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Die deutsche Sprache sei bedroht? Gewiss, sagt mein Freund M., aber die englische ebenso sehr. Deutsch werde bloß allmählich verschwinden, aber das Englische durch den planetarischen Gebrauch bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt.
Da bin ich aber altgierig!
Ein wirklicher Moralist wird erst, wem das Leben die philantrophischen Zähne gezogen hat.
Indem er die Untat schlichtweg bestreitet, bewegt sich der Holocaust-Leugner immer noch im Kraftfeld der traditionellen Moral. Die trostlosen Figuren mit ihren "Bomber Harris, do it again!"-Plakaten haben sie hinter sich gelassen und unmittelbar zu den Nazis aufgeschlossen.
Wie lächerlich, aus bloßer Parteidisziplin auch gegen den fähigen Kandidaten des Gegners zu stimmen.
Man kann mit dem Wort Auschwitz im Kontext Bundesrepublik keinen wirklich sinnvollen Satz bilden: Es kommt entweder eine Trivialität oder eine Obszönität heraus.
Eine meiner (zugegeben wenigen) Überzeugungen besteht darin, dass eine Seite Friedell mehr historischen Sinn enthält als zehn Bände sogenannter "historischer Diskursanalysen".
Die "taz" fordert einen Holocaust-Gedenktag. Aber wir haben doch schon 365.
Ein Thema ausdiskutieren ist plebejisch. Ein Mensch mit Geschmack wechselt es rechtzeitig.
Sie haben jedenfalls ihre Lehrstühle aus der Geschichte gezogen.
Das Niedersinken am Kreuz, welches Nietzsche an Wagner so verzweifelt rügte, jenes unter die Fittiche Christi schlüpfen, sich nicht mehr allein dem Gegenwind aussetzen, endlich zur Gemeinde gehören, hat viel gemein mit dem Nachgeben gegenüber dem Druck des aktuellen Zeitgeistes. Warum nicht das Knie beugen und das Mantra mitmurmeln: Alle Menschen sind gleich, es gibt keine Plebs, Genie ist ein Mythos, keine Kultur ist der anderen überlegen, die Demokratie ist das Endziel der Geschichte, der Holocaust kann mit keinem anderen Verbrechen verglichen werden, der Kommunismus war wenigstens gut gemeint, der Geschlechtsunterschied ist ein soziales Konstrukt, Gewalt löst keine Probleme, Verbrechen haben ausschließlich soziale Ursachen, die Klassiker waren Rassisten, Sexisten, Nationalisten und „Wegbereiter“ und die deutsche Geschichte bis 1945 ein Irrweg...
"Ich weiß, es ist nicht politisch korrekt, das zu sagen..." - so redet der geistig Kolonisierte. Wer die Unfreiheit beklagt, verbreitet sie nolens volens. Wer die Politische Korrektheit auch nur erwähnt, ist schon ihr Komplize.
Sie bekämpfen den Führer mit einer Inbrunst, als wenn er es noch persönlich angeordnet hätte.
Nachdem sie den Mann verteufelt, geschwächt und entnervt hat, wird die westliche Frau wohl noch hinreichend Gelegenheit für die Feststellung bekommen, dass sie auch keinen Verteidiger mehr besitzt.
Dass der Holocaust das schlimmste aller Verbrechen sei, ist, soweit ich's übersehe, der letzte von einer großen Zahl moderner Menschen akzeptierte aristokratische Gedanke.
Ob man Linker oder Rechter, Kommunist, Liberaler oder Monarchist wird, entscheidet der biographische Zufall. Ob man zu den "Barabbas!"-Schreiern gehört, entscheidet der Charakter.
Der Habermas'sche Diskurs ist eine Art öffentliches Dessert; der Hauptgang wurde bereits hinter den verschlossenen Türen der Vorverständigung verspeist.
Eben weil der Mensch nicht unsterblich ist, sollte er vor allem die Unsterblichen lesen.
Der Weg zum Kunstgeschmack führt über die Einsicht in die Zweitrangigkeit subjektiven Empfindens.
Ein Arzt, der erklärt, seine Therapie wirke aus diesen und jenen Gründen, verdient nicht mehr Vertrauen als sein Kollege, der versichert, seine Behandlung wirke erfahrungsgemäß, er habe aber keine Ahnung, warum.
Der Eintritt ins nachkulturelle Zeitalter ist vollzogen, wenn sich die Luxusvorstellungen eines Staatschefs von denen eines Rappers nicht mehr unterscheiden.
Die Evolutionsbiologie mag als empirische Wissenschaft Beeindruckendes geleistet haben, intellektuell wird sie wohl immer hinter der Theologie zurückbleiben. Denn während die Gotteskunde Delikatessen wie die Theodizee zu fabrizieren imstande war, muss sich die Evolutionslehre auch in der Frage, warum es das Böse gibt, mit ihrer simplen Dauerauskunft bescheiden: Es hat sich halt durchgesetzt.
Gemeinhin fühlt sich der Autor nach der Lektüre einer Rezension beschmutzt.
Wer kommuniziert, hat nichts zu sagen.
