet, sondern auch noch verursacht haben.
Es ist jedesmal von Neuem ein absurder Versuch, innerhalb der Grenzen der Meinungsfreiheit über die Grenzen der Meinungsfreiheit zu schreiben.
Die Lösung für den "Casus Sarrazin" und alle Folgefälle wäre eigentlich sehr einfach: Der Bundestag möge beschließen, dass sämtliche Wissenschaften, die im Dritten Reich galten oder benutzt bzw. teilweise benutzt wurden, hinfort in Deutschland keinerlei Geltung mehr besitzen und nicht mehr gelehrt werden dürfen.
Aus der Dialektik der Aufklärung: Sie arbeite immer länger, sagt Freundin E. bitter, um sich immer bessere Kinderbetreuung leisten zu können.
Mit großem Getöse verkündet der linke Buch- oder Zeitungshändler, dass er das "rechte Machwerk" nicht mehr feilbiete; geschähe dasselbe mit politisch umgekehrtem Vorzeichen (was merkwürdigerweise nie passiert, Rechte sind erstaunlich generös gegenüber linkem Geschreibs), er schriee Zeter, Mordio und Zensur.
Die Nachkriegsdeutschen haben die landesübliche Tüchtigkeit erweitert um das Strebertum im Besiegtsein.
Verfassungspatriotismus: Erst stirbt der Patriotismus, dann die Verfassung.
Der gymnasiale Stundenplan im Traum des Progressiven: Landessprache (jeweilige); Freie Orthographie; Geschlechtergerechte Mathematik; Gender- und Transsexualitätskunde; Soziale Gerechtigkeitslehre; Emanzipationsgeschichte; Deutsche Verbrechenskunde (früher: Geschichte); Erderwärmungslehre; Demokratische Rhetorik; Dritte-Welt-Kunde; Antidiskriminierung (früher: Ethik); Multikulturelles Basteln (früher: Kunst).
Die deutsche Neigung, das Dritte Reich auf seine Verbrechen zu reduzieren und ihnen metaphysische, von Ursachen und Zusammenhängen losgelöste Dimensionen zu geben, zeigt, dass dieses Land in seinem Verständnis von Weltpolitik ungefähr seit Bismarck keinen Schritt mehr vorangekommen ist.
Interessant, dass die Erwähnung historischer Tatsachen inzwischen unter Revanchismus fällt. Erinnern wir uns trotzdem daran, dass die Vertreibung der Deutschen aus Polen (näherhin: dem "Korridor") bereits nach dem Ersten Weltkrieg begann oder dass die Royal Air Force in der Zwischenkriegszeit munter Zivilisten in Afrika und Indien bombardierte.
Es gibt kaum ein größeres Vergnügen, als die Apokalypse anzukündigen; es ist so groß, dass man sie dafür beinahe in Kauf nehmen würde.
Die Frage, inwieweit Intelligenz erblich sei, beantwortet trefflich die Bayreuther Familie Wagner; speziell der Progress von der Niederschrift der "Meistersinger" durch den Uropa bis hin zur Inszenierung derselben durch die Urenkelin.
"Also mich hätte bei den Nazis vor allem der Konformitätsdruck abgestoßen", sagte er, bevor er sich bei Facebook einloggte.
Die Konstanz völkischen Denkens bei den extremen Rechten korreliert aufs Drolligste mit der Konstanz der völkischen Mentalität bei den Kämpfern "gegen rechts".
"Bildungsferne Familien" heißt ein neuer deutscher Euphemismus für die Plebs, aber "bildungsfern" ist auch jeder zweite Politikerhaushalt.
Wo die Individualität blüht, welkt die Persönlichkeit.
Lieber im Unrecht als in irgendeiner Meute.
Was für eine elende Kultur, wo die Frau hinter dem Mann zu gehen hat.
Es scheint ein Zusammenhang zu bestehen zwischen der Unfähigkeit zum Denken und dem Interesse an dessen Funktionsweise.
Kulturpessimismus ist keineswegs eine "politische Gefahr", wie gewisse alte bundesrepublikanische Tanten behaupten – politische Gefahr pflegt in aller Regel von Politikern auszugehen –, sondern ein dem Kotzen nicht nur physiologisch verwandter Reflex von ein paar übriggebliebenen Kultivierten.
Selbstverständlich darf der Künstler "Gesellschaftskritik üben". Aber nur, wenn er nichts Gescheites zu tun hat.
Sobald eine Person zum Abschuss freigegeben ist, wird auch die Regionalpresse mutig.
Auch der phantasielose Mensch hat gemeinhin sehr phantasievolle Vorstellungen vom Glück der anderen.
Da bin ich aber altgierig!
Ein wirklicher Moralist wird erst, wem das Leben die philanthropischen Zähne gezogen hat.
Die "taz" fordert einen Holocaust-Gedenktag. Aber wir haben doch schon
365.
Ein Thema ausdiskutieren ist plebejisch. Ein Mensch mit Geschmack wechselt es rechtzeitig.
|
