Friede den Gemeinplätzen -- Krieg den Moden!

Artikelsuche

Service Menu

Allerlei

Wer Selbstzweifel hegt, kennt die Wonnen des Sich-Benachteiligtfühlens noch nicht.

 

Die Zugehörigkeit zum intellektuellen Pöbel manifestiert sich in keiner Eigenschaft deutlicher als in der Unfähigkeit, die literarische Qualität eines Textes zu würdigen, dessen inhaltliche Tendenz einem zuwider ist. 

 

Wenn man sämtliche Schöpfungen des weißen Mannes von diesem Planeten entfernte, besäßen seine Ankläger weder Zeit noch Mittel, ja nicht einmal Begriffe, um ihn mit Vorwürfen zu überhäufen.     

  


...mehr

 

 

18. März 2017


Knapp 200 jahre nach seiner Niederschrift durch die Brüder Grimm beugt sich ein deutsches Volksmärchen der normative Kraft des Faktischen und wird umgeschrieben. Fortan muss es heißen: "Etwas Besseres als Bremen findest du überall."


                                                  ***


Die Deutsche Bischofskonferenz hat die AfD offiziell als für Katholiken nicht wählbar erklärt. Strenggenommen haben die Bischöfe, da sie ja keinem politischen Verein vorstehen, statuiert, dass jenes Christentum, wie sie es verstehen, nicht mit der AfD und ihren Mitgliedern zusammenpasst. Was die AfD übrigens von NSDAP und SED unterscheidet, aber noch herrscht sie ja nicht. Und schließlich ist nur der Papst ein Pontifex maximus, nicht aber die Bischöfe, die dürfen auch schon mal nach dem – übrigens von mir stammenden und von mir präferierten – Motto handeln: Lasst uns Mauern über Gräben bauen!

Linkspartei, Piraten und Grüne hingegen passen zu jenem Christentum der Zöllner, wie es von der deutschen katholischen Kirche verstanden wird. Am meisten aber tut dies sowieso der Islam, wie zuletzt die Chefkleriker Marx und Bedford-Strohm zu Jerusalem demonstriert haben, als sie ihre Kreuze ablegten, um in der Al-Aksa-Moschee jenem einzigen Gott ihre Aufzuwartung zu machen, der niemals einen Sohn gezeugt hat. 


                                                 ***


Noch nicht hinreichend gewürdigt beim beifälligen Bebrummel der Buntwerdung unseres langweiligen Landes ist ein neues Willkommensdankspiel, das an Bahngleisen stattfindet, für einen der Mitspieler sogar auf dem Bahngleis. Immer öfter werden neuerdings Menschen, die schon länger hier leben, von Männern, die noch nicht lange (wenngleich womöglich dennoch schon viel zu lange) hier leben, auf Bahngleise "geschubst" (nicht etwa "gestoßen"). Sogar in Pegida-Land, wo sonst Dunkelsachsen mit ihrer Fremdenfeindlichkeit täglich Gassi gehen:  "Am frühen Freitagmorgen hat es am Haltepunkt Dresden-Zschachwitz eine körperliche Auseinandersetzung zwischen drei Männern gegeben", meldet die Sächsische Zeitung. "Gegen 4.45 Uhr stieg ein 40-jähriger Mann aus der S-Bahn aus und wurde dabei von zwei Personen verfolgt, die anschließend Feuer für ihre Zigaretten verlangten. Als der Angesprochene dieser Aufforderung nicht nachkam, attackierten die beiden Männer den Reisenden. Ein Täter warf das Fahrrad des Geschädigten gegen ihn, woraufhin der Mann auf die rund einen Meter tiefer liegenden Gleise stürzte. Im Anschluss versuchte er, wieder mit seinem Fahrrad auf den Bahnsteig zu gelangen. Daran wurde er von einem der Angreifer mit Fußtritten gehindert. Parallel zu den körperlichen Attacken fuhr die S-Bahn in Richtung Dresden in den Haltepunktbereich ein. Der Lokführer bemerkte die Auseinandersetzung und leitete sofort eine Schnellbremsung ein. Der Zug kam nur wenige Meter vor dem Geschädigten zum Stehen. Die beiden Angreifer flüchteten."

Die Bundespolizei konnten die Tatverdächtigen, einen 23-jährigen Marokkaner und einen 27-jährigen Libyer, dingfest machen. Beide Täter waren bereits "polizeibekannt". Wir empfehlen nächtlichen Bahnreisenden eine "mürrische Indifferenz" (Herfried Münkler).


                                                 ***


Zeitgenossen, die Windräder auf Gebirgskämmen ertragen, kommen auch mühelos über die Ekelbildchen auf Zigarettenschachteln hinweg. Das gute Gewissen der Windradaufsteller und Kampagnenmacher ist schon etwas schwerer zu ertragen.


                                                 ***


Die Stalinade des Tages: Außenminister Molotow ging dem roten Zaren mit der Bemerkung auf die Nerven, dem Zugriff auf die Dardanellen und den Bosporus stünden die geopolitischen Ansprüche der Türken im Wege. "Die Türken! Die Türken!" schnaubte Stalin. "Wieviele gibt es denn von denen?"


                                                ***


Apropos: Sultan Recep der Prächtige fordert seine in der EU lebenden Landsleute – ist das Wort noch bekannt hier? – dazu auf, mehr Nachwuchs zu zeugen. Den Krieg der Wiegen versteht er als "Antwort" auf Ungerechtigkeiten, die Türken im Westen erfahren (Die jeweilige Landessprache als Hauptsprache an den Schulen statt türkisch? Zu wenig Kindergeld? Deutsche Schlampe ruft nicht zurück?). "Macht nicht drei, sondern fünf Kinder", rief Erdogan bei einer Wahlkampfveranstaltung im westtürkischen Eskisehir. 

Und weiter sagte er: "Von hier aus appelliere ich an meine (sic!) Bürger und Brüder in Europa: Da wo ihr arbeitet und lebt, ist nun Eure Heimat. Gründet noch mehr Betriebe. Schickt Eure Kinder in bessere Schulen. Lasst Eure Familien in besseren Stadtteilen leben. Steigt in die besten Autos. Wohnt in den schönsten Häusern." Wenn sie aber alle fünf Kinder gezeugt und die Eingeborenen irgendwann verdrängt haben, wer bezahlt dann die schönsten Häuser und baut die besten Autos? Machen sie selber? Wie in der Türkei? Na dann ist ja gut.

Auf Groß-Schilda gewendet, lautet die Frage: Werden die Deutsch-Türken so blöd sein, in Deutschland sukzessive Verhältnisse herzustellen, wie sie in der Türkei unter Erdogan herrschen? Und wenn ja, haben sie nichts Besseres verdient. Und die deutschen Kartoffeln, die sie gewähren lassen, sowieso nicht. 


                                                  ***


Einem richtigen Kerl ist nichts peinlicher als ein schwacher Gegner.