Multitaskingfähigkeit ist ein mentaler Schnuller für diejenigen, die zu fahrig sind, eine Gleichung dritten Grades zu lösen oder dem Gedankengang eines Philosophen zu folgen.
Wir gehören zur Religionsgemeinschaft der Sieben-Tags-Mülltrenner.
Man muss mit der Zeit gehen, das heißt übersetzt: Ich habe nichts anzubieten. Wenn einmal jeder mit der Zeit ginge, würde sich keiner mehr von der Stelle bewegen.
"Er war der festen Überzeugung, dass..."– "Oh, das tut mir leid. Geht es ihm wieder besser?"
Irgendwann ist der Zeitpunkt erreicht, wo einen der Gedanke befällt, bis hierher so viel Falsches und Peinliches getan, so viel Unsinn geredet, so viel Entscheidendes versäumt zu haben, dass es in diesem einen Leben nie mehr wettzumachen ist. Wenn man dann versucht, es dennoch wettzumachen, beginnt der interessantere Teil desselben.
Fast alle, die mit dem Verfassen von Texten ihr Geld verdienen, können besser reden als schreiben. Mit Ausnahme jener paar Leute, die schreiben können.
"Wer immer strebend sich bemüht", heißt es göttlicherseits im Faust, "den können wir erlösen." Und wenn auch nur von seinen Bemühungen.
"Teamwork", das ist die Volksgemeinschaft in Modulform.
Vermutlich besteht die einzige Möglichkeit, heutzutage Distinktion zu zeigen, im völligen Verzicht auf Sex.
Wer die Reaktion eines Sklaven studieren möchte, frage einen festangestellten deutschen Historiker coram publico, zu welchem Zweck Stalin im Sommer 1941 die größte Armee aller Zeiten an der deutsch-sowjetischen Grenze hat aufmarschieren lassen.
Wenn eines fernen Tages die Menschheit ausgestorben sein wird, hat die Evolutionstheorie bestimmt eine plausible Erklärung dafür. Nur ist die dann leider ebenfalls ausgestorben.
Sie lese nur noch Bücher, aus deren Lektüre sie gestärkt hervorgehe, alle anderen – Problemliteratur, Psychologisiererei, Weltbeschimpfung – lege sie schnell weg, erklärt eine Freundin. Eine schöne Einstellung.
Der vollendete Ausdruck einer vitalen Demokratie ist eine Schlägerei im Parlament.
Das menschliche Gehirn hätte sich ohne die biologische Zweiheit der Geschlechter niemals so weit entwickelt, dass es sogar Theorien wie jene ersinnen konnte, diese Zweiheit sei ein "soziales Konstrukt".
Der Kritiker, der ein 1000-Seiten-Werk rezensiert, lobt oder beklagt immer sein Gesäß mit.
Dass einer ein Relativierer und also böse sei, lautet ein Lieblingsvorwurf derer, die sich durchs Verabsolutieren Pöstchen und Häuschen ergaunert haben.
Warum sollte ich ihn mit Geringschätzung behandeln? Er ist doch nichts Besonderes.
Der Professor war an seiner Theorie erblindet.
Wenn vor 25 Jahren eine "Salome" gegeben wurde, dachte man mit Grausen an den Striptease der Titelfigur und freute sich auf ihren Gesang. Heute verhält es sich meistens umgekehrt.
Der junge Historiker hatte in Deutschland Neuere Geschichte und Hektorschleiferei studiert.
Durch ein Kreuz bei den Grünen verwandelt sich für viele der Wahlschein in einen Ablasszettel.
Es ist eine seltsame Idee, dass Kunststile gleichsam organisch auseinander wachsen und einander ablösen. In der Regel wechseln bloß Moden, und die Stile sind schon lange da. Hieronymus Bosch etwa war surrealistischer als der gesamte Surrealismus, der Malstil des späten Frans Hals ist purer Impressionismus (nur besser), und eine beliebige Pietá aus dem 14. Jahrhundert wirft die Frage auf, was am Expressionismus eigentlich neu gewesen ist.
Es gibt Leute, die verzeihen einem das Talent nie.
"Beautiful females work less", heißt es in einer Studie. Mit anderen Worten: Väter in Elternzeit haben selten Frauen, auf die andere Männer scharf sind.
Um die Diktatur einer Partei für die Zukunft auszuschließen, wurde in der Bundesrepublik die Mehrparteiendiktatur eingeführt.
Vielleicht besteht ein geheimnisvoller Zusammenhang zwischen dem Niedergang der Künste und der Entwicklung der Schmerzmittel.
Sogar unter den Pianisten siegt die moderne Mentalität: Es gab wohl nie zuvor so viele erstklassige Virtuosen und so wenige Charaktere.
Unter den Mitgliedern der Gleichheitspartei brach ein erbitterter Streit aus, wer der Anführer sein darf.
Einer populären Erklärung zufolge haben viele große Künstler zeitlebens wenig Anerkennung erfahren, weil sie ihrer Zeit voraus gewesen seien. Tatsächlich wird es sich meist wohl so verhalten haben, dass der Neid der üblicherweise dominierenden Mittelmäßigen jene Bewunderung verhinderte, die sich post mortem dann desto reichlicher zollen ließ, weil man Tote nicht mehr beneiden muss.
"Wir waren Nazis", sagte eine alte Frau zu mir, "weil Hitler uns Arbeit gegeben hat." - "Das ist heute noch so", erklärte ich ihr, "nur sind die Leute inzwischen Antinazis."
Tag für Tag begibt sich der Linksintellektuelle auf die Suche nach den sozialen Ursachen des Schicksals.
Mutter Natur ist eine veritable Kindsmörderin.
Der Populist personifiziert das Misstrauen des Demokraten gegenüber der Demokratie.
Der Alptraum des Sozialpolitikers: ein Volk von selbständig Beschäftigten. (Aber dann würde er die Sozialfälle eben importieren.)
Der Feminismus müsste eigentlich Maskulismus heißen.
Man kann nicht oft genug darauf hinweisen, dass der Präger des Begriffes Gender ein Arzt war, der eine operative Geschlechtsumwandlung an einem Jungen vonahm und diesen damit schließlich in den Selbstmord trieb.
Zu den Basalmythen der Demokratie gehört, dass es sie gibt.
Ein Börsenexperte, der sein Geld damit verdient, als Börsenexperte aufzutreten, wirkt nicht sehr glaubwürdig.
Die Klage über schlechte Manieren ist bereits ein Bestandteil derselben.
Der späte Hitler war so inbrünstig antigermanisch, so rasend an der Vernichtung deutschen Lebens interessiert, dass unsere derzeitigen Antideutschen noch viel von ihm lernen können.
Der Mann grämt sich, dass er seiner Geliebten nicht jeden körperlichen Schmerz abnehmen kann, möglichst noch den des Gebärens. Der Frau sind solche Erwägungen völlig fremd.
Das Praktische an der Nötigung, sich an die Verbrechen der Nationalsozialisten zu erinnern, ist die per se herausgehobenen Position derer, die dazu auffordern. Man sollte sie also, sofern es sich nicht um tatsächliche Opfer des NS-Terrors handelt (wobei die in der Regel zu gar nichts auffordern), stets danach fragen, welche Legitimation sie besitzen und was ihnen ihr Tun moralisch und/oder finanziell einbringt.
Die Einlassungen eines Nichtkatholiken über die Moralauffassungen des Papstes sind ungefähr so bedeutend als wenn sich der Papst über die Trainingsmethoden des AC Mailand äußerte.
Die Aussage, dass man mit dem Hinweis auf die Verbrechen Hitlers jene Stalins verharmlose oder relativiere, hat man merkwürdigerweise noch nicht gehört.
Die korrekte Anrede einer gewissen Bundesverdienstkreuzträgerin lautet: Fräulein Alice Schwarzer.
Es ist bezeichnend für den herrschenden Egalitarismus, dass sogar gebildete Leute die Formulierung benutzen, bei der alten katholischen Messe kehre der Priester der Gemeinde den Rücken zu. Tatsächlich wendet er sich zu Gott.
Das landsknechtsnahe Verhalten der männlichen Darsteller in gewissen harten Pornos sei eine Reaktion auf die weibliche Emanzipation und gelte stellvertretend der starken Frau, meinen Feministinnen. Womöglich handelt es sich aber bloß um eine Reaktion auf das Verschwinden der Dame.
Es ist kaum mehr vorstellbar, aber die meiste Zeit haben die Menschen ohne politische Rhetorik gelebt; sie ist einfach aufgekommen wie der Straßenlärm, und mit ihr die Ansicht, dass erst ihre Politisierung die Dinge ins rechte Licht rücke.
Was Wikipedia von einem alten Konversationslexikon unterscheidet, ist die traurige Gewissheit, dass man dort nie auf einen elegant formulierten Satz stoßen wird.
Um einen Menschen kennenzulernen, muss man ihn nur fragen, wen oder was er bewundert.
Wer sich um die Rettung der Welt oder das Geschick der Menschheit sorgt, hat selten noch Zeit für seine Nächsten.
Bodentruppen und Luftwaffe sind gute Argumente zur Durchsetzung demokratischer Verhältnisse in störrischen Staaten, aber sie sind nichts verglichen mit sexueller Freizügigkeit und Pornographie.
In Diktaturen wird die Presse zensiert. In Demokratien zensiert sie gern selber.
"Das Weib schweige in der Gemeinde" – man muss sich, beim frühchristlichen Frauenüberschuss, diesen Paulus-Satz nicht als herrische Anweisung, sondern als genervten Seufzer vorstellen.
Was anscheinend kein deutscher Politiker kann: eine mitreißende Rede halten, sich elegant kleiden, einen literarisch wertvollen Absatz schreiben, eine Affäre mit einem Star beginnen, ohne den Beifall irgendeiner Menge Befehle erteilen.
Lob ist nicht nur deswegen schwer erträglich, weil der Lobende sich, wie Goethe anmerkt, dem Gelobten gleichzustellen versucht, sondern weil er obendrein noch eine gewisse Dankbarkeit einfordert (die Verbeugung vor dem Publikum hat immer etwas Demütigendes). Dagegen irritieren der Tadel oder die Kritik wenig, denn sie bedeuten keinerlei Verbindlichkeit, und dass ihn irgendwer nicht mag, ist einem Menschen von Geschmack oft sogar angenehm.
Verglichen mit der These vom deutschen Sonderweg und dessen glücklichem Ende im Westen nimmt sich der marxistische Geschichtsdeterminismus richtiggehend geistreich aus.
Emanzipation nach unten: Gleiche Rechte! Emanzipation nach oben: Gleiche Pflichten!
Wie kolossal muss der Beginn des "Weihnachtsoratoriums" auf den zeitgenössischen Christen gewirkt haben, wo man schon als ungläubiger Gegenwartsmensch so viel Glanz kaum aushält.
Der moderne demokratische Typus setzt sich in Windeseile durch. Bereits ein Winston Churchill würde unter seinen heutigen Kollegen wie ein Dinosaurier wirken.
Ungefähr jedes zweite hierzulande erscheinende Geschichtsbuch ist von einem Menschen verfasst, der die historischen Akteure nicht verstehen, sondern sich ihnen überlegen fühlen will.
Schülern Geschichtsdenken beizubringen, würde zum Beispiel bedeuten, sie mit der Frage zu konfrontieren, was den Faschismus/Nationalsozialismus bedingt, verursacht und in einem gewissen Sinn gerechtfertigt hat. Da diese Frage aber tabu ist, lernen die Jugendlichen Mythen.
Eine Gesellschaft, die an der Spitze ihrer Werteordnung die soziale Frage, den Antifaschismus, den Kampf "gegen rechts", die Nivellierung der Bildungseliten und die Emanzipation jeder sogenannten Minderheit stellt, kann schwerlich anders als links genannt werden. Die Wirtschaftsverhältnisse sind kein Gegenargument - der Kapitalismus hat sich einfach als die beste Melkkuh erwiesen.
Eines muss man den Antisemiten lassen: Nie hat einer von ihnen den Juden Intelligenz abgesprochen.
Die Parteien sind angeblich besorgt über die um sich greifende Politikverdrossenheit. Aber dieser Verdrossenheit verdanken sie ihre Existenz.
Es fragt sich, warum man in seinem Ekel Unterschiede machen soll zwischen einem NPD-Aufmarsch und einem Rap-Video, zumal der Rapper womöglich nur der Vorbote der ethnischen Sturmabteilungen von morgen ist.
Nichts kleidet den Menschen besser als eine Uniform (die Narrenkleider der Bundeswehr einmal ausgenommen). Es waren ästhetisch glückliche Zeiten, als Militär das Straßenbild verschönerte.
Die schlimmsten Zerstörungen finden derzeit im Satzbau statt.
Erstaunlich, wie der Mensch an Grazie und Würde verliert, sobald er in der Gruppe aufgeht. Ein einzelner Penner wirkt geradezu prätentiös neben einer Schar Professoren. Ein Dutzend Frauen, jede für sich allein anbetungswürdig, ergeben zusammen eine Schar schnatternder Gänse. Nur Rituale und Drill machen die Gruppe ästhetisch erträglich.
Lesen ist wesentlich Wiederlesen. Ein Mensch, der tausend Bücher gelesen hat, aber jedes nur einmal, hat im Grunde überhaupt nicht oder nur Unbedeutendes gelesen. Ein Autor, dessen Bücher niemand mindestens zweimal in seinem Leben aufschlagen will, ist ein unbedeutender Autor.
Selbstverständlich ist der Holocaust "singulär". Selbstverständlich ist er nicht "unvergleichlich".
Nichts bringt eine Frau stärker in Wallung als das glaubhaft vorgetragene Geständnis, man sei rettungslos in eine andere verliebt.
Obwohl vielerorts Gangs "mit Migrationshintergrund" die Straßen und Schulhöfe beherrschen, reißt die notorisch einseitige Klage über ausländerfeindliche Gewalt nicht ab. Sie wird wohl erst verstummen, wenn sich die Bandenchefs durch solche Vergewaltigungsphantasien von Impotenten in ihrer Ehre gekränkt fühlen.
Die wirkliche Feigheit beginnt erst ab einem gewissen Alter.
Nur wer die kulturellen Massive der aristokratischen Gesellschaften nicht kennt, kann sich in den Steppen der demokratischen Massenkultur sehnsuchtsfrei wohlfühlen.
Alles, was einem Motivationsberater, Verhaltenstrainer und ähnliche Spezialisten andienen, hat jedermann schon, nur unendlich klarer, von seiner Großmutter gehört.
Seit jeher hat das Patriarchat den größten Teil seiner Energien der Unterdrückung von Männern gewidmet.
Wenn die Hochschulen und Unternehmen mit Mastern vollgestopft sind, wird man händeringend nach Magistern zu suchen beginnen, wie nach frischer Luft.
"Der Herr hat's gegeben, der Herr hat's genommen", dieser Satz entspricht möglicherweise nicht den Tatsachen. Aber weiß irgendwer einen besseren?
Die Idee des Fortschritts rührt weniger aus dem Studium der menschlichen Geschichte als vielmehr aus der Eitelkeit der jeweils gerade lebenden Generation.
Es ist merkwürdig: Ich muss nur drei Minuten einem Hirnforscher zuhören, um sofort an, sagen wir mal, die Göttlichkeit von Ramakrishna zu glauben, aber wenn ich drei Lehrsätze von Ramakrishna lese, bin ich plötzlich von der Triftigkeit der Hirnforschung überzeugt.
Letztlich bedeutet Gleichstellungsfeminismus, dass sich Frauen und Männer um die Plätze in den Rettungsbooten prügeln.
Wenn ein Linker einen Rechten öffentlich verbal angreift und der Rechte zufälligerweise einen Verteidiger findet, melden die Medien, der Linke sei attackiert worden.
Literaturkritik: Die Mistel benotet den Baum.
Wenn sie für ihre persönliche Diskriminierung nun wirklich keinerlei Beleg mehr finden kann, fühlt sich die Feministin eben stellvertretend in Afrika oder in der Antike unterdrückt.
In Berlin gibt es inzwischen ein Denkmal für Ernst Röhm (Homosexuelle, die während der Naziherrschaft ermordet wurden).
In Gottesstaaten gilt die Bezeichnung "revisionistischer Historiker" als anrüchig.
In der Ehe stellt der Mensch normalerweise fest, dass er auf der Suche nach Indien war und Amerika gefunden hat.
Hätte Karthago den dritten punischen Krieg überlebt, wäre die "Theorie des kommunikativen Handelns" vermutlich schon damals entstanden.
"Wenn Richard Wagner heute leben würde, er wäre eine Mischung aus Bill Gates, Steven Spielberg und Abramovitsch", schwafelte unlängst im TV Sir Peter Jonas. Darf man daraus auch folgern, dass Gates, Spielberg und Abramovitsch, wenn sie vor 150 Jahren gelebt hätten, gemeinsam Richard Wagner geworden wären?
Wer einen Hirnforscher totschlägt, tut nicht wissentlich Unrechtes und darf auf Nachsicht zumindest von dessen Kollegen hoffen, denn das Gehirn entscheidet, wie die Hirnforschung lehrt, ja ohne Beteiligung des Bewusstseins.
Unter dem Feldzeichen des Feminismus marschiert eine Armee, die noch nie auf einen Gegner getroffen ist. Soll man es ihr wünschen?
Nicht wählen zu gehen ist angesichts dessen, was zur Wahl steht, weniger eine politische Entscheidung als ein ästhetischer Imperativ.
Der gute Wille als Aggressionsform ist das zentrale gruppenpsychologische Symptom der gegenwärtigen westlichen Gesellschaften.
Fast alle von Journalisten verursachten Probleme würden durch die Wiedereinführung des Duells im Handumdrehen verschwinden.
Die sexuelle Ausbeutung der Frau hat zur Voraussetzung die sexuelle Ausbeutbarkeit von Männern.
So gewiss der durchschnittliche Akademiker dem durchschnittlichen Nichtakademiker intellektuell überlegen ist, so sicher stammen doch die allerdämlichsten Ideen stets aus den Köpfen von Studierten.
Die den Applaus genießen, sind ihn nicht wert.
Der Aufgeklärte stirbt verzweifelter.
Die sogenannte deutsche Vergangenheitsbewältigung ist zu erheblichen Teilen nichts weiter als ein seelisches Wellnessprogramm für ihre Betreiber.
Mitunter noch stupider als der Antisemitismus ist die Antisemitismusforschung.
Die Juden sind die einzigen, die über ihren Gott Witze machen können, ohne gleich ganz von ihm abzufallen.
"Die Sinne trügen nicht, der Verstand trügt", sagt Goethe. Mit anderen Worten: Ein Mensch, der ein Kunstwerk auschließlich nach sinnlichen Kriterien beurteilt, wird niemals einen solchen Quatsch reden können wie einer, der ausschließlich seinem Intellekt folgt.
Tacitus zufolge waren die Germanen stolz, kriegerisch, faul, freiheitsliebend, großzügig und exzessiv gastfreundlich. Wir können also nicht von ihnen abstammen.
Wenn sich alle einig sind, wird immer einer geschlachtet. Damit sich alle einig sein können, muss immer einer geschlachtet werden. Man sollte nur erkennen, dass es vollkommen egal ist (und bloß der gerade herrschenden Gesinnungsmode entspricht), wen es unter welchem Vorwand trifft.
Die Verwissenschaftlichung religiöser Inhalte schreitet fort: Nachdem die Evolutionsbiologie die Erbsünde bestätigt hat, spricht die Hirnforschung den Menschen von der Schuld los. Man muss nur glauben können.
Wenn sie auf Treue verzichtete, würde er sie ihr schwören.
Religiöse Zeitrechnung: nach Christus. Säkularreligiöse Zeitrechnung: nach der Großen Oktoberrevolution. Zivilreligiöse Zeitrechnung: nach Auschwitz.
Wer die Naturwissenschaften nicht kennt, kann leicht Atheist sein.
Mit einer gewissen Vorfreude erwartet man den Tag, an welchem unsere Schwulen, Lesben und Feministinnen zum Endkampf gegen die muslimischen Machos antreten.
Ein Staat, der die Verleugung irgendeines historischen Ereignisses unter Strafe stellt, nimmt den Zweifel an diesem Ereignis offiziell in seine Gesetzgebung auf.
Hitler unser, der du bist im Orkus, verfluchet werde dein Name, dein Reich vergehe, dein Wille sterbe, wie im Print so im Fernsehn. Unser tägliches Brot gib uns heute, und erhalt uns unsere Schuld...
Seit ihre Hervorbringung keine mehr erfordert, nennt man die Kunstwerke „Arbeiten“.
Die ganze Tragikomik der Emanzipation offenbart sich, wenn man sieht, was die emanzipierte Frau anstelle von Kindern so zur Welt bringt: vom Handyklingelton bis zur soziologischen Studie über das Nichtvorhandensein von Geschlechtsunterschieden.
Buchmessen sind der Ort, wo die Autoren auf den Strich gehen.
Konservativ sein bedeutet keineswegs, am Althergebrachten zu hängen, sondern sich die permanenten Kulissenwechsel nicht als das Stück selber aufschwatzen zu lassen.
Je mehr Linksparteiler in den Parlamenten sitzen, desto mehr wird der „Kampf gegen rechts“ an Dringlichkeit gewinnen.
Zuerst musste man jahrzehntelang darauf warten, dass die Nazis austerben, nunmehr darauf, dass es endlich ihre vermeintlichen Bewältiger dahinrafft.
"Beifall von der falschen Seite"? Jede Seite ist die falsche.
Der Rechte mag genauso einseitig und vernagelt sein wie der Linke – da ihm das Vortragen seiner Ansichten keinerlei Sozialprestige einträgt, ist er wenigstens nicht so verlogen.
Die größte Sorge des Gegenwarts-Intellektuellen ist die, man könne ihn für altmodisch und irgendwie gestrig halten. Das mag auch der Grund sein, warum die moderne Kunst quasi unkritisierbar ist.
Wozu eigentlich klonen? Es gibt doch Bachelor-Studiengänge.
Dieses: Das waren schließlich auch nur Menschen, das die zeitgenössische Biografik den Klassikern angepappt hat, ist unvollständig ohne den Zusatz: Desto erstaunlicher!
"Man hat sich hierzulande leider daran gewöhnt, dass jüdische Einrichtungen ausschauen müssen wie Festungen", schreibt der SZ-Primärmeiner Heribert Prantl. Dass er mit seinen Leitartikeln zur Einwanderung zahlloser Antisemiten jahrelang hilfreich beitrug, verschweigt er.
Der junge Linke schleudert seinen ersten Faschismus-Vorwurf mit jener kraftmeierischen Selbstberauschtheit gegen irgendwen, mit welcher er als Knabe zum erstenmal coram publico „Fotze“ sagte.
Gibt es etwas Obszöneres als einen Politiker, der sich selber wählt?
Sich unter Gleichmeinenden immer etwas unwohl zu fühlen, unterscheidet den gebildeten Menschen vom vulgären.
Von den meisten Leuten, die so engagiert "Gesicht zeigen gegen rechts", würde man nicht einmal die Nasenspitze sehen, wenn sie Nachteile davon hätten.
Wenn ihm öffentlich widersprochen wird, erklärt der Linke sofort, ein Rechtsruck habe stattgefunden.
Moderne Malerei ist jener Wandbehang, dem das häppchenverdrückende und plaudernde Publikum bei Vernissagen seinen Rücken zukehrt.
Dass "jeder Mann ein potentieller Vergewaltiger" sei, gehört zum feministischen Kanon. Merkwürdigerweise kann man Feministinnen zugleich bis zum Äußersten reizen mit der These, dass die Vergewaltigung als Fortpflanzungsoption evolutionär verankert ist.
Eine Frau, die sich morgens zurechtmacht, tut mehr für die Kultur ihres Landes als deren sämtliche Funktionäre.
"Fantasy" ist die Zukunft der Vergangenheit.
Zum finalen Mitschreiben: Dieses Land ruckt schon seines Mangels an Vitalität wegen nirgendwohin, schon gar nicht nach rechts (auch wenn es den Überbringern solcher Botschaften nach wie vor Honorare zahlt), sondern allenfalls gen ultimo; von diesem rapide vergreisenden, vergangenheitsbesessenen, durchpazifizierten, duldungsstarren, sich nicht mögenden und sich gern hinter anderen versteckenden, keine Kinder haben wollenden, seine kulturellen Restbestände und seine Sprache drangebenden Volk geht keinerlei Gefahr mehr für sonstwen aus – außer für sich selbst.
Heideggers "Technikkritik"? Heidegger kritisiert nicht. Er sagt.
In den letzten fünfzig Jahren sind Frauen doch wirklich so zunehmend ausgiebig und mit wachsendem Talent geleckt worden, dass unsere Feministinnen allmählich, statt dauernd vom penizentrischen Sexismus zu schwallen, vom Jahrhundert der Klitoris salbungsvoll zu künden anheben sollten.
In der Ablehnung des Schleiers sind sich der Pornograph und die Feministin abwechslungshalber mal einig.
Der amusische Mensch, ein mehrheitsfähiger tragischer Fall, interessiert sich dafür, was auf einem Bild dargestellt wurde, aber nicht, wie es gemalt ist. Desgleichen interessiert ihn vor allem, was ein Roman erzählt, aber nicht, wie er geschrieben ist. Ihm schmecken alle Gerichte gleich, wenn sie nur Fleisch enthalten.
In der Musik lief es nicht anders als in der restlichen Gesellschaft: Kaum hatte sich die Dissonanz emanzipiert, wollte sie auch schon herrschen.
Es gibt eine sehr dumme Weise, an den Einfluss der Sterne auf das Leben der Menschen zu glauben. Es gibt aber auch eine sehr dumme Weise, nicht daran zu glauben.
Der Dritte Weltkrieg findet zwischen den Sprachen statt.
Unter Alt-68ern ist der selbstironische Blick auf die eigene Existenz ungefähr so verbreitet wie unter afghanischen Clan-Chefs.
Die Exkommunikation Ernst Noltes war der Sündenfall der bundesrepublikanischen Historiographie. Niemals hätten ehrbare Historiker es zulassen dürfen, dass ein hochgescheites und angesehenes Mitglied ihrer Gilde wegen der Lächerlichkeit einer abweichenden Meinung von journalistischen Krethi und politischen Plethi auf ihrem eigenen Terrain geschmäht und für indiskutabel erklärt wird.
Kein existentieller Trübsinn, der nicht von einer veritablen Katastrophe im Handumdrehen geheilt würde.
Einverstanden, Pamela Anderson besitzt bzw. besaß eines der Cum-shot-würdigsten planetarischen Frauenantlitze, an dieser Kombination aus Drecksmäulchen und Gossenblick hat ein priapischer Gott lange gedengelt und gedrechselt – aber wer sie wegen ihrer nur noch Titten zu nennenden Pneus, nein: Pneus zu nennenden Titten euphemistisch gesprochen: mag, der hat, wie überhaupt jeder, der an solchen Plastikballons sich aufzugeilen imstande (sic!) ist, doch schwer einen an der Waffel, der tickt doch nicht richtig, der schiebt doch morgen auch mit Schaufensterpuppen ab, der ist doch ein Evolutions-Irrläufer...
Im Mindestfall illustriert ein Aphorismus, dass über das Thema nachzudenken Anstrengung gekostet hätte.
Nach dem Verklingen des Schlusstaktes der Matthäus-Passion stelle ich mir immer vor, wie Bach sich zu Gott umdreht mit den Worten: "So, und jetzt du."
Der amerikanische Physiologe Benjamin Libet will experimentell festgestellt haben, dass sich bei Probanden vor dem Entschluss, einen Finger oder die ganze Hand zu bewegen, im Gehirn bereits ein "Bereitschaftspotential" aufbaute. Daraus schloss er, das Gehirn habe entschieden, bevor das Bewusstsein davon etwas ahnte, folglich existiere kein freier Wille.
Freuen wir uns, erstens, dass Michelangelos Gehirn unwillentlich ein Bereitschaftspotential zur Ausmalung der Sixtinischen Kapelle aufgebaut hat, bis sein Bewusstsein die Detailfragen entschied.
Wundern wir uns, zweitens, dass in Hitlers Hirn das Bereitschaftspotential zum Selbstmord erst dann entstand, als die Russen seinen Bunker so gut wie erreicht hatten.
Die sexuelle Befreiung hat unter anderem dazu geführt, dass der westliche Mensch nun vollends zum Sklaven seiner sexuellen Gelüste geworden ist.
Gesinnungen sind biographisch bedingt und fast immer tolerierbar. Unverzeihlich bleibt allein die Denunziation.
Wir wollen nur mitdiskutieren, sagen die Linken, wenn sie an die Macht wollen. Mit Rechten diskutieren wir nicht, sagen sie, wenn sie an der Macht sind.
Die Abschaffung der Todesstrafe gestattet dem Lustmörder, ein Leben lang die erlebte Lust am Mord weiterzuempfinden. Bis er stirbt, wird die Qual des Opfers in der Welt sein. Nur die kalte Rache löscht die Tat aus.
Vielen technischen Neuerungen des 20. Jahrhunderts muss man nur ihre amerikanische Larve vom Gesicht ziehen, um auf ein deutsches Patent zu stoßen.
Um den Unterschied zwischen Ethik und Moral, der heute vergessen scheint, zu verdeutlichen: Ethisch ist die Verurteilung sämtlicher Kriegsverbrechen, die Moral kennt nur jene der Besiegten.
Die ungläubig staunende Miene des Joschka Fischer, als er zum erstenmal auf dem Sessel des Vizekanzlers und Außenministers Platz genommen hatte, sprach sehr deutlich seine Gedanken aus: Sie haben doch tatsächlich einen wie mich hierher gesetzt. Ich darf ein Volk international repräsentieren, das ich zu erheblichen Teilen verachte und von dem mich nicht einmal jeder zwanzigste gewählt hat.
Alle unsere Theorien sind bestens geeignet zum Training des Gehirns, aber völlig irrelevant für die Beschreibung höherer Wahrheiten.
Ob wir das Rätsel nun Gott nennen oder Evolution, ob wir nun theologischen oder empiristisch-spekulativen Scharfsinn in seine Deutung investieren, wir besitzen nicht die geringste Ahnung davon, warum sich alles vollzieht und welche Rolle wir dabei spielen.
Das einsame Kind Menschheit wartet in der finsteren Nacht des Universums darauf, dass die Eltern heimkommen.
Das grüne Unkraut wächst gut auf dem braunen Humus.
Wenn man die demokratischen Öffentlichkeitsarbeiter bei ihrer vom guten Gewissen befeuerten, völlig außer Rand und Band geratenen Hatz auf vermeintliche Rechtsabweichler vom Schlage der Mölle-, Hoh- oder Hermann beobachtet, dämmert düster die Frage heran: Ob ihnen eines Tages der pure Rufmord nicht mehr genügt?
Es gibt nur zwei Völker, denen Hitler explizit den Tod gewünscht hat: die Juden, und die Deutschen.
Je inniger deutsche Journalisten vor einer Gefahr warnen, desto sicherer darf man sein, dass ihnen dadurch keine droht. Ein Indiz dafür, dass etwa die NPD tatsächlich zu einer Bedrohung der Demokratie geworden ist, läge vor, wenn Journalisten anfingen, neutral über sie zu berichten.
Der einfachste Schritt in Richtung "Lebensqualität" ist der allmorgendliche Verzicht auf Massenmedien.
Man sollte sich langsam mal ideologiekritisch mit der Mathematik befassen. Immerhin haben die Nazis sie benutzt.
Allen operninszenierenden Zeitgeistwetterhähnen hinter die Ohren geschrieben: Hans Sachsens Schlussmonolog in den "Meistersingern", dies „Zerging‘ in Dunst/das heil’ge röm’sche Reich/uns bliebe gleich/die heil’ge deutsche Kunst!“, hat unendlich mal mehr mit beispielsweise Goethe und Schiller zu tun als mit dem außer in seiner Wagnerverknalltheit zutiefst deutschkunstabholden Alien aus Braunau.
Ist das Kampfgetümmel der Diskurse beendet, bleiben auf dem Schlachtfeld die Mundtoten zurück.
Für den 68er Mythos, dass friedliche Studenten auf eine martialische Staatsmacht trafen, muss in der Regel der inzwischen kanonische Name Benno Ohnesorg herhalten. Dagegen sind die Namen Rüdiger Schreck und Klaus Frings — der Student und der Fotograf wurden am 15. April 1968 vor dem Münchner Buchgewerbehaus durch Steinwürfe aus den Reihen der Demonstranten getötet — naturgemäß nicht kanonisiert worden.
Der gebildete Mensch erzählt nicht, wovon ein Buch handelt, sondern auf welche Weise es von etwas handelt.
Und wenn man nur eine einzige weibliche Silhouette flüchtig erblickt hätte, würde sich dieses Dasein gelohnt haben.
Die Band "Rammstein" hat vermutlich mehr für die Verbreitung der deutschen Sprache im Ausland getan als sämtliche Goethe-Institute, in denen dennoch Doppelnamensträgerinnen eifrig verhindern, dass bei ihnen der Name "Rammstein" fällt.
Dass der moderne Mensch sich nicht mehr bekreuzigt, nicht mehr niederkniet, nicht mehr betet, wird allgemein als der Aufklärung zu dankender Fortschritt betrachtet. Ästhetisch ist es ein Verlust.
"Kein Respekt vor großen Namen": das ist in Geistesdingen weniger eine Tugend als vielmehr die sichere Voraussetzung dafür, es selber niemals zu einem zu bringen.
Sämtliche Angeklagte im Auschwitz-Prozess haben bis Anfang 1945 nach Herzenslust gefoltert und gemordet und nach 1945 keiner Fliege etwas zuleide getan; einer von ihnen ist sogar Pfleger geworden. Dies nur angemerkt zu der natürlich wieder von Hirnforschern vorgetragenen Theorie, ob ein Mensch kriminell werde oder nicht sei irgendwie determiniert und keineswegs eine freie Entscheidung seines Willens.
Es ist erstaunlich, dass ausgerechnet viele Erforscher unseres Denkorgans mit dessen Gebrauch so große Schwierigkeiten haben.
Obwohl es eigentlich objektive Eigenschaften sind, misst die hiesige öffentliche Meinung bei der Verteilung der Prädikate "mutig" und "feige" mit zweierlei Maß. Wenn Iris Berben aus dem Tagebuch der Anne Frank vorliest, darf sie als couragiert gelten, ein Neonazi, der für seine kruden Ansichten in den Knast geht, dagegen keineswegs; während eine junger Oberst, der seine Bombe unter den Kartentisch stellt und sich dann eilends hinwegbegibt, ein Held ist, nennt man muslimische Attentäter, die sich selber mit in die Luft sprengen, gemeinhin feige.
Feminist sein bedeutet, die Waffen der Frau für Machtmittel des Mannes zu halten.
Das Werk des Jürgen Habermas, liest man, sei in alle großen Sprachen der Welt übersetzt worden.
Außer ins Deutsche.
